erweiterte Suche
Freitag, 12.01.2018

Bahn hat Graffiti-Problem

Immer mehr Bahnen werden mit illegalen Graffitis besprüht. Vor allem die Züge der S-Bahn Mitteldeutschland sind betroffen. Die Reinigung ist aufwendig und dauert lange.

6

Die Reinigung der besprühten Züge ist zeitaufwendig. (Archivfoto)
Die Reinigung der besprühten Züge ist zeitaufwendig. (Archivfoto)

© Frank May / dpa

Halle. Illegale Sprayer machen der Deutschen Bahn in der Region Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu schaffen. Immer wieder werden vor allem die Züge der S-Bahn Mitteldeutschland mit großflächigen Graffiti besprüht, wie der für den Betrieb der S-Bahn Zuständige, Frank Betzger, am Freitag in Halle sagte. „Zeitweise ist die halbe Flotte beschmiert“, sagte er. Anspruch der Bahn sei es, beschmierte Züge nicht länger als 48 Stunden herumfahren zu lassen. Dies gelinge aber nicht immer.

Die Reinigung ist aufwendige Handarbeit. Meist arbeiten mehrere Teams an einem Zug, wie der Niederlassungsleiter einer Spezialfirma, Falko Grütte, sagte. Seien etwa 190 Quadratmeter der Zugfläche besprüht, dauere die Reinigung 10 bis 12 Stunden.

Im Jahr 2016 gab es in der Region Mitteldeutschland 2700 Fälle von Graffiti oder Vandalismus bei der Deutschen Bahn, sagte der Regionalbereichsleiter der DB Sicherheit, Henryck Fiedler. Schwerpunkte seien Leipzig und Halle, hier gebe es eine besonders aktive Sprayer-Szene.

Bundesweit ist der Bahn 2016 ein Schaden von 34 Millionen Euro durch Graffiti und Vandalismus entstanden. Es wurden 27 000 Delikte registriert. Die Reinigungskosten lagen bei 8,9 Millionen Euro. 270 Täter wurden gestellt. (dpa)

Leser-Kommentare

Seite 1 von 2

Insgesamt 6 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Alex

    Ich denke auf jedem Bahnhof gibt es Videoüberwachung? Kann man denen denn nicht das Handwerk legen?

  2. Strafe muss nicht sein, aber Schadensbeseitigung

    Einerseits: Ja, klar, geht gar nicht, ich waere da fuer richtig drastische Masssnahmen. z.B. Falle stellen, verpr... lassen und dann ab in den Knast. Entlassung erst, wenn der Zug wieder sauber ist, verbunden mit der Auflage, den zugeteilten Zug sauber zu halten, falls der wieder beschmiert wird. Uberlegenswert ist sicher auch, die beschmierten Zuege sofort aus dem Betrieb zu nehmen. Wenn dann nur noch jeder 3. Zug faehrt, muessen die Schmierer schon extrem aufpassen, damit sie nicht erwischt werden. Das gibt sonst Schlaege. Andererseits: Wer hat denn angefangen, die Fenster zuzukleben? Bei der DB noch nicht, aber Straba und Busse fahren doch sehr haeufig mit verklebten Fenstern umher.

  3. Kein Wunder

    Ist es ein Wunder? Wenn solche Straftaten selbst in den Medien (wie z.B. unlängst hier in der SZ) verharmlost und relativiert werden?

  4. R.B.

    Überall kann man auf allen Ebenen beobachten, daß der Arbeit anderer zunehmend keine Achtung mehr entgegen gebracht wird. Die Zunahme der Graffiti-Vandalen und ihrerer Schmierereien hat ihren Grund in der konsequenten Nichtverfolgung dieser Straftaten durch staatliche Organe und sogar in die Einordnung als Kunst. Es reicht da nicht zu sagen, wenn man diese Leute erwischt: Das war aber böse von Euch! Tut das nicht wieder!

  5. Veit Schagow

    Als der Film "Beat Street" in der DDR 1985 in die Kinos kam, fand ich die Graffittis noch cool. Es waren Bilder aus einer für uns fremden Welt. Nun haben wir diese Welt hier und es kotzt mich einfach nur noch an, überall das Geschmiere sehen zu müssen. Vieles davon ist keine "Straßenkunst". Die Beseitigung der Graffittis zahlen alle Bürger über die Fahrkarten oder Steuern mit, nur weil ein paar Leute, die vielleicht sonst über keine Kompetenzen verfügen, uns ihr Ego aufdrücken wollen. Dabei gibt es durchaus einige Bereiche, wo Graffittikünstler Auftragswerke oder ihre (wenn tatsächlich vorhandenen) Fähigkeiten in entsprechenden Areas (z. Bsp. Leipziger Straße), realisieren können.

Alle Kommentare anzeigen

Seite 1 von 2

Ihr Kommentar zum Artikel

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Verbleibende Zeichen: 1000
Text Bitte geben Sie die abgebildete Zeichenfolge ein
Bitte beachten Sie unsere Hinweise zum Datenschutz.