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Mittwoch, 04.04.2018

Ziel ist die Titelverteidigung

Rennfahrer Stefan Genscher hat in Spanien seine Motorräder getestet. Bei den Rennen schwört er jedoch auf Teamarbeit.

Im vergangenen Jahr konnte sich das Motorsportteam BiPro Legends um Stefan Genscher über den Gewinn der deutschen Langstreckenmeisterschaft im German Endurance Cup (GEC) freuen. Auch in diesem Jahr soll es mit der Meisterschaft klappen.
Im vergangenen Jahr konnte sich das Motorsportteam BiPro Legends um Stefan Genscher über den Gewinn der deutschen Langstreckenmeisterschaft im German Endurance Cup (GEC) freuen. Auch in diesem Jahr soll es mit der Meisterschaft klappen.

© BiPro Legends

Waldheim. Lange ist es nicht mehr hin bis zum Saisonauftakt. Am 20. April fällt in Most (Tschechien) der Startschuss für den Reinsdorfer Motorsportler Stefan Genscher und sein Team BiPro Legends. Im Vorjahr konnte das Team die deutsche Langstreckenmeisterschaft im German Endurance Cup (GEC) gewinnen. Die Meisterschaftsläufe werden auf Rennstrecken in Deutschland, der Tschechischen Republik, Ungarn, Frankreich und der Slowakei ausgetragen. Gefahren werden Distanzen zwischen zwei und acht Stunden oder 500 beziehungsweise 1000 Kilometer. Zur Saisonvorbereitung war Stefan Genscher für ein Wochenende in Spanien und hat die beiden Motorräder des Teams getestet.

Stefan Genscher, wo haben Sie ihre Motorräder getestet?

In Aragón, auf dem Grand-Prix-Kurs unweit von Barcelona. Wir haben drei Tage getestet und sind pro Tag etwa 250 Kilometer gefahren.

Worauf kommt es besonders an?

Das Hauptaugenmerk liegt darauf, dass alle Bauteile funktionieren. Es werden zum Beispiel die Reifen probiert und die Bremsen getestet. Wichtig war, dass die neue Elektronik von Yoshimura unter Einsatzbedingungen getestet wurde. Wir haben das gesamte elektronische System umgestellt.

Was ist daran anders als bei der bisherigen Variante?

Das System von Yoshimura ist für die Langstreckentechnik besser geeignet. Es hat weniger Bauteile und ist deshalb weniger störanfällig. Eventuelle Fehler lassen sich schneller beheben. Die andere Elektronik war ebenfalls sehr gut, aber bei Langstreckenrennen zählt im Fall eines Sturzes die Schnelligkeit, das Motorrad wieder herzustellen. Und da bietet der neue Anbieter das kompaktere System. Das Motortuning basiert ebenfalls auf Yoshimura, sodass wir ein geschlossenes System haben.

War die gesamte Mannschaft in Spanien?

Nein, wir waren zu dritt. Günther Schneider hat die Motorräder im Kleinbus runtergefahren. Außerdem waren noch Matthias Schwarz und ich vor Ort.

Sie sind die Tests allein gefahren?

Ja. Mit beiden Motorrädern im Wechsel. Das waren zwar ordentlich Kilometer, aber es hat großen Spaß gemacht. Das ist in der Saisonvorbereitung auch hilfreich, weil man sich mit der Maschine vertraut machen und schon vor dem ersten Rennen etwaige Wehwehchen ausmerzen kann. Gleichzeitig war das auch ein klein wenig Urlaub. Gerade, wenn man an der Küstenstraße entlang fährt, oder Barcelona besucht. Es war ein guter Auftakt, nach dem wir entspannt in die Saison starten können.

Wie sind die Planungen für dieses Jahr?

Am 20. April starten wir beim ersten Rennen der deutschen Langstreckenmeisterschaft GEC in Most. Danach geht es weiter im Mai auf dem Lausitzring. Insgesamt stehen acht Läufe auf dem Programm, die wir möglichst alle fahren wollen. Eventuell kommen noch ein oder zwei Läufe der Europameisterschaft dazu, doch das steht noch nicht ganz fest. Das wird sich nach den ersten beiden GEC-Rennen herauskristallisieren.

Wer wird neben Ihnen als Fahrer fungieren?

Das ist Uwe Kantimm aus Celle. Wir kennen uns schon von früheren Gelegenheiten, Uwe ist auch schon für unser Team gefahren. Drei Fahrer wären sicher besser, doch für die GEC kommt man auch mit zwei Fahrern aus. Größtenteils handelt es sich um Zwei-Stunden-Rennen, das ist mit zwei Fahrern zu bewältigen. Dumm wird es nur, wenn von den zwei Fahrern einer ausfällt. Vielleicht ergibt sich auch im Laufe der Saison etwas.

Wie viele Teams gehen an den Start?

Ich schätze, dass es etwa 35 Teams sein werden. Vor dem Saisonstart ist das immer schwer zu sagen. So richtig sieht man das erst beim ersten Rennen.

Mit welcher Maschine fahren Sie?

Die Maschine ist wie in der vergangenen Saison eine Suzuki GSX-R 1000. Wir haben zwei baugleiche Motorräder dieses Typs. Bei den Rennen kommt jeweils eins davon zum Einsatz.

Darf die Maschine während des Rennes gewechselt werden?

Nein. Sie muss jeweils vor dem Rennen benannt werden. Sollte etwas passieren, dürfen Teile ausgetauscht und repariert werden, der Rahmen selbst muss bleiben.

Wie lautet die Zielstellung?

Deutscher Meister wie im vergangenen Jahr. Der Titel soll es wieder werden. Wir haben hoffentlich alles ausgemerzt und hoffen, gut durch die Saison zu kommen. Der Spaß und ein abrechenbares Ergebnis, auf diese beiden Sachen legen wir wert.

Haben Sie zwischen den einzelnen Läufen Zeit, um weitere Trainings zu absolvieren?

Eigentlich kaum. Man kann am Rennwochenende vor dem ersten Start noch trainieren, ansonsten eher nicht. Deswegen war die Reise nach Aragon wichtig, um die Maschinen auf Herz und Nieren zu prüfen.

Und Uwe Kantimm stößt dann zu den Rennwochenenden dazu und bestreitet die Rennen aus der „Kalten“?

Im Grunde genommen ist das so. Er fährt aber ebenfalls bei anderen Meisterschaften eine Suzuki GSX-R und ist deshalb firm auf diesem Modell. Er ist ein altgedienter Rennfahrer.

Wer gehört alles zum Team der BiPro Legends?

Das sind Mandy Schulz, David Richter, Günther Schneider, Matthias Schwarz, Thomas Schwarz, Wilfried Teicher, Armin Möbius, Dirk Dietrich, Falk Behrenz sowie die beiden Fahrer Uwe Kantimm und Stefan Genscher. Das Team spielt schon eine große Rolle. Jeder hat seine Aufgabe. Nur wenn alles ineinandergreift, können wir etwas erreichen.

Gespräch: Frank Korn