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Montag, 29.12.2014

2014 war in Sachsen überdurchschnittlich warm

Warme Weihnachten und Herbststürme im Winter - die Wetterkapriolen werden nicht weniger. Das zeigt die Bilanz für das ablaufende Jahr, mit gleichzeitig wenig veränderten Aussichten.

© Symbolfoto: dpa

Leipzig. 2014 könnte in Deutschland das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. „Die vorläufige Durchschnittstemperatur beträgt 10,3 Grad, das sind 2,1 Grad über der langjährigen Norm (1961 bis 1990)“, sagte die Meteorologin Magdalena Bertelmann vom Deutschen Wetterdienst (Offenbach) der Deutschen Presse-Agentur.

Herbststürme im Winter und warme Weihnachten - auch in Sachsen war 2014 relativ mild. „Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort“, erläuterte Anja Juckeland vom Deutschen Wetterdienst (Leipzig). „Die Jahresdurchschnittstemperatur lag bei 9,8 Grad, die Norm des langjährigen Mittels beträgt 7,6 Grad.“ Schon 2013 war in Sachsen mit durchschnittlich 8 Grad im Vergleich zu warm.

„Ein Indiz für den Klimawandel ist die Verschiebung der jahreszeitlichen Phänomene“, stellte Juckeland fest. Bis Ende November gab es kaum Sturm, dafür schöne Tage und viel Nebel. Die eigentlich für September und Oktober erwarteten Stürme brausten dann erst im Dezember übers Land. In der klassischen Sommerzeit, im August, wiederum wechselten sich Wind und viel Nässe ab.

Mehr lokale Wetterextreme

„Im Januar und Februar war kein Winter, die Frühjahrsstürme fielen aus, und dann fand eigentlich kein Übergang zum sommerlichen Wetter statt“, resümierte Juckeland. Es sei auffällig, dass es mehr lokale, eng begrenzte Wetterextreme gebe. „Wenn es zu einer weiteren Erwärmung kommt, werden regional schwere Gewitter und Hochwasser zunehmen.“

Über das gesamte Jahr war es in Sachsen mit 640 Liter Niederschlag je Quadratmeter zu trocken; die Norm liegt bei 732 Litern. „Aber die Regenmenge ist ungleichmäßig verteilt gefallen“, berichtete die Wetter-Expertin. Besonders trocken war es mit 420 Litern in Klitzschen (Landkreis Nordsachsen). Normalerweise fallen hier 627 Liter je Quadratmeter. Dagegen war es in Hoyerswerda (Landkreis Bautzen) mit 653 Litern besonders nass; die Norm liegt hier bei 624 Litern.

Die Sonnenscheindauer übertraf 2014 mit 1 631 Stunden die Norm von 1526 Stunden. An der Spitze platzierte sich Nossen (Landkreis Meißen), wo 1 727 Stunden registriert wurden und sonst nur 1 391 Stunden normal sind. 35,8 Grad am 20. Juli in Bad Muskau (Landkreis Görlitz) bedeuteten den Topwert in Sachen Hitze. Der absolute Rekord liegt bei 39,8 Grad vom 20. August 2012 in Dresden-Hosterwitz. (dpa)

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