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Mittwoch, 23.05.2018

Borkenkäferbedrohung 2018 besonders groß

Am liebsten brüten sie auf umgestürzten Bäumen und abgebrochenen Ästen: Nach den Winterstürmen wie Friederike sind in diesem Jahr die Brutbedingungen für den Borkenkäfer ideal. Der Schädlingsbefall droht vor allem in bestimmten sächsischen Regionen.

Ein Förster zeigt Spuren des Borkenkäfers an einer Baumrinde.
Ein Förster zeigt Spuren des Borkenkäfers an einer Baumrinde.

© Oliver Berg/dpa

Dresden. Die Folgen von Wintersturm Friederike machen sich auch im Frühjahr bemerkbar: Die sächsischen Wälder sind 2018 voraussichtlich stärker als sonst vom Borkenkäfer bedroht. Die Brutmöglichkeiten seien nach den Sturmschäden vom Winter ideal, sagte Renke Coordes vom Staatsbetrieb Sachsenforst der Deutschen Presseagentur. Umgefallene Bäume und abgebrochene Äste seien für die Tiere ein attraktiver Brutplatz. Ob es tatsächlich besonders viele Borkenkäfer geben werde, hänge nun von den Witterungsbedingungen ab. Eine trockene und warme Witterung begünstige die Vermehrung stark.

Besonders stark bedroht sind laut Coordes Sachsens Nationalpark Sächsische Schweiz sowie die Landkreise Sächsische Schweiz und Osterzgebirge. Um eine Massenvermehrung des Schädlings zu vermeiden, müsse das Schadholz aus dem Wald zügig abtransportiert werden, erklärte Coordes. Im Vergleich zum Vorjahr sei die potenzielle Gefahr stark gestiegen. Die gegenwärtigen Monitorergebnisse zeigten gegenüber dem Vorjahr auch eine steigende Schwärmaktivität des Buchdruckers, eine in Sachsen stark verbreitete Art des Borkenkäfers.

Bei einem massiven Borkenkäferbefall können Bäume im schlimmsten Fall absterben. Die Tiere graben unter der Rinde Gänge in das Holz und schneiden laut Coordes dadurch den Saftfluss von der Krone in die Wurzel ab. Sie können in einem Jahr bis zu drei Generationen ausbilden. Gesunde Bäume können sich gegen einen moderaten Befall wehren - sie produzieren etwa Harz zur Abwehr, der den Schädling dann umschließt. (dpa)

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