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Samstag, 12.11.2016

Zastrow nur noch zweite Wahl

Der langjährige Landeschef der Liberalen, Holger Zastrow, wird für seine Partei nicht in den Bundestagswahlkampf ziehen.

Von Kay Haufe

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Holger Zastrow (FDP) wollte Direktkandidat für die FDP bei der Bundestagswahl werden. Doch daraus wird nichts.
Holger Zastrow (FDP) wollte Direktkandidat für die FDP bei der Bundestagswahl werden. Doch daraus wird nichts.

© Sven Ellger

  • Holger Zastrow (FDP) wollte Direktkandidat für die FDP bei der Bundestagswahl werden. Doch daraus wird nichts.
    Holger Zastrow (FDP) wollte Direktkandidat für die FDP bei der Bundestagswahl werden. Doch daraus wird nichts.
  • Christoph Blödner wird für die Liberalen um ein Mandat im Wahlkreis 160 kämpfen.
    Christoph Blödner wird für die Liberalen um ein Mandat im Wahlkreis 160 kämpfen.
  • Stadtrat Jens Genschmar (Foto) verlor seine Direktkandidatur im zweiten Dresdner Wahlkreis deutlich gegen Robert Malorny.
    Stadtrat Jens Genschmar (Foto) verlor seine Direktkandidatur im zweiten Dresdner Wahlkreis deutlich gegen Robert Malorny.

Dresden. Da wurde am Sonnabend eine Ikone vom Sockel gestoßen: Statt FDP-Landeschef Holger Zastrow wählten die Dresdner Liberalen den erfolgreichen Lego-Unternehmer Christoph Blödner zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl 2017. Zwar waren beim Kreisparteitag zwei Wahlgänge nötig, und die Mehrheit war mit 20 zu 19 Stimmen am Ende hauchdünn. Doch es war ein klares Signal, dass sich die Partei künftig breiter aufstellen und nicht nur auf eine Person konzentrieren will.

Zastrow, der Sachsens FDP seit 17 Jahren führt, nahm die Entscheidung sichtbar erschüttert zur Kenntnis. „Das wird erhebliche Konsequenzen haben. Welche, kann ich jetzt noch nicht sagen.“ Für ihn wird es ohne Mehrheit im Wahlkreis wohl auch keinen aussichtsreichen Listenplatz geben. „Ich habe der Partei ein Angebot gemacht, aber die hat sich anders entscheiden. Jetzt haben offenbar Jüngere das Sagen“, sagte Zastrow und bezog sich damit auf viele Jungliberale, die Blödner unterstützt hatten. Als einen Punkt, der ihn Stimmen gekostet habe, führte Zastrow die Rückendeckung für Stadtrat Jens Genschmar an. Dieser wurde während des Parteitages von FDP-Kreischef Holger Hase konkret auf seine Sympathien für Pegida angesprochen. Genschmar hielt dagegen, dass er sich montags nur ein Bild von den Leuten machen wolle, die dort hingingen. „Rechts von mir gibt es in dieser Partei nichts“, sagte Hase, der sich im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge engagiert. „Wir wollen den rechten Rand nicht integrieren, sondern uns klar von ihm abgrenzen.“ Genschmar verlor in der Folge seine Direktkandidatur im zweiten Dresdner Wahlkreis deutlich gegen Robert Malorny.

Für Lego-Händler Christoph Blödner, der monatlich 1,5 Tonnen gebrauchte bunte Plastiksteine mit seinen 17 Mitarbeitern sortiert, um die Steine erneut zu verkaufen, ist nun eine klare Linie der FDP wichtig. 2013 war der 34-Jährige bereits stellvertretender Kreisvorsitzender und bis 2014 auch Vorsitzender. Von 2010 bis 2012 saß er im Bundesvorstand der Jungliberalen.