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Dienstag, 13.03.2018

Buskatastrophe: Staatsanwalt widerspricht Vorwurf

Der Löbauer Oberbürgermeister sieht den Busfahrer vorschnell verurteilt und bringt eine neue Version ins Spiel. Oberstaatsanwalt Andreas Cantzler will sich nicht an Spekulationen beteiligen.

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Im Juli 2017 war nach einem Unfall ein Bus der Löbauer Firma Reimann ausgebrannt. Die Staatsanwaltschaft widerspricht nun den Vorwürfen von Löbaus Oberbürgermeister.
Im Juli 2017 war nach einem Unfall ein Bus der Löbauer Firma Reimann ausgebrannt. Die Staatsanwaltschaft widerspricht nun den Vorwürfen von Löbaus Oberbürgermeister.

© dpa

Löbau. Die Brandkatastrophe mit einem Bus der Löbauer Firma Reimann im Juli vergangenen Jahres auf der A 9 bei Münchberg in Bayern ist allen Menschen der Region noch im Gedächtnis. Nun widerspricht der für die Unfallermittlungen zuständige Staatsanwalt Hof dem Vorwurf des Löbauer Oberbürgermeisters Dietmar Buchholz (parteilos), schlampig ermittelt und den ums Leben gekommenen Busfahrer vorschnell als Unfallverursacher ausgemacht zu haben.

Buchholz hatte in der letzten Sitzung des Stadtrates eine neue Version des Unfallhergangs ins Spiel gebracht. Aufnahmen einer abgerissenen Gepäckraumklappe und eines auf der Fahrbahn liegenden Koffers vom Unfallort würden den Schluss nahelegen, dass der Bus vor dem Aufprall auf einen Lastwagen von einem überholenden Lastwagen touchiert und zur Seite gedrückt worden sei. Buchholz will den verstorbenen Fahrer rehabilitiert sehen.

„An Spekulationen kann sich die Staatsanwaltschaft nicht beteiligen“, sagte Oberstaatsanwalt Dr. Andreas Cantzler von der Staatsanwaltschaft Hof nun auf SZ-Nachrage. „Ich kann nicht bestätigen, dass auf Bildern in der Ermittlungsakte ein auf der Fahrbahn liegender Koffer zu sehen ist“, so der Staatsanwalt weiter. Das Ermittlungsergebnis beruhe auf dem Gutachten zweier Unfallsachverständiger und den Vernehmungen aller überlebenden Bus-Insassen. „Ebenso wurden unbeteiligte Dritte vernommen, die sich unmittelbar hinter dem Fahrzeug befanden“, sagt Oberstaatsanwalt Cantzler.

Nach all diesen Schilderungen habe es vor dem Aufprall des Busses auf den Lastwagen keine vorherige Kollision gegeben. „Derartige Ansatzpunkte konnten wir nicht ermitteln.“ Der überlebende Busfahrer Tino Rudolph, der zum Unfallzeitpunkt Beifahrer war, konnte laut Auskunft der Staatsanwaltschaft keine Aussagen zur Unfallursache machen, weil er geschlafen habe und erst durch den Aufprall wach wurde.“ (mva)

Leser-Kommentare

Insgesamt 3 Kommentare

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  1. Berg

    Auf Ferbnsehaufnahmen von einer Brücke aus VOR dem Unfallort sieht man eine scharfe Rechtskurve mit einem Wald. Daher hat der Busfahrer das dahinter stehende Fahrzeug zu spät bemerkt. - Mein Ratschlag: Wald abholzen, Gelände abbaggern, bis freie Sicht ist!

  2. ole

    Oft brennen Busse in Sekunden bis Minuten vollständig aus. Warum gelten für sie nicht ähnlich strenge Brandschutzbestimmungen (vor allem beim Materialeinsatz) wie bei öffentlichen Gebäuden, die fast nie und dann nur sehr langsam brennen. Wieviele Menschen hätten hier überleben können. @1 Berg: Es klingt zwar so, ist aber bei Ihnen wahrscheinlich nicht ironisch gemeint. Bereits jetzt kostet eine 3-spurige Autobahn um die 50m in der Breite und es werden ganze Berge beim Bau abgetragen. Wenn Sie jetzt noch je 100m freies Sichtfeld rechts und links haben wollen, sind diese Bauwerke wahrscheinlich mit bloßem Auge vom Mond aus sichtbar.

  3. Meier

    Die Brandschutzvorschriften für Busse sollte gründlich überarbeitet werden. Der Tank hat weder in der vorderen noch in der hinteren Knautschzone etwas zu suchen. Pressluft- und Treibstofftank gehören weit auseinander. Brandhemmende Sitzbezüge und -polster müssen Vorschrift sein. Wäre als das hier gegeben gewesen, wäre der Bus nie ausgebrannt und es könnten viele der Opfer noch leben!

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