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Mittwoch, 26.05.2010 15.50 Uhr

15.50 Uhr: In Bauda knicken die Strommasten

Die Techniker haben große Sorgen. Mehrere Hochspannungsmasten sind bei Bauda einfach umgeknickt. „Wie Streichhölzer“, sagt ein Techniker. „Da haben wir jetzt eine Menge Arbeit.“ Die gerissenen Leitungen ragen bis auf die Straßen hinunter und in Grundstücke hinein: Stromausfall in vielen Dörfern.

Auch hohe Bäume knickten einfach um, begruben Straßen, zerschlugen Dächer und Zäune, beschädigten Stromleitungen. Äste und Dachziegel flogen durch die Luft. In nur wenigen Minuten hat der Sturm, der am Pfingstmontag kurz vor 16 Uhr von Mühlberg aus über die Ortschaften Colmnitz und Bauda zog, die Dörfer verwüstet. Ganze Straßenzüge gleichen einem Trümmerfeld. Unglaublich: In Colmnitz wurden Hühner und Kaninchen von umstürzenden Bäumen erschlagen.

Entsetzen auch in Bauda. Nicht nur Privathäuser werden erheblich zerstört, auch in der frisch sanierten Kirche gehen Fenster zu Bruch. Die Kirchturmspitze knickt ab.

Kaum war das Unwetter vorbeigezogen, begannen die Aufräumarbeiten. In einigen Grundstücken ratterten Notstromaggregate. Die Bewohner fingen an, die umgestürzten Bäume zu zersägen und aus ihren Einfahrten und von der Straße zu schaffen. Sie kehrten Glasscherben auf und deckten Löcher in den Dächern provisorisch mit Planen ab. Einige zückten Fotoapparate, um die Schäden an ihren Häusern zu dokumentieren – für die Versicherung. „Die Flut in Dresden war nicht schlimmer als dieses Unwetter“, sagen viele. (jpy)