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Samstag, 04.11.2017

Zweiter Preis für Heimatforscher

Der Geschichtsverein TÜP Königsbrück hat zu Atomraketen der Sowjetunion geforscht. Seine Arbeit ist nun 2000 Euro wert.

Zur Geschichte der Stadt Königsbrück gehört auch die des Truppenübungsplatzes. Eine Arbeit darüber wurde jetzt ausgezeichnet.
Zur Geschichte der Stadt Königsbrück gehört auch die des Truppenübungsplatzes. Eine Arbeit darüber wurde jetzt ausgezeichnet.

© René Plaul

Königsbrück. Der mit insgesamt 8.250 Euro dotierte Sächsische Landespreis für Heimatforschung ist zum zehnten Mal verliehen worden. Im Dresdner Stadtmuseum gehörten auch Christof Schuster, Matthias Karthe und Thomas Petzold vom Geschichtsverein Truppenübungsplatz Königsbrück zu den Geehrten. Ihre Publikation: „Tarnname KOLYBEL. Sowjetische Atomraketen in der Oberlausitz“ (die SZ berichtete am 26. September 2016 auf Seite 15) wurde mit dem 2. Preis und 2000 Euro Preisgeld ausgezeichnet. Die Jury lobte die Akribie der Heimatforscher bei der Bewältigung eines noch nachwirkenden Themas aus der jüngsten Vergangenheit.

Die Jury hatte 159 Arbeiten von Heimatforschern zu bewerten, darunter 30 Beiträge von Schülerinnen und Schülern. Der älteste Teilnehmer zählt 92 Jahre, die jüngsten Teilnehmer besuchen die dritte Klasse an der Grundschule. Eingereicht haben die Forscher Bücher und Broschüren, aber auch DVDs, Filme und Internet-Präsentationen zur Orts-, Regional- und Landesgeschichte, zur Industrie- und Technikgeschichte, zu Kunstgeschichte und Volkskunst, zu Festen und Bräuchen sowie zu Themen des Natur- und Umweltschutzes.

Insgesamt wurden in den zehn Jahren des Wettbewerbs 1 353 Arbeiten zur Begutachtung eingereicht. Die Palette der Berufe der Freizeit-Forscher reicht von A wie Abwasser-Ingenieur bis Z wie Zoologe. An Preisgeldern wurden seit 2008 rund 80 000 Euro ausgezahlt. Der Jury gehören Vertreter des Kultusministeriums, des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde, des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz, der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek sowie der Landeszentrale für politische Bildung an. Der elfte Wettbewerb läuft von Februar bis Mai 2018.

Der 1. Preis 2017, der mit 3000 Euro dotiert ist, ging an Dr. Jürgen Herzog aus Torgau für seine Arbeit „Vorreformatorische Kirche und Reformation in Torgau“. Den 3. Preis (1 500 Euro)  teilen sich Thomas Sobczyk (Hoyerswerda) und Andreas Bültemeier (Strahwalde) für ihre Arbeit „Denkmale in den Oberlausitzer Wäldern“. Schülerpreise gingen nach Rothenburg, Grimma, Geithain und Johanngeorgenstadt. Außerdem gab es zahlreiche Büchergutscheine – u.a. für Hans-Joachim Gawor aus Königswartha für seine Arbeit „Von der Witka bis zur Weißen Elster. Fünfhundert Kilometer Grenzsteinsuche entlang der sächsisch-preußischen Grenze von 1815.“ (SZ)