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Dienstag, 09.01.2018

18 000 Unterschriften für einfacheren Wolfsabschuss

Rund um Ralbitz-Rosenthal im Kreis Bautzen werden immer wieder Schafe gerissen. Eine Bürgerinitiative sammelt Unterschriften zur „Begrenzung der Wolfspopulation“. Sie bekommt dabei auch Unterstützung aus der Politik.

Von Jana Ulbrich

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Mehr als 18.000 Unterstützer haben die Online-Petition der Bürgerinitiative aus Ralbitz-Rosenthal zur „Begrenzung der Wolfspopulation“ unterschrieben.
Mehr als 18.000 Unterstützer haben die Online-Petition der Bürgerinitiative aus Ralbitz-Rosenthal zur „Begrenzung der Wolfspopulation“ unterschrieben.

© dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Rosenthal/Dresden. Mit so einer gewaltigen Resonanz hatte Georg Lebsa nicht gerechnet: 18 590 Menschen haben die Petition unterschrieben, die der Ralbitz-Rosenthaler gemeinsam mit anderen Einwohnern der umliegenden Dörfer initiiert hatte. Die notwendige Mindestzahl von 12 000 Unterstützern ist damit weit überschritten.

Mit sieben dicken Aktenordnern voller Unterschriftenlisten fahren Lebsa und seine Mitstreiter nun am Mittwoch nach Dresden. Sie wollen ihre Petition persönlich an den Sächsischen Landtag übergeben. Ihr Anliegen hat große Brisanz: Die Initiatoren fordern eine Begrenzung des Wolfsbestands in der Lausitz und eine Gesetzesänderung, die das möglich macht. Bisher lässt der strenge Artenschutz es nur im Ausnahmefall zu, einen Wolf zu töten. Das ist den Petenten zu wenig. Die Lausitz habe die höchste Wolfsdichte in ganz Europa. Eine naturnahe Weide- und Nutztierhaltung sei nicht mehr möglich, die Bewegungsfreiheit der Menschen eingeschränkt, heißt es in der Begründung. Dieser Zustand sei unnatürlich. Das europäische Artenschutzgesetz könne für die Lausitz nicht mehr undifferenziert angewendet werden.

Die vom Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ akribisch geführte Statistik scheint den Initiatoren Recht zu geben: 181 getötete, 19 verletzte und 17 verwundete Nutztiere listet die Schadensbilanz allein für 2017 auf. In den erst wenigen Tagen dieses Jahres kommen weitere drei tote Schafe von einer Weide in Spohla bei Wittichenau hinzu. Laut Landratsamt war die Herde mit einem stromführenden Elektrozaun und Flatterbändern geschützt.

Die Petition findet auch im Landtag Unterstützer: 18 Abgeordnete, die bereits ihre Stellungnahme abgegeben haben, stimmen ihr zu und befürworten eine Anhörung, nur drei lehnen sie ab. Zu den Befürwortern gehören die CDU-Abgeordneten Patricia Wissel, Stephan Meyer und Frank Uwe Hirche, auch Thomas Baum von der SPD. „Artenschutz ist sinnvoll, hat aber auch seine Grenzen, spätestens wenn Wölfe für Menschen zur Gefahr werden, Nutztiere reißen und so große Schäden anrichten, dass Existenzen auf dem Spiel stehen“, argumentiert beispielsweise Patricia Wissel. Auch der Dresdener CDU-Abgeordnete und Langebrücker Ortsvorsteher Christian Hartmann begrüßt die Petition.

Auch wenn der Schutz des Wolfes weiterhin wichtig sei, sei es dringend notwendig, über das Thema zu debattieren – und zwar sachlich.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 27 Kommentare

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  1. Wanderer

    War am Wochenende in Rietschen, Wolfszentralland, Frau hatte rotes Mützchen auf. Nix gesehen, nix passiert. Nur viele nichtbeschränkte, sorry nichteingeschränkte Wanderer und Radfahrer mit vielen Kindern gesehen.

  2. sächsischer Schweizer

    @3, Sepp: Sie sind mir ein Auskenner! Merke: das sind keine Schönwettertiere, die sind nicht aus Plüsch, und der Tiergesundheit förderlich ist ein 24h-Aufenthalt auf der Weide allemal, selbst im Winter, es sei denn, es liegt 1/2m Schnee. Die kümmern sich dort selber. Ihr Spruch ist kompletter Unfug, zeugt von Unkenntnis.

  3. GanzSchlechteIdee!

    Die Wölfe werden gebraucht, um bei der aufkommenden Afrikanischen Schweinepest die infizierten kranken Schweine zu vertilgen und den Bestand so auszudünnen, dass die Dichte und damit das Seuchenansteckungsrisiko sinkt! Gerade in Anbetracht dieser durch mangelnde Forschung, Schutzmaßnahmen und Pfusch voranschreitenden Seuche, sind die Wölfe geradezu ein Segen! In Anbetracht der vorherschenden Seuchengefahr ist es geradezu blödsinnig die Wölfe zu erschießen. Lieber sollten Nachzuchtstationen für bedrohte Tier-u.Pflanzenarten Deutschlands und der Welt in der Lausitz entstehen, um Intelligenz, Tourismus,Handwerk und Gastronomie dort zu halten, neu anzusiedeln und der eigenen Verantwortung für das Wohlergehen der Welt nachzukommen!

  4. C.G.

    @8- kein Wolf wird sich an Wildschweine wagen, die sind einfach zu wehrhaft, selbst die weibl. Schweine, von den Ebern ganz abgesehen. Und andere Wildtiere muss der Wolf jagen, dass kostet Energie. Was bleibt dem Grautier dann also übrig?

  5. Thomas

    Und wieviel Rehe, Wildschweine, kleine Säugetiere und Vögel sterben täglich auf den ganzen Autobahnen und Landstraßen in Deutschland? Nach der Zahl der Wildunfälle etwa 200.000 Tiere im Jahr. Da sollten wir schleunigst eine Unterschriftenliste zur Eindämmung der Autoanzahl ins Leben rufen!

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