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Freitag, 08.09.2017

Welcher Neuwagen ist zukunftssicher?

Der Verkehrsclub Deutschland hat eine Liste umweltfreundlicher Autos erstellt. Unter den 34 Modellen ist kein Diesel.

Von Andreas Rentsch

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© Hersteller

  • Lifestyle-Auto: Der C4 Cactus Pure Tech 75 von Citroën ist einer von 13empfehlenswerten Benzinern.
    Lifestyle-Auto: Der C4 Cactus Pure Tech 75 von Citroën ist einer von 13 empfehlenswerten Benzinern.
  • Sparmobil: Den Toyota Prius gibt es schon in der vierten Generation. Der Hybrid-Pionier gilt als zuverlässig.
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  • Familienkombi: Der Audi A4 Avant G-Tron 2.0 TFSI DSG fährt mit Erdgasmotor, der 170 PS leistet.
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  • Stadtflitzer: Der VW e-up! fährt komplett elektrisch bis zu 160 Kilometer weit, kostet aber 26900 Euro.
    Stadtflitzer: Der VW e-up! fährt komplett elektrisch bis zu 160 Kilometer weit, kostet aber 26 900 Euro.

Wohl dem, der derzeit mit dem Kauf seines Neuwagens warten kann. So zumindest sieht es Gerd Lottsiepen vom ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland (VCD). Zu groß sei das Risiko, selbst mit einem modernen Euro-6-Diesel bald von einem Fahrverbot in Städten betroffen zu sein. Auch durch den Kauf eines Benziners sei man nicht aller Sorgen ledig, warnt Lottsiepen. Das Problem hier: die ab Herbst 2018 geltende Partikelfilter-Pflicht für bestimmte Motorentypen.

Bei der Suche nach zukunftssicheren Autos könnte die „Auto-Umweltliste“ helfen, welche der Verkehrsclub am gestrigen Donnerstag vorgestellt hat. In der Übersicht werden Pkw aufgeführt, die effizient sind, nicht zu viel Fahrlärm verursachen, im realen Fahrbetrieb weniger als 150 Gramm pro Kilometer ausstoßen und auch in einigen Jahren noch durch jede Umweltzone in Deutschland fahren dürfen. 34 Modelle erfüllen die Kriterien. Davon haben sechs einen Benzinhybrid- und zehn einen reinen Elektroantrieb, 13 fahren mit Benzin, weitere fünf mit Erdgas (CNG). Diesel werden nicht empfohlen.

Kaum ein Hersteller habe mit Daten belegen können, dass die Stickoxid-Grenzwerte seiner Modelle auch im realen Fahrbetrieb eingehalten werden, begründet der Verkehrsclub diese Entscheidung. Eine Ausnahme gab es jedoch: den Mercedes E220d. Die Limousine ist trotzdem nicht in die Positivliste aufgenommen worden – wegen des zu hohen Spritverbrauchs und der Annahme, dass alle Diesel von Fahrverboten betroffen sein könnten, solange es keine blaue Plakette für besonders umweltfreundliche Exemplare gibt.

Bei Benzinern empfiehlt der Verkehrsclub ausschließlich Fahrzeuge mit Saugmotor. Dazu zählen etwa der Citroën DS Pure Tech 82, aber auch der Renault Clio TCe/Grandtour oder der VW up! 1.0 BMT. Direkteinspritzer würden nicht empfohlen, weil es noch keine Modelle mit Partikelfilter gebe, so Gerd Lottsiepen. Doch die zusätzliche Technik werde wegen eines neuen Grenzwerts ab Herbst 2018 zum Standard: „Wir können Kunden nur raten, jetzt keine direkteinspritzenden Benziner ohne Filter mehr zu kaufen.“

Als gute Alternativen zu Benzinern und Dieseln sehen die Macher der Umweltliste Hybridautos, aber auch Erdgasfahrzeuge. Mit der bis 2026 verlängerten Steuervergünstigung habe komprimiertes Erdgas eine letzte Chance, um durchzustarten, heißt es beim VCD. Profitieren könnte hiervon der VW-Konzern: Alle fünf der in der Liste genannten Erdgasautos werden von Audi und Volkswagen gebaut. Darunter sind auch familientaugliche Kombis wie der Audi A4 G-Tron 2.0 TFSI DSG.

Trotz der zuletzt wieder steigenden Zulassungszahlen ist der Anteil von Erdgasfahrzeugen am Gesamtmarkt noch immer extrem gering. Gleiches gilt für Elektroautos und – auf etwas höherem Niveau – für Hybridmodelle. Insgesamt hätten Autos mit alternativen Antrieben im zweiten Quartal 2017 einen Anteil von 5,1 Prozent an allen Pkw-Neuzulassungen in Europa gehabt, meldet der Herstellerverband ACEA. Die vom VCD empfohlenen Modelle kommen in Deutschland auf einen Marktanteil „im niedrigen einstelligen Bereich“, schätzt Branchenexperte Stefan Bratzel.

Als Hemmnisse für die größere Verbreitung von E-Autos gelten vor allem der hohe Anschaffungspreis, die vergleichsweise geringe Reichweite und das zu dünne Netz von Stromtankstellen. (mit hko)

››› Die Auto-Umweltliste des VDC 2017/2018 (PDF-Dokument)

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. HorstS

    Was hat den der "Verkehrsclub Deutschland" mit 55000 Mitgliedern für eine Relevanz? Da hat ja der „Verband Deutscher Brieftaubenzüchter“ mehr Mitglieder. Wann wird von den Brieftaubenzüchtern die nächste Pressmitteilung veröffentlicht? Alles nur Marketing.

  2. Max

    Für die Sachsen empfehle ich einen Diesel der Modellreihe "Jetzt erst recht" der 3. bzw. 4. Generation. Das enstpricht ungefähr deren Einstellung.

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