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Donnerstag, 14.06.2018

Bauern rechnen mit viel weniger Ernte wegen Hitze und Trockenheit

Hitze und Dürre plagen die sächsischen Bauern. Die Verbände rechnen mit erheblichen Ertragseinbußen. Langfristig müssen neue Strategien her.

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© Symbolfoto: Bernd Wüstneck/dpa

Leipzig. Die heiße und trockene Witterung macht den Bauern in Sachsen zu schaffen. In einigen besonders trockenen Regionen müsse schon jetzt mit der Ernte der Wintergerste begonnen werden - 14 Tage früher als normalerweise und damit so zeitig wie nie, sagte Andreas Jahnel, Referent beim Landesbauernverband. Besonders kritisch sei die Lage in Nordsachsen und im Raum Hoyerswerda. Dort sei wegen der extremen Trockenheit bei der Wintergerste mit Ernteeinbußen von 50 Prozent zu rechnen.

„Alles wächst dieses Jahr nicht gut“, sagte Jahnel. Der Raps sei schlecht aus dem Winter gekommen. Für Ertragsprognosen sei es hier aber noch zu früh. Wie sich der Winterweizen entwickele, lasse sich ebenfalls noch nicht abschließend beurteilen.

Auch die Obstbauern sind nicht zufrieden. Die Erdbeerernte verlaufe schwierig. Mancherorts hätten einige Felder für Selbstpflücker wegen der Trockenheit gar nicht erst aufgemacht, sagte Udo Jentzsch, Geschäftsführer des Landesverbandes Sächsisches Obst. Zu Beginn der Erdbeersaison waren die Obstbauern noch optimistisch gewesen. Doch die Trockenheit machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Die Erdbeerernte werde etwa zehn Tage früher als üblich zu Ende gehen.

2018 werde „wider Erwarten“ wohl kein Super-Obst-Jahr, sagte Jentzsch. Recht gut entwickelten sich zumindest die Kirschen. „Da hoffen wir jetzt, dass es keinen Regen gibt. Sonst platzen die Früchte.“ Zur Apfelernte lasse sich noch keine Prognose abgegeben.

Mittel- bis langfristig müssten die Bauern Anpassungsstrategien für das sich verändernde Klima entwickeln, sagte Johannes Franke, Klimaexperte beim sächsischen Landesumweltamt. Im Freistaat habe es 2017 den 21. zu warmen Sommer infolge gegeben. Die Klimaforscher messen das an einem internationalen Referenzwert.

„Und wenn wir uns die Abfolge aller Jahreszeiten seit Sommer 2013 anschauen, war jede einzelne Jahreszeit wärmer als ihr Referenzwert“, sagte Franke. Dazu komme ein Niederschlagsdefizit, das sich ebenfalls schon seit längerem aufgebaut habe. Die Landwirtschaft aber auch den Garten- und Obstbau sowie die Forstwirtschaft stelle das vor Herausforderungen. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

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  1. kf

    Vollkommen egal wie das Wetter ist, es ist immer ein guter Grund um Ernteausfälle zu begründen.

  2. Titania

    Weil die Menschen nunmal irgendwas zu essen brauchen? Das ist naturbedingt ein Bangen und Hoffen. Ist die Ernte schlecht, gibts nichts zu verkaufen, ist die Ernte gut, sinken die Preise. Landwirtschaft, Gemüse- und Obstbau sind mit einem gewissen Dilemma behaftet.

  3. Peter

    Als langjähriger Gärtner kann ich bestätigen, dass die Trockenheit in diesem Jahr extrem ist. Schon Winter u. Vorfrühling waren sehr trocken, es gab kaum Regen o. Schnee, so dass mehrere Gehölze vertrockneten. April und Mai waren ca. 5 °C zu warm und viel zu trocken. Wenn ich ein Loch grabe, ist es bis in 1 m Tiefe sehr trocken, und dabei habe ich einen Lehm-Ton-Boden. Die meisten (Klein-)Gärtner haben noch den Vorteil, dass sie einen Wasseranschluss haben u. in Trockenphasen bewässern können. Doch die allermeisten Landwirte haben keine Möglichkeit, ihre Felder o. Plantagen zu bewässern.

  4. Peter Pelikan

    The same procedure as every year. ...irgendwas paßt in jedem Jahr nicht... ;-)

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