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Donnerstag, 14.06.2018 Aus dem Gerichtssaal

Zündeln führt zur Anklage

Drei Waldheimer Jugendliche standen wegen des Versuchs der Brandstiftung vor Gericht. Das Verfahren wird fortgesetzt.

Von Helene Krause

© Symbolbild/dpa

Waldheim/Döbeln. Wegen des Versuchs der schweren Brandstiftung müssen sich drei Jugendliche aus Waldheim vorm Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Döbeln verantworten. Einem der Drei wird zusätzlich noch der Besitz dreier verbotener Waffen und der strafbare Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen vorgeworfen. Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Beamten in einem Schieber seiner Schrankwand zwei Schlagringe, ein Butterflymesser und drei Feuerwerkskörper, die ohne Kennzeichen waren.

Die Angeklagten sollen in der Nacht des des 4. April 2017 in einer Asylunterkunft an der Hauptstraße in Waldheim versucht haben, eine Gardine, die aus einem Erdgeschossfenster hing, abzureißen. Als ihnen das nicht gelang, soll einer der Drei sie angezündet haben. Weil ein Fahrzeug kam, löschten sie das Feuer und gingen. Minuten später sollen sie zurückgekehrt sein. Der Angeklagte, der zuvor schon gezündelt hatte, soll dann die Gardine erneut angebrannt haben. Weil der Vorgang von der gegenüberliegenden Straßenseite beobachtet wurde, löschten sie das Feuer und verließen den Tatort.

Dass er die Waffen und die Feuerwerkskörper zu Hause hatte, gesteht der Angeklagte und auch, dass er die Gardine zweimal angezündet hat. Einstimmig schildern die Beschuldigten die Tat, wie sie in der Anklageschrift steht. Allerdings sagen sie, dass die Gardine, als sie den Tatort verließen, nicht mehr gebrannt habe. Das bestätigen auch die Zeugen, die von den „bunten Häusern“ aus die Tat beobachteten. Die Asylbewerberin, die zur Tatzeit in der Wohnung lebte, in der die Gardine angezündet wurde, sagt dagegen: „Ich kam ins Bad. Die Gardine brannte an einem kleinen Rand. Ich nahm einen Eimer mit Schmutzwasser, der in der Badewanne stand, und schüttete das Wasser auf den Brandherd.“ Eine Bekannte aus den bunten Häusern hatte sie zuvor angerufen und den Brand gemeldet.

Das Verfahren wird fortgesetzt. Dann wird ein weiterer Zeuge gehört und die Gardine als Beweismittel angeschaut.