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Montag, 12.02.2018

Fasten für Klima oder Gesundheit

Wozu dient die Fastenzeit vor Ostern? Eine Krankenkasse hat die Gesundheit ihrer Versicherten im Blick, die Nordkirche will das Klima retten. Während die einen auf Schokolade und Alkohol verzichten, wollen andere den Kuchenteig mit der Hand rühren.

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Mehrere Wochen ohne Süßigkeiten zu leben, finden viele Menschen offenbar sinnvoll.
Mehrere Wochen ohne Süßigkeiten zu leben, finden viele Menschen offenbar sinnvoll.

© Daniel Naupold/dpa

Hamburg. Mehr als die Hälfte der Deutschen hält es einer repräsentativen Umfrage zufolge für eine gute Idee, in der Fastenzeit auf ein bestimmtes Genussmittel oder Konsumgut zu verzichten. Mehrere Wochen ohne Süßigkeiten, Alkohol, Fleisch oder Fernsehen zu leben, finden 43 Prozent sinnvoll, 14 Prozent sogar sehr sinnvoll, ergab eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der DAK-Gesundheit. Für zeitweise verzichtbar halten die Befragten zum Teil auch das Rauchen, das Internet und das Auto.

Von diesen Formen des Fastens versprechen sich die Befragten weniger Stress und mehr Zeit für sich und Freunde. „Wichtig ist es, sich beim Fasten ein möglichst konkretes Ziel zu setzen und einen Plan zu haben, um dieses Ziel zu erreichen“, empfiehlt die DAK-Psychologin Franziska Kath. Die Fastzeit beginnt am Aschermittwoch (14. Februar) und dauert 40 Tage.

Die Nordkirche berücksichtigt diesen Rat. Sie ruft zusammen mit acht weiteren evangelischen Landeskirchen und dem katholischen Bistum Hildesheim zum „Klimafasten“ ab Aschermittwoch auf. In der traditionellen Passionszeit sollen die Gläubigen nicht allein der Leiden Christi gedenken, sondern auch weniger klimaschädliches Kohlendioxid produzieren. „Der Klimawandel bedroht nicht nur das menschliche Leben auf unserem Planeten, sondern die ganze Schöpfung“, erklärte Landesbischof Gerhard Ulrich. Die Aktion steht unter dem biblischen Leitsatz „So viel du brauchst“, der schon als Motto für den Kirchentag 2013 in Hamburg diente.

In einer Fastenbroschüre ermuntern die Kirchen zum Fahrradfahren, zum Trinken von Leitungswasser oder zum Kochen mit Resten. Wer ein Zeichen für einen schöpfungsgemäßen Lebensstil setzen wolle, könne auch die Zimmertemperatur um ein Grad absenken, die Wäsche mit 30 statt 40 Grad waschen oder den Kuchenteig von Hand rühren. Es geht nicht nur um das Energiesparen. „Während des Klimafastens kann zudem jede und jeder erleben, wie wohltuend und entlastend ein einfacher Lebensstil sein kann“, sagte der Umweltbeauftragte der Nordkirche, Pastor Jan Christensen. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

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  1. Thomas

    Kleine Anmerkung zum Text: Zwischen dem Aschermittwoch (14. Februar) und Ostern (1. April) liegen dieses Jahr genau 46 Tage. Es zählen nämlich nur die 40 Wochentage zur Fastenzeit dazu. Alle 6 Sonntage zwischen Aschermitwoch und Ostern sind somit von der Fastenzeit ausgenommen.

  2. schöpfungsgemäßer Lebensstil?

    Was soll denn "ein schöpfungsgemäßer Lebensstil" sein? Wer an die Schöpfungslehre glaubt, dem kann doch die Klimaerwärmung und all seiner Folgen egal sein. Ein Fingerschnipp von GOTT und alles ist doch wieder in Butter. CO2 - ich bin dabei!

  3. Titania

    Ich habe meine Zimmertemperatur bereits auf 19° gesenkt, esse kaum Fleisch, fliege nicht. Trotzdem steigt er weltweite C02-Ausstoß. Ich glaube, jetzt hilft wirklich nur noch beten.

  4. Juliane

    Also morgen zum Faschingsdienstag noch mal ordentlich den Bauch vollschlagen mit Pfannkuchen und ab Mittwoch fasten: Auf Zucker verzichten und gnadenlos unausstehlich sein.

  5. fingerschnipp

    Ja, ein Fingerschnipp von Gott- mal ein ordentlicher Vulkanausbruch - wie auf Hawaii z.B. mit richtigem Rauch... Ich kann mir nicht vorstellen, das sowas in Paris erlaubt worden wäre. Der Mensch denkt und fastet für das Klima - und Gott lacht...

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