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Samstag, 09.04.2016

„Zupackend, pünktlich, kollegial“

Bewerbungen müssen nicht nach Schema F verfasst sein. Ein paar Tipps, was erlaubt ist – und die Chancen erhöht.

Von Bettina Levecke

Anschreiben, Lebenslauf, Arbeitszeugnisse – so sieht die normale Bewerbung aus. „Auch Online-Bewerbungen, die über Arbeitgeber-Portale ausgefüllt werden, gehörten dazu, sagt Jürgen Zech, Karriereberater aus Köln. Um sich abzuheben, braucht es Kreativität.

Das gewisse Extra

Wer sich online bewirbt, sollte auf den Anhang achten: Neben Lebenslauf oder Zeugnissen kann dort etwas persönlich Gestaltetes hochgeladen werden, etwa ein PDF mit Arbeitsproben. Wer sich im Reisebüro bewirbt, zeigt mit einer Grafik, welche Orte der Welt er schon bereist hat. „Redakteure, die sich bei einer Zeitung bewerben, können ein Interview mit sich selbst im Zeitungsstil kreieren“, sagt Zech. Ähnliches gilt für die Bewerbung per Post. Jürgen Hesse, Karrierecoach aus Berlin, empfiehlt, Kontraste zu setzen. „Ein besonderes Papier oder Format oder eine besondere Farbe oder Schrift, nicht alles zusammen.“ Wer im kreativen Bereich arbeitet, kann das Anschreiben in einer selbst entworfenen Schrift gestalten oder den Lebenslauf mit grafischen Elementen darstellen.

Das Edel-Anschreiben

Es fallen die Bewerbungen auf, die klar strukturiert sind. Statt eines Anschreibens in Romanlänge und seitenlanger Detailverliebtheit im Lebenslauf sollten Sie sich auf die Punkte konzentrieren, die Sie für den Job prädestinieren. Dabei sei es clever, Worte aus der Jobanzeige wie teamfähig und zuverlässig zu wiederholen. Bewerbungscoach Christine Werner empfiehlt, ein Kurzprofil im Lebenslauf unterzubringen. Beispiel? „Marika Muster, Gärtnerin mit Blick fürs Ganze, zupackend, pünktlich, kollegial“ oder „Emil Exempel, Diplom-Sozialarbeiter mit langjähriger Erfahrung in der Jugendarbeit, empathisch, zuverlässig, krisenfest“.

Überraschungs-Angriff

Wer sich nicht nur auf die digitale oder postalische Bewerbung verlassen möchte, sollte selbst aktiv werden, sagt Hesse. Ein Konditor kann ein kleines Törtchen vorbeibringen, um seine Backkunst zu demonstrieren. Wichtig sei es, eine Visitenkarte mit den Kontaktdaten und eine Internetadresse mit weiterführenden Informationen zu hinterlassen. Drei Punkte seien wichtig: Wer bin ich? Was habe ich bisher gemacht? Warum passe ich in den Betrieb?

Gießkannen-Prinzip

Wer offen für verschiedene Arbeitgeber ist, kann seine Bewerbungs-Taktik breit aufstellen. Zech empfiehlt einen hochwertigen und aussagekräftigen Flyer mit Foto und Mini-Lebenslauf. Wichtig ist es, sich bei der angesprochenen Person nach zwei bis drei Wochen telefonisch noch einmal in Erinnerung zu rufen.

Das besondere Foto

Egal, für welchen Job man sich bewirbt: Ein Foto aus dem Automaten geht gar nicht, sagt Zech. „Ein gutes Bild ist in vielen Bewerbungen schon die halbe Miete.“ (dpa)