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Donnerstag, 08.03.2018

Das Lämmchen in der Biotonne

Tiere im Müll: Das ist schockierend und kommt doch oft vor. Die Urheber bleiben meist unerkannt.

Von Heike Sabel

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Bei diesem Anblick brauchten sogar hartgesottene Abfallfachleute starke Nerven. Das tote Lämmchen wurde in einer Biotonne gefunden.
Bei diesem Anblick brauchten sogar hartgesottene Abfallfachleute starke Nerven. Das tote Lämmchen wurde in einer Biotonne gefunden.

© Entsorger

Nein, es ist kein zerfetztes Plüschtier. Es ist der Kadaver eines Lämmchens. Zwei davon wurden am vergangenen Freitag in einer Biotonne in Heidenau-Großsedlitz gefunden. Wer die Körper entsorgt hat, könne nicht ermittelt werden, heißt es beim Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal. Die Mitarbeiter waren entsetzt, als sie vom Abfallunternehmen das Foto erhielten. Und es war nicht das erste Mal. In Markersbach war es am 6. Februar ein zerlegtes Wildschwein, in Dürrröhrsdorf-Dittersbach im Dezember ein Schafsfell samt Innereien. Und im März vor zwei Jahren gab es in Liebstadt einen Fall, um nur einige Beispiele zu nennen.

Wie oft die Biotonne für die Entsorgung toter Haus- oder Nutztiere missbraucht wird, kann nicht gesagt werden. Diese Verstöße werden selten beim Leeren der Tonnen entdeckt. „Wenn überhaupt, dann werden sie erst in der Entsorgungsanlage bemerkt“, sagt der Zweckverband. Deshalb bleiben diejenigen, die dafür verantwortlich sind, auch meist unerkannt. So wie jetzt in Großsedlitz.

Und selbst wenn die Entsorger es zeitig genug merken, kommt lediglich ein Aufkleber auf den Behälter und er wird nicht geleert. Der Aufkleber signalisiert, dass sich im Behälter nicht zugelassene Abfälle befinden. Der Grundstückseigentümer bekommt dann noch einmal eine entsprechende Mitteilung. Gleichzeitig wird er auf die Entsorgungspflicht in einer zugelassenen Tierkörperbeseitigungsanlage hingewiesen. In Sachsen befindet sich die Anlage in Priestewitz. Dort muss dafür natürlich bezahlt werden. Man kann die Kadaver hinbringen oder sie abholen lassen.

Egal wie man es macht, auf keinen Fall gehören die Tierreste in irgendwelche braunen, schwarzen oder gar blauen Tonnen. Aber auch da wurden sie schon gefunden. Wichtig ist, dass sie nicht in den Müllkreislauf kommen, denn dadurch könnten Tierseuchen ausgelöst oder verbreitet werden. Deshalb gibt es europäische Verordnungen und seit 2004 ein Gesetz, das die Entsorgung von Tierkadavern regelt.

Die Abfallfachleute sind in der Regel hartgesotten. Aber beim Anblick der Fotos aus der Vergangenheit sagen selbst sie: „Das ist nichts für schwache Nerven.“

Leser-Kommentare

Insgesamt 3 Kommentare

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  1. Herr Rein

    Wenn das Tier noch komplett ist, dann ist es schlimm? Wenn es tonnenweise in Form von Wurstscheiben oder Hackfleisch im Müll landet, dann interessiert es niemanden und ist Ok? Ich bin kein Veganer, aber ehrlich zu mir...

  2. Skakopp

    Ab welcher Größe müssen Tiere denn in einer TKBA entsorgt werden? So wie dargestellt betrifft es ja auch Mäuse, Vögel und dergleichen. Nicht vorzustellen, dass jedes tote Kriechtier und Insekt kostenpflichtig mit schwerem Gerät entsorgt werden muss. CO2 - ich bin dabei!

  3. WissenIstMacht

    Ein Blick ins TierKBG sollte Klarheit verschaffen: http://www.vetion.de/gesetze/Gesetzestexte/TierKBG.htm?mainPage=1

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