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Freitag, 10.08.2018

Wo Nachwuchssegler ins Schwitzen kommen

Der Partwitzer Segelclub ist Gastgeber für ein einwöchiges Trainingslager. Daran schließt sich eine Regatta an.

Von Hagen Linke

Nach der Deutschen Meisterschaft Ende Juli in der Ixylon-Klasse ist der Partwitzer Segelclub derzeit Gastgeber für ein Landesleistungstrainingslager.
Nach der Deutschen Meisterschaft Ende Juli in der Ixylon-Klasse ist der Partwitzer Segelclub derzeit Gastgeber für ein Landesleistungstrainingslager.

© Hagen Linke

Partwitz. Theoretisch könnten sie sich einfach aus dem Boot fallen lassen, um eine Erfrischung zu bekommen. Aber dazu sind sie nicht eine Woche an den Partwitzer See gekommen, die Mädchen und Jungen, die in dieser Woche mächtig ins Schwitzen kamen. Die Kinder und Jugendlichen wollen ihre Segelfähigkeiten verbessern. Dazu bietet ihnen der 1. Segelclub Partwitzer See beste Bedingungen. 24 Teilnehmer sind beim einwöchigen Landesleistungstrainingslager der Optimistenklasse dabei.


Fast die Hälfte stellt der Gastgeber. Dazu kommen Segler vom benachbarten Geierswalder See, vom Bautzener Segelclub, den Dresdener Vereinen aus Loschwitz und Wachwitz sowie ein Boot, das am Schladitzer See, nördlich von Leipzig zu Hause ist. Der Gastgeber, hervorgegangen aus der Fusion zweier Segelclubs am Knappensee, bringt über 60 Jahre Segelerfahrung mit. Vor zwei Wochen waren die Partwitzer Gastgeber der Deutschen Meisterschaft in der Ixylon-Klasse. Nachwuchs-Trainingslager wie jetzt finden seit 2014 hier statt. Vom Anfänger bis zu Fortgeschrittenen ist alles dabei. Die meisten Teilnehmer üben in zwei Mittelgruppen. „Sie fangen an, die Grundlagen des Regattasegelns kennenzulernen“, sagt Trainer René Buckenauer.

Der Tag beginnt zeitig: Schon vor 8 Uhr ist Frühsport, dreimal täglich gehts aus Wasser. Mit einem Simulator können auch an Land bestimmte Manöver geübt werden. Startkreuzen, Linie finden, Landpeilung oder Rückwärtssegeln – der Sport ist vielseitig und fordert nicht nur körperlich den Mädchen und Jungen einiges ab. Beim Partwitzer Segelclub sind fast ein Drittel der 80 Mitglieder Kinder und Jugendliche. Es gibt Kinder, die steigen schon im Alter von fünf Jahren in ein Boot, flankiert von zwei Erwachsenen, und lernen ganz spielerisch, worauf es beim Segeln ankommt.


Theorie wird auch im Trainingslager vermittelt. Nach rund sechs Stunden auf dem Wasser und drei Mahlzeiten im Partwitzer Hof wird der Tag ausgewertet, technische, taktische und organisatorische Dinge werden besprochen. Ein Abendprogramm ist nicht nötig. „Nach so einem Tag an der frischen Luft wird die Ruhephase gebraucht.“ Wer es sich zutraut, kann am Wochenende beim EurOpti-Cup starten, den der Partwitzer Segelclub ausrichtet. Für einige Camp-Teilnehmer wäre es der erste Regatta-Wettkampf überhaupt. 47 Meldungen liegen für das Wettkampfwochenende vor.

Vielleicht gibt’s dann etwas mehr Wind, aber sicher weniger Hitze. Während des Trainingslagers gab es für die Kinder reichlich Wasser, nicht nur im See. „Wir achten darauf, dass sie ständig etwas zu trinken haben“, sagt René Buckenauer. Und dass gebadet werden kann, versteht sich von selbst.