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Dienstag, 17.03.2015

Drei oder vier Spuren?

Die B178 gilt als Verkehrsader der Oberlausitz. Seit Jahren wird die Straße, die von Polen über Löbau zur A4 führen soll, ausgebaut. Nun drohen weitere Verzögerungen. In der Region gibt es Proteste.

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Das Foto zeigt  das Ende der B178 in der Nähe von Weißenberg
Das Foto zeigt das Ende der B178 in der Nähe von Weißenberg

© SZ/Uwe Soeder

Dresden/Löbau. Der Ausbau der Bundesstraße 178 zwischen Löbau und der A4 bei Weißenberg (Landkreis Görlitz) steht weiter auf dem Prüfstand. Derzeit werde nach unabhängigen Fachleuten gesucht, teilte das Wirtschaftsministerium auf Anfrage mit. Die sollen die zwischenzeitlich reduzierte Verkehrsprognose und die ursprünglich geplante vierspurige Ausbauvariante neu beurteilen. Im Sommer sollen die Ergebnisse vorliegen. „Damit ist die vierspurige Variante noch nicht vom Tisch“, erklärte eine Sprecherin. Ende Januar hatte das Wirtschaftsministerium mitgeteilt, dass aufgrund einer veränderten Verkehrsprognose das letzte Teilstück schmaler als geplant ausfallen müsse. Das hatte zu heftigen Protesten in der Region geführt.

Wirtschaft fordert vier Spuren

Unternehmen und Bewohner der Region verlangen einen raschen vierspurigen Ausbau. „Es darf keine weiteren Verzögerungen geben. Die Fertigstellung der B178 ist lebenswichtig für die Wirtschaft und damit die Menschen unserer Region“, sagte Wilfried Rosenberg vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft Oberlausitz. Vor allem die Befürchtung, dass mit einer Neuplanung die Fertigstellung der B178 wieder in weite Ferne rückt, brachte Lausitzer Bürgervertreter Anfang März zu Gesprächen in das Ministerium.

Jüngste Prognosen gehen von einem sinkenden Verkehrsaufkommen bis 2025 aus. Statt wie bisher 17 500 Autos sollen demnach nur noch 12 500 Autos pro Tag auf der fertiggestellten Straße unterwegs sein. Dementsprechend müsse die vierspurige Variante auf drei Spuren reduziert werden, damit die Planungen später vor Gericht Bestand hätten, hieß es im Ministerium. Zudem wurde eine mögliche Verlegung der geplanten Trasse in Richtung Westen diskutiert.

Bereits 2003 war im Bundesverkehrswegeplan beschlossen worden, die Bundesstraße 178 zwischen Zittau und der A4 neu zu bauen und mit dem polnischen und tschechischen Straßennetz zu verbinden. Die ursprünglich für 2008 geplante Fertigstellung verzögerte sich jedoch immer wieder. Aktuell sind sechs von insgesamt acht Bauabschnitten fertiggestellt. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 14 Kommentare

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  1. Albert B.

    Das erinnert mich an die Diskussionen um die Königsbrücker Str. in Dresden, immer witer sinkende PKW Zahlen, aber auf Biegen und Brechen muss ein Ausbau auf 4 Fahrspuren erfolgen. Wenn alle logischen Argumente nicht mehr reichen, soll eben "das Volk" entscheiden ...

  2. Bernd

    Die Fachleute sagen 3 Spuren, die "Wirtschaft" fordert 4 Spuren. Was wird nun gebaut? Wer hat hier das Sagen?

  3. Martin Ender

    Da die Bundesstraße auf polnischer und tschechischer Seite (entgegen allen Erwartungen) fristgerecht fertiggestellt wurde und die betreffenden fehlenden Bauabschnitte nur auf deutscher Seite liegen, zeigt das Sachsen nicht in der Lage ist Verkehrswege zu bauen. Ständige fragwürdige Umplanungen und Verzögerungen, das betrifft nicht nur die B178 sondern auch die Schienenverbindungen in die Oberlausitz und nach Polen.

  4. Bernd

    Und mich erinnert das an den Ausbau der A-4 von DD nach Görlitz, wo vor ein paar Jahren gefragt wurde warum der bei dem hohen Verkehrsaufkommen nicht 3 spurig erfolgt ist: Die Sprecherin des LASUV: "Man habe nicht wissen können wie sich der Verkehr zum Ende der 90iger Jahre entwickeln würde". Ich liebe diesen Satz : Man habe nicht wissen können... Klartext, in Berlin und Dresden wusste man nicht das Polen der EU beitritt und das Schengenabkommen vor der Tür steht. Man war völlig ahnungslos. Wer sich die bisherigen Bauzeiten der B-178 anschaut und diese mit der Bauzeit der Eisenbahnverbindung DD - Görlitz (102 km) vergleicht, mit Baubeginn Mai 1844 und Einweihung Sept. 1847, der kann erahnen das unsere Altvorderen mit Schaufel und Hacke mehr bewegt haben als unsere Staatsdiener mit PC und Tablet. Für die Dresdner: Bau der Albert-Brücke 2 Jahre 1875-1877, steht dran, die Reparatur dauert wie lange? B-178 3 spurig - werden dann die 4 spurigen Abschnitte zurückgebaut auf 3 Spuren?

  5. Horstl

    Egal. Hauptsache es wird endlich fertig gebaut.Und zwar zügig. Ich zitiere hier mal die DEGES: Gegenwärtig existiert im östlichen Teil von Sachsen keine durchgängige leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung. Der seit 1995 stark gewachsene europäische Fernverkehr wird über Bundes- und Staatsstraßen geführt, die insbesondere in den zahlreichen Ortsdurchfahrten überlastet sind. Mit dem vierstreifigen Neubau der B 178 wird eine leistungsfähige Verkehrsverbindung vom Drei-Länder-Eck (D/PL/CZ) durch den Wirtschaftsraum der Oberlausitz zur A 4 geschaffen. Kommentiert sich von selbst.

