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Montag, 31.07.2017

Neugeborenen-Test auf Diabetes

Immer mehr Kinder erkranken an Diabetes Typ 1. Sachsen erprobt deshalb einen Gentest.

Tests schon in der Klinik.
Tests schon in der Klinik.

© zb

Forscher erproben derzeit Methoden zur Früherkennung von Typ-1-Diabetes bei Neugeborenen. In Sachsen, Niedersachsen und Bayern laufen dazu Pilotstudien. „Wir wollen Familien ersparen, vom Typ-1-Diabetes und möglichen schweren Entgleisungen des Stoffwechsels überrascht zu werden“, sagt Professor Ezio Bonifacio aus Dresden, Leiter der Studie.

Seit Herbst letzten Jahres wurden an 21 Kliniken in Sachsen 4 200 Säuglinge im Rahmen des Neugeborenenscreenings auf Diabetes-Risikogene getestet. Den Kindern wird ohnehin etwas Blut aus der Ferse entnommen, um es auf Krankheiten zu untersuchen. Das Gen zu haben, heiße noch nicht, dass die Krankheit auch ausbricht, so Bonifacio. Ihr Risiko sei aber 25-mal höher.

Manche Experten sehen das Screening jedoch kritisch. Die Krankheit lasse sich mit dem Test nicht verhindern, betont Professor Andreas Neu, Kinderdiabetologe am Uniklinikum Tübingen. Denn Diabetes ist nicht heilbar. Ein anderer Weg wird daher in Stuttgart erprobt: Dort setzt man auf Aufklärung von Eltern, Erziehern und Lehrern über die Diabetes-Warnzeichen: oft unstillbarer Durst, starker Harndrang, Einnässen, Gewichtsabnahme, Abgeschlagenheit und Bauchschmerzen. (sw)