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Samstag, 14.07.2018

Zeitig kümmern hilft bei Ferienjobs

Die meisten Praktikumsstellen für die Sommerferien sind im Frühjahr schon weg. Doch vereinzelt können Jugendliche auch jetzt noch Glück haben.

Von Jörg Richter

Timmy Held ist einer der wenigen Großenhainer Firmenchefs, die noch Ferienjobber in diesem Sommer suchen.
Timmy Held ist einer der wenigen Großenhainer Firmenchefs, die noch Ferienjobber in diesem Sommer suchen.

© Kristin Richter

Großenhain. Die zweite Ferienwoche neigt sich dem Ende. Aber es ist noch nicht zu spät für Jugendliche, sich einen Ferienjob zu suchen. Auch wenn die meisten weg sind. Doch mit Geduld und Hartnäckigkeit können Schüler in Großenhainer Handwerksbetrieben durchaus noch eine bezahlte Praktikumstelle finden.

So wie zum Beispiel in der Firma Metallbau T. Held. „Ja, ich suche noch jemanden für die letzte Ferienwoche“, sagt Inhaber Timmi Held. Für die ersten fünf Wochen hat es bereits Praktikanten gegeben, die in den Schlosserberuf hineinschnuppern wollen und dabei auch noch Geld verdienen. Er zahlt seinen Ferienjobbern immerhin sieben Euro Stundenlohn. Üblich sind in vielen anderen sächsischen Betrieben etwa fünf Euro. Held möchte den Schülern damit zeigen, dass man im Handwerk gut verdienen kann, wenn man sich anstrengt. „Gute Schlosser kriegt man nicht mehr unter 13 Euro pro Stunde“, sagt der Metallbau-Chef.

Viele Handwerksbetriebe seiner Branche suchten händeringend nach Lehrlingen. Die Ferienjobs seien die beste Gelegenheit für Schüler, sind auszuprobieren und zu testen, ob der Beruf etwas für sie ist. „Leider gibt es dafür keine richtige Ferienjobbörse“, bedauert Held. Dann wäre es einfacher für Schüler, Praktikumsstellen zu finden. So bleibt ihnen nur die Möglichkeit, zum Telefon zu greifen oder selbst vor Ort nachzufragen. Doch bitte nicht auf den letzten Drücker. „Drei Tage vorher anzufragen, ist schwierig“, sagt er. „Besser wären schon zwei Wochen.“

Auch Metallbauer Sebastian Kokisch zahlt seinen Ferienjobbern sieben Euro die Stunde. Allerdings hat er für diese Sommerferien bereits ausreichend Praktikanten. „Wir müssen ja auch unseren drei Lehrlingen noch etwas Arbeit lassen“, sagt Kokisch. Dass Schüler die Ferienjobs nutzen, um Berufe in der Praxis kennenzulernen, findet er eine gute Sache. Etwa jeden fünften seiner 23 Mitarbeiter hat er so für sich gewinnen können. Allerdings seien die Plätze für die Sommerferienjobs erfahrungsgemäß schon lange vergeben. Kokisch: „Die Schüler stehen schon im Frühjahr bei uns Schlange.“

Michael Scheibe, Inhaber des gleichnamigen Rehateams, das seit 1978 Autos behindertengerecht umbaut, nimmt ebenfalls jeden Sommer einen Ferienjobber. Allerdings nur für eine Woche. Und der ist schon vergeben. Denn in einer Spezialfirma wie seiner bedeute das meistens auch zusätzliche Arbeit für die Angestellten. Scheibe: „Wenn einer noch nie mit einem Schraubenzieher gearbeitet hat, muss man immer dahinterstehen.“ Das sei auch ein Grund, warum er nur 15- bis 16-jährige Schüler als Ferienjobber annimmt.

In anderen Branchen gibt prinzipiell wenig bis gar keine Ferienjobs. Unter anderem in der Landwirtschaft. Gerade in landwirtschaftlichen Betrieben, die sich auf Pflanzenproduktion spezialisiert haben, wird kaum noch etwas von Hand gemacht. Dort ist oft auch ein Traktor-Führerschein von Nöten. Doch den haben die wenigsten Jugendlichen. Fehlanzeige für Ferienjobs auch in den Verkaufsmärkten. Wie Kaufland Großenhain und Lidl Radeburg bestätigen, nehmen die Märkte nur Jugendliche im Rahmen des Schulpraktikums an.