  6. Feuerstein

    Wer einmal sehen will,wie "hoch" die Verkehrsdichte auf dieser B178n, ist, sollte sie einmal befahren.Die Lobbyisten vergessen aber zu sagen, dass bereits ein großer Teilabschnitt 3 Spurig ist.Warum dann von Nostritz zur A4 4 Spurig?Es geht hier wieder einmal darum, wer setzt sich durch.

  7. Peter

    Auf 4 Fahrstreifen gehts um Löbau und weiter nördlich Richtung Autobahn. Und plötzlich 4km vor dem Autobahnanschluss kommt der Knalleffekt, es wird 3-spurig. Wenn dass Fachleute geplant haben sollen, lieber @Bernd, dann gute Nacht Deutschland !

  8. Bernd

    Also ich bin der Bernd @4 ( das soll's mehrere geben) Und ich bin für den 4 spurigen Ausbau! Da ich häufig unterwegs nach der Slowakei bin und LKW Kolonnen Life und in Farbe sehe, sowie den großzügigen Ausbau in CZ und SK über die letzten Jahre verfolgen durfte, schleicht sich bei mir bei der Rückkehr nach D. immer das Gefühl ein: Huch wie ist das peinlich! Insbesondere von Löbau auf der B-6 bis Bautzen! Aber vielleicht zermürben mich die "Planer" doch noch, bis ich dann für den 3 spurigen Ausbau bin. Hauptsache fertig! Vermutlich werde ich aber eher meinen Füherschein aus Altersgründen abgeben wollen und die Einweihung der 178n im Schaukelstuhl erleben.... So Sarkasmus AUS!

  9. Realist

    @Albert B.: Die B178n mit Ihrer Königsbrücker Gosse zu vergleichen ist schon ziemlich dümmlich, oder? Hauptsache bisschen Neustadtgefuzzel hinschreiben...

  10. DD

    Überhaupt darüber nachzudenken, ob 3- oder 4-Spurig kann nur im GRÜN verblödeten Deutschland/Sachsen möglich sein. Wenn die Gefahr besteht, dass sich Gerichte einmischen, müssen eben die Gesetze 'angepasst' werden. Ein einfacher Blick auf die Landkarte zeigt die Bedeutung dieser Straße als Verbindung von der A4 bis nach Liberec. Im besagten Abschnitt die Verbindung von der A4 zur B6. Für jeden einigermaßen gebildeten Verkehrsplaner kann da nur eine Lösung herauskommen - Ausbau als autobahnähnliche Bundesstraße mit jeweil 2 baulich getrennten Fahrspuren! Gleiches gilt übrigens für die Verbindung A4 / A17 bei Pirna (Ostumfahrung Dresden). Wieso soll Verkehr aus Polen, der nach Prag will eine Ehrenrunde um Dresden drehen?? Der Mehrverbrauch an Treibstoff ist den führerscheinlosen Straßengegnern dann wieder Anlass zu 'Umwelt'polemik. Und übrigens Albert B. - mit Deinem Fahrrad komst Du sowieso nicht bis zu dieser Straße - 3- oder 4-spurig.

  11. Schall_und_Rauch

    Ah, der Herr Realist führt die Gossensprache ein, ganz toll! Die Landschaft zubetonieren ist natürlich alternativlos ... alles klar. Ich würde mal sagen selektive Wahrnehmung - aber auf keinen Fall "Realist". justmy2ct

  12. Jörg

    Wer glaubt denn ernsthaft, dass diese Trasse in Hauptsache von den (leider) immer mehr zahlenmäßig abnehmenden Oberlausitzern genutzt werden wird und sie deswegen schlanker ausfallen kann? Wer in der Lage ist, 1 und 1 zusammen zu zählen und sich auch mal das günstigere Streckenprofil dieser Trasse gegenüber der Verbindung zwischen Rumburk und Svor anschaut wird verstehen, dass die irgendwann fertige Verbindung von und nach Böhmen in der Hauptsache von Lieferverkehr genutzt wird. Heißt also durch zunehmenden LKW-Verkehr! Dann wird man sich erstaunt fragen, warum man eigentlich nicht durchgehend vierspurig gebaut hat. Und da nun offensichtlich die westliche Autobahnanbindung nicht ausgeschlossen schein - ja bitte, aber auch gleich vierspurig!!!

  13. @Jörg

    Genau so ist das! Bestes Beispiel, wo man unter einer GRÜN-Roten Landesregierung aus ideologischen Gründen Mist gebaut hat ist die Bundesstraße zwischen Spremberg und Cottbus. Erst 3-Spurig ausgebaut, dann eine Unmenge von Unfällen und jetzt wird das Ganze für teuer Geld wieder weggerissen und doch 4-Spurig gebaut. Warum ist in Sachsen nicht möglich, was in Anhalt geht?! Die B6n zwischen Bernburg und Goslar ist ein Musterbeispiel, wie man's richtig macht und dort ist derzeit noch nicht mal so viel Verkehr wie auf der B178n zu erwarten ist.

  14. Horstl

    Neue Straßen ziehen mehr Verkehr an. Das sollte sich auch schon bis zur CDU rumgesprochen haben. Letztens war ganz Holland auf der Piste Richtung Heimat unterwegs. Und letztlich wird die dreispurige nach dem ganzen Hin und her genauso viel wenn nicht noch mehr als die ursprünglich geplante vierspurige Trasse kosten. Das ist das wahre Dilemma an schwarzer Verkehrspolitik.

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