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Samstag, 10.02.2018

Zähe Verhandlungen sprengen Zeitplan

An der Lößnitzstraße soll die 148. Grundschule gebaut werden. Stadt und Drewag stritten lange um den Kaufpreis. Denn unter dem Areal schlummert etwas.

Von Sarah Herrmann

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Die 148. Grundschule kann erst im Schuljahr 2020/21 eröffnet werden. Denn die Verhandlungen um das Baugrundstück auf der Lößnitzstraße haben lange gedauert.
Die 148. Grundschule kann erst im Schuljahr 2020/21 eröffnet werden. Denn die Verhandlungen um das Baugrundstück auf der Lößnitzstraße haben lange gedauert.

© Visualisierung: nitschke + kollegen architekten

Nun hat die Tinte den Weg auf den Kaufvertrag gefunden. Bereits seit Jahren steht der Ankauf einer Fläche auf der Lößnitzstraße im Raum. Dort soll die 148. Grundschule eröffnet werden. Die Plätze werden dringend gebraucht. Schnell. Allerdings verliefen die Verhandlungen mit dem bisherigen Eigentümer, den Stadtwerken Drewag, alles andere als rasant. Knackpunkt war der Preis, den die Drewag verlangte und die Stadt nicht zahlen wollte. Zumindest nicht für verseuchtes Land.

Fünf Gasometer standen einst auf dem Areal, das die Drewag früher als Fuhrpark nutzte. Die unterirdischen Gasspeicher wurden allerdings nie beseitigt, sondern stattdessen mit Teer verfüllt. Diese Altlasten müssen vor dem Baustart aufwendig und vor allem kostenintensiv beseitigt werden. Im Verhältnis zum Aufwand habe die Drewag einen zu hohen Preis verlangt, behauptete Bernd Richter vom Dresdner Umweltamt im vergangenen Jahr im Neustädter Ortsbeirat. Details wollte er nicht preisgeben. Und auch jetzt schweigt die Stadt zum Kaufpreis.

Die Kosten für die anstehende Altlastensanierung benennt Falk Schmidtgen, Leiter des Schulverwaltungsamtes, hingegen. Sie liegen bei rund vier Millionen Euro. Vom Freistaat gibt es dafür Fördermittel in Höhe von etwa drei Millionen Euro. Bereits im April dieses Jahres sollen die Arbeiten beginnen. Die Altlasten werden geborgen und von einer Spezialfirma nach den anerkannten Regeln der Technik entsorgt. „Sofern die Maßnahme ungestört verläuft, ist die Fertigstellung der Altlastensanierung bis zum November 2018 geplant“, erklärt Schmidtgen. Die Anwohner müssen in dieser Zeit mit Lärm und Staub rechnen. „Eine Geruchs- beziehungsweise Gesundheitsgefährdung ist nicht zu erwarten.“

Erst im Januar kommenden Jahres können dann die Arbeiten für den Schulneubau beginnen. Dabei sollte die Einrichtung eigentlich bereits im Schuljahr 2019/20 eröffnet werden. Dieser Termin verschiebt sich nun um ein Jahr. Dabei werden die 224 Plätze dringend gebraucht. Für den Schulneubau investiert die Stadt nochmals rund 12 Millionen Euro. In diesen Kosten sind neben dem Zweigeschosser auch die Errichtung einer Sporthalle sowie die Gestaltung der Außenanlagen inbegriffen. Insgesamt muss die Stadt also 16 Millionen Euro hinblättern. Hinzu kommt der Kaufpreis, über den geschwiegen wird.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. knut knebel

    Für alle mit dem Gelände Befaßten war immer klar, daß vor einer Altlastsanierung nichts passiert. Woher die voreiligen Jahreszahlen kommen, bzw. warum man den Medienvertretern solche unter die Nase reibt, unklar. Immerhin, hier machts Mensch nicht wie sonst fast immer üblich: Jauche abdeckeln, alles Verseuchte liegenlassen, das nächste saubere Stück Land versauen, wär' ja auch "zu teuer". Heuschreckenprinzip. Dresden ist noch voll von solchen "Millionengräbern" - eigentlich ein einziger verseuchter Friedhof. Daß sich hier der städtische E-Konzern - wenngleich eigenständig, so doch kommunal - so gut mit seinem "Dienstherrn" Stadt verträgt, ist nun sehr beruhigend. Das ist guter Indikator und äußerst wichtig für funktionierende Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse für die Stadt. Was macht eigentlich unser OB-Mann, sitzt der nicht auch auf paar Konzernstühlen? Warum ist seine Homepage für Bürger mit Null Info zu seinen Arbeitsinhalten? Das Letzte war die Ski-Runde. Oder? Olympia ruft.

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