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Mittwoch, 16.05.2018

Aufregung um Schüler-Plakat

Zu einer Gesprächsrunde mit ehemaligen Häftlingen wird auch eine Arbeit mit Reichsflagge gezeigt. Daran gibt es Kritik.

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Gedenkstätten-Leiter Jens Nagel weist den Vorwurf zurück.
Gedenkstätten-Leiter Jens Nagel weist den Vorwurf zurück.

© Sebastian Schultz

  • Gedenkstätten-Leiter Jens Nagel weist den Vorwurf zurück.
    Gedenkstätten-Leiter Jens Nagel weist den Vorwurf zurück.
  • Eine Ausstellung mit Schülerarbeiten ist in einem Fernsehbeitrag heftig kritisiert worden.
    Eine Ausstellung mit Schülerarbeiten ist in einem Fernsehbeitrag heftig kritisiert worden.
  • Die Kritik bezieht sich auf ein Plakat über den Waldfriedhof Zeithain, auf dem unter anderem die Reichsflagge zu sehen ist.
    Die Kritik bezieht sich auf ein Plakat über den Waldfriedhof Zeithain, auf dem unter anderem die Reichsflagge zu sehen ist.

Zeithain. Der Vorstandsvorsitzende von Meißen TV, Ullrich E. Brumm, hat in einem Fernsehbeitrag die Ausstellung von Schülerarbeiten während einer Gesprächsrunde mit ehemaligen sowjetischen Häftlingen kritisiert. Dabei bezieht er sich auf ein Plakat über den Waldfriedhof Zeithain, auf dem unter anderem die Reichsflagge zu sehen ist. Brumm kommentiert wörtlich, dass „eine offen den Krieg und den Faschismus verherrlichende Tafel unter Verwendung von SS-Runen, Heldentodverherrlichung und Reichskriegsflagge“ präsentiert werde. Das Plakat diskreditiere die Arbeit der Stiftung und aller um Forschung, Aufklärung und Versöhnung Bemühter.

Die Ausstellung mit Schülerarbeiten aus dem Jahr 2017 war vorigen Donnerstag im Zeithainer Gemeindehaus zu sehen, wo eine Gesprächsrunde zwischen einer russischen Delegation und Schülern vom BSZ für Technik und Wirtschaft Riesa stattfand. Die Schulleitung will die Vorwürfe prüfen, so BSZ-Leiter Michael Hampsch. Der Zeithainer Gedenkstätten-Leiter Jens Nagel weist indes den Vorwurf zurück, ein den Nationalsozialismus verherrlichendes Plakat gezeigt zu haben. SS-Runen seien nicht zu sehen. Auch er sieht allerdings die Bildsprache des Plakats, vor allem die Verwendung von Zeichnungen mit Wehrmachtssoldaten in Heldenposen, kritisch. Für ihn sei das ein Beispiel für die unkritische Übernahme von Bildern und Texten. (SZ)

Hier sehen Sie den Beitrag von Meißen TV.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 10 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. DDay

    Schülerarbeiten zum Thema Gedenken, Zeithain laufen aus dem Ruder. Nazieltern malen schöne Wehrmachtssoldaten, SS-Runen und Reichskriegsflagge mit der Inschrift "Gedenke dem deutschen Soldaten!" Was soll man da noch sagen? Nix. Zu spät. Aber welcher rechte Lehrer hat das zur Ausstellung zugelassen? Es waren ehemal. russische Lagergefangene vor Ort! Eigt. als Versöhnungszeichen. Und dann diese Nazi-Huldigungs-Bastelei. Unfassbar!

  2. Radebeuler

    @1: Wen wundert das noch? Zeithain liegt in Sachsen.

  3. DER Beobachter

    Die Zeichnungen stammen von Künstlern, die in den PK (Propagandakompanien) von Wehrmacht und SS tätig waren, das Gedicht ist ein Durchhalte-Propagandagedicht von 1916. Jenseits wissenschaftlicher Forschung bekommt man das heute zu Gesicht in einschlägigen "Bildungsveranstaltungen" einschlägiger Organisationen. Wer als Jugendlicher so ein Plakat gestaltet, ist nicht mehr nur naiv-oberflächlich, sondern steckt sehr tief drin in der Szene...

  4. Thomas

    ...und ich dachte schon, die Aufregung gilt dem verhunzten Genitiv. Aber so... ;)

  5. Manfred Hengst

    Hallo Radebeuler ! Da ist kein sächsisches Problen, das ist ein Deutsches. Zu Erinnerung erst vor kurzen wollte Frau Kriegsministerin bei der Bundeswehr mit der Wehrmachtskult aufräumen

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