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Samstag, 05.05.2018

Der lange Weg zum Lückenschluss

Verkehrsminister Martin Dulig testete den neuen Elberadweg in Bad Schandau. Dessen Bau war alles andere als einfach.

Von Gunnar Klehm

15 1260 Kilometer Radweg

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Den neuen Abschnitt des Elberadwegs zwischen Königstein und Bad Schandau haben Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig (l.) und sein Pressesprecher Jens Jungmann am Freitag persönlich getestet. Die Planungen für den Weg begannen bereits in den 1990ern.
Den neuen Abschnitt des Elberadwegs zwischen Königstein und Bad Schandau haben Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig (l.) und sein Pressesprecher Jens Jungmann am Freitag persönlich getestet. Die Planungen für den Weg begannen bereits in den 1990ern.

© Dirk Zschiedrich

  • Den neuen Abschnitt des Elberadwegs zwischen Königstein und Bad Schandau haben Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig (l.) und sein Pressesprecher Jens Jungmann am Freitag persönlich getestet. Die Planungen für den Weg begannen bereits in den 1990ern.
    Den neuen Abschnitt des Elberadwegs zwischen Königstein und Bad Schandau haben Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig (l.) und sein Pressesprecher Jens Jungmann am Freitag persönlich getestet. Die Planungen für den Weg begannen bereits in den 1990ern.

Bad Schandau. Das Wetter meinte es gut mit Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD). In sportlichem Radler-Dress erschien er am Freitag am Elbufer in Bad Schandau zum offiziellen Anradeln auf dem neu gebauten Lückenschluss des linkselbischen Elbradwegs nach Königstein. Fast entschuldigend erklärte er, dass er jetzt etwas einweihe, dessen Beginn er nicht zu verantworten hat. Wie auch. Vermutlich hatte er noch nicht mal bei den Jusos was zu sagen, als in den 1990er-Jahren mit der Planung dieses 2,4 Kilometer langen Abschnitts begonnen wurde.

Nach mehr als 20 Jahren ist der Lückenschluss nun endlich erfolgt. Beinahe unbemerkt wurde er kurz vor Ostern dieses Jahres freigegeben. Das wäre der Mühen aller Beteiligter aber nicht gerecht geworden. Deshalb kam der Minister gern, um für die Attraktivität dieser Strecke zu werben.

1260 Kilometer Radweg

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Der Elberadweg beginnt in Špindleruv Mlýn (Spindlermühle) im tschechischen Riesengebirge und endet nach rund 1260 Kilometern in Cuxhaven an der Elbemündung in die Nordsee .

Er wird von Radfahrern und Fußgängern gemeinsam genutzt. Teilweise ist er auf beiden Elbseiten ausgebaut.

Der Abschnitt von Pirna bis zur tschechischen Grenze gilt als landschaftlich am spektakulärsten.

Mit dem Lückenschluss ist der Elberadweg von Torgau bis Schöna linkselbisch durchgängig befahrbar.

Beide Fahrtrichtungen haben ihre Vorteile. Von Nord nach Süd hat man den Wind meist im Rücken, von Süd nach Nord die Sonne. So ist man kaum geblendet und man fährt elbabwärts.

Einer, der von Anfang an mit eingebunden war, ist Holger Wohsmann vom zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). „Es war der schwierigste Radwegbau, den ich in Sachsen erlebt habe“, sagt er. Die Planungen waren extrem aufwendig. Allein 40 öffentliche Institutionen mussten angehört werden. Es gab vieles zu berücksichtigen: Naturschutz des Elbufers, Hochwasserschutz, Denkmalschutz wegen des alten Treidelpfads, Böschungsschutz sowohl zum Wasser als auch zur Bahnstrecke.

Immer wieder wurden neue Termine für den Bau genannt. Als es dann tatsächlich mal losgehen sollte, war es schon das Jahr 2013. Da kam dann das verheerende Elbe-Hochwasser dazwischen, andere Bauvorhaben hatten Priorität. Im Frühjahr 2015 wurden endlich die ersten zwei Teilstücke asphaltiert. Ein 800 Meter langer Abschnitt an der unwegsamsten Stelle blieb jedoch übrig. Dessen Ausbau war besonders kompliziert, weil zwischen streng geschütztem Uferbereich und Bahndamm kaum Platz war und auch keine schwere Technik eingesetzt werden konnte. Erst 2017 wurde eine Bauweise mit Winkelelementen aus Beton festgelegt und begann der Bau. Nun kann die Strecke endlich befahren werden.

Die Bürgermeister von Königstein und Bad Schandau, Tobias Kummer (CDU) und Thomas Kunack (WV Tourismus), verwiesen darauf, dass der Lückenschluss nicht nur dem Tourismus weiteren Aufschwung geben wird, sondern auch für mehr Sicherheit sorgt. „Man kann wirklich von Glück reden, dass auf der Bundesstraße in all der Zeit kein schwerer Unfall mit Radfahrern passierte“, sagte Kunack. In diesem Sinne schnallte sich der Minister seinen Helm fest und stieg auf das Mietfahrrad von „Örnis Radservice“ aus Postelwitz. Dessen Chef, Michael Arnold, ist überzeugt, dass nun der Radtourismus noch mehr boomt.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 15 Kommentare

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  1. Thomas

    Bin gespannt, wann der Radweg auf Google-Maps angezeigt wird. Der Lückenschluss war von vielen lange ersehnt worden, weiter so und etwas mehr Tempo bitte im Sinne aller Verkehrsteilnehmer. Die neue Betonbrücke in Pirna über die Gottleuba ist hoffentlich auch ab 31.5.18 nutzbar!?

  2. Werberat

    Dulig, Dulig, Dulig. Der Besitzer der Zeitung hat wohl mal wieder Werbung bestellt? Die Umfrageergebnisse aus Bayern machen nervös.

  3. Dieter

    Danke!

  4. giro

    Ein schönes Ablenkungsmanöver vom bisherigen Komplettversagen im Stadtgebiet von Dresden!

  5. Juliane

    Thomas, nicht nur die Brücke über die Gottleuba! Das Stück Radweg im Bereich Heidenau ist auch schon seit Ewigkeiten dicht. Was dort angeblich Jahre dauert, versteht kein Mensch. Hat man die Baustelle vielleicht vergessen?

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