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Freitag, 29.09.2017

AfD Sachsen verliert Mitglieder

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Andrea Kersten (l) verlässt die AfD-Fraktion im sächsischen Landtag.
Andrea Kersten (l) verlässt die AfD-Fraktion im sächsischen Landtag.

© Archivbild/Marco Klinger

Dresden. In der sächsischen AfD gibt es weitere Aus- und Rücktritte. Die Abgeordnete Andrea Kersten (51) verlässt die AfD-Fraktion im Landtag. Das sagte ein Sprecher der Fraktion am Freitag in Dresden. Zuvor hatte die „Freie Presse“ berichtet, dass Kersten von einer „Gewissensentscheidung“ gesprochen habe. Die 51-Jährige ist nach Frauke Petry, Uwe Wurlitzer und Kirsten Munster die vierte von 14 Abgeordneten, die sich von der AfD-Landtagsfraktion verabschiedet.

Zudem trat der stellvertretende AfD-Landesvorsitzende Sven Simon mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. Die Ausrichtung der AfD mache ihm Sorgen. Er zweifele, ob er noch in der Partei sei, in die er eingetreten war, erklärte der 55-Jährige in einer Mitteilung.

Auch das Landesvorstandsmitglied Ralf Nahlob trat von allen Parteiämtern zurück und aus der AfD aus. Es sei ihm immer wichtig gewesen, ein Abdriften der AfD an den politischen Rand zu verhindern. „Dieses Ziel ist leider gescheitert“, teilte der Leipziger Kreisvorstand und Schatzmeister der JA-Sachsen mit.

Am Freitagnachmittag zog dann JA-Sachsen-Chef Julien Wiesemann nach: Er erklärte seinen Rücktritt vom Amt des Beisitzers im Landesvorstand der AfD Sachsen und als Landesvorsitzender der Jungen Alternative Sachsen. In seiner Mitteilung schreibt er: „Die AfD mitsamt ihrer Jugendorganisation ist nicht mehr dieselbe Partei, in die ich 2013 eingetreten bin und für deren Ausrichtung ich 2015 gekämpft habe. Schrille Töne und sonstiges politisches unkluges Agieren Einzelner lassen das gute Programm in den Hintergrund treten.“ Wiesemann bleibt aber weiter AfD-Mitglied. Am Nachmittag folgte Judith Seifert. Sie gehört ebenfalls dem Landesvorstand der JA an.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Jörg Urban, forderte die „abtrünnigen“ Abgeordneten auf, ihr über die AfD-Liste erhaltenes Mandat zurückzugeben. „Zur Landtagswahl haben die Bürger AfD gewählt und somit ein Recht darauf, auch originäre AfD-Politik zu erhalten“. Politische Spielchen im Stile der etablierten Parteien untergrüben die Wiederherstellung politischer Glaubwürdigkeit. (dpa/szo)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 8 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Al

    Herr Urban, offensichtlich haben Sie etwas nicht verstanden (wundert mich ja nicht, wenn man der AfD angehört). Ihre Mitstreiter sind ausgetreten, weil die AfD eben nicht mehr die Politik macht, die sie versprochen hat, sondern inzwischen deutlich ihre rassistische Fratze zeigt. Mit Greisen und Gauleitern an der Spitze ist man dem Untergang geweiht. Ersteres trifft aber nicht nur auf die AfD zu...

  2. Jan Cajetan

    "Politische Spielchen im Stile der etablierten Parteien"? Da muss man Herrn Urban wohl dran erinnern, was die AfD letztes Jahr im baden-württembergischen Landtag aufgeführt hat. Dort trat der Fraktionsvorsitzende (ein gewisser Herr Meuthen) aus der eigenen Fraktion aus und gründete eine Fraktion namens "AfBW", die monatelang parallel zur AfD bestand. Damit wurden zusätzlich 220.000 € Steuergelder abgezockt. So weit zu den "Spielchen" der AfD.

  3. Querdenker

    @Al wischen Sie sich mal den Schaum vom Mund. Die AFD ist demokratisch gewählt und stellt legitime Forderungen. Nur weil es da jetzt ein paar reiberein gibt, geht sie bestimmt nicht gleich unter. Man merkt immer wieder, wie jahrelange mediale Bearbeitung bei einigen wirkt. Die Menschen in diesem Land, sind es nicht mehr gewohnt, dass es eine konstruktive Opposition mit sachlichen Forderungen gibt und da stimme ich Herrn Gauland zu. Man muss sich nur mal Debatten von früher anschauen, was heute im Land oder Bundestag stattfindet, dass ist nur noch kuschelei in der Hoffnung, dass eigene Antlitz zu wahren ohne das sich irgendjemand auf den Schlips getreten fühlt. Was aber am schlimmsten für die Politiker ist, dass der Sessel und das Geld wegfällt auf dem sie seit Jahren kleben und schön mitschwimmen. Gregor Gysi oder Regine Hildebrand, sind oder waren noch Charaktere, denen man gerne zugehört hat, weil sie die Sprache des Volkes innehatten und nicht wie Marionetten agieren.

  4. tschle

    Weiter so! - könnte man rufen wenn nicht so viele Bürger eine Alternative zur abgehobenen CDU Politik gesucht hätten und nun wieder die Allianz der Dummen sind, oder Alles Naive...Nun können sich die Wahlverlierer von SPD und CDU am Zerfallen der AfD genüsslich erfreuen und machen einfach weiter wie gehabt! Ein Hoch auf das Mittelmaß!

  5. Verluste?

    Man kann auch schreiben, dass die AfD bekannt5e Mitglieder verliert. Ich würde mal nicht ausschließen, dass es auch Eintritte gibt. Die angekündigte engere Zusammenarbeit mit 1% und Peggy dürfte für Parteinachwuchs sorgen

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