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Montag, 11.06.2018

Wo Fans gemeinsam jubeln können

Vor der Leinwand sitzen wieder Hunderte Menschen zur Fußball-WM. Vereine und Bistros laden zum Public Viewing.

Von Steffen Gerhardt

Hier ist Public Viewing

Jubel herrschte auch schon mal 2010 in Niesky auf dem Platz der Jugend, als sich im kleinen Finale um Platz drei Deutschland und Uruguay gegenüber standen.
Jubel herrschte auch schon mal 2010 in Niesky auf dem Platz der Jugend, als sich im kleinen Finale um Platz drei Deutschland und Uruguay gegenüber standen.

© Archivfoto: Rolf Ullmann

Niesky. Am Sonntag trifft die deutsche Mannschaft auf ihren ersten WM-Gegner. 17 Uhr ist Anstoß für das Spiel gegen Mexiko. „Das ist eine gute Zeit“, sagt Helmut-Andreas Spengler. Der Pfarrer der Kirchengemeinde Jänkendorf-Ullersdorf ist auch in diesem Jahr wieder der Hauptorganisator für das öffentliche Fußballgucken, also das Public Viewing. „Sonntagnachmittag haben die Leute Zeit, um sich das erste Spiel der Deutschen anzuschauen.“ Dafür werden in dieser Woche noch die Voraussetzungen geschaffen: Die Halle des Bauhofes im Gewerbepark wird dafür hergerichtet und mit einem Beamer samt Leinwand ausgerüstet. Darauf wird das Fernsehbild live projiziert. Wo die WM noch gemeinsam verfolgt werden kann, steht in unserer Textgalerie:

Hier ist Public Viewing

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Jänkendorf: Kirche und Vereine holen den Fußball in die Bauhofhalle

Gezeigt werden ab Sonntag alle Spiele der deutschen Mannschaft. „Natürlich wünschen wir uns, dass unsere Mannschaft es bis zum Finale schafft“, sagt der Pfarrer. Ganz gleich ob mit oder ohne der Nationalelf, gezeigt werden dann auch die Spiele um die einzelnen Finals. In Jänkendorf ist das Public Viewing wieder eine gemeinschaftliche Aktion der Kirchengemeinde mit den Vereinen des Ortes und der Gemeinde Waldhufen, die die Halle zur Verfügung stellt. Platz ist für maximal 150 Zuschauer, die sich auch beköstigen können.

Horka: Reithalle wird das Mekka für die Fußballfans

Eine feste Institution in Sachen Public Viewing ist der Reit- und Fahrverein Horka. Zur WM richtet der Verein den Saal in der Halle wieder zum gemeinschaftlichen Fußballschauen her. Wie Felix Rodig vom Vorstand informiert, werden in Horka alle Spiele der Deutschen gezeigt bis zum Finale. „Ich hoffe, wir sind dabei, ansonsten müssen wir noch mal überlegen, welche Begegnungen wir in den einzelnen Finals übertragen“, sagt Rodig.

Denn das Absichern dieser Veranstaltungen erfolgt durch die Mitglieder im Verein bis hin zur Versorgung der Gäste mit Getränken und einem Imbissangebot. Zur letzten WM vor vier Jahren hatten die Horkaer bis zu 200 Leute vor der Leinwand sitzen. Mit so einer Resonanz rechnen sie dieses Jahr wieder. Los geht es am Sonntag, zum ersten Spiel der deutschen Elf. Platz genommen werden kann bis eine Stunde vor Anstoß und nach Spielende bleibt noch genügend Zeit zur Auswertung der gezeigten Begegnung.

Niesky: WM-Spiele auf den Bildschirmen in den Bistros

In der Stadt Niesky sind es die Bistros, die zum Fußballschauen einladen. Dort werden die Spiele auf großen Flachbildfernsehern gezeigt. Noch dazu, wenn die Betreiber selbst große Fußballfans sind. So bei „Louis“ in seinem Döner-Imbiss in der Poststraße und bei „Vadim“ in der Bahnhofstraße. Vadim ist in seiner Heimat Bulgarien selbst aktiver Fußballspieler in der dritten Liga gewesen und hat in seiner neuen Heimat bei verschiedenen Vereinen schon den Ball ins Netz befördert. Bei beiden Imbissbetreibern lässt sich damit die ganze Fußball-WM am Bildschirm mitverfolgen. Hinzu kommt, dass auch Nuri Dibaz, Inhaber des Bistros „Hawál“ in der Görlitzer Straße, zum Public Viewing einlädt. Gelegenheit dazu ist in der dem Imbiss gegenüber liegenden Sports-Bar.

Die Nieskyer Vereine halten sich aus der Liveübertragung der Fußballspiele heraus. Selbst die Eintracht organisiert kein öffentliches Public Viewing. „Es bringt dem Verein wenig, zumal es einige Konkurrenzveranstaltungen gibt“, sagt Eintracht-Sprecher Andreas Löper. Die Kosten-Nutzen-Frage lässt auch einige Gastwirte Abstand nehmen, ihren Gästen die WM live zu bieten.

Dauban: Dorfplatz wird zum Fußballplatz

Auf dem Dorfplatz in Dauban wird in dieser Woche eine vier mal drei Meter große Leinwand aufgespannt. Auf ihr zeigt der Dorfklub alle Spiele der Mannschaft von Jogi Löw. Dazu kommen noch die Final-Spiele, ganz gleich ob mit oder ohne deutscher Beteiligung. Der Dorfklub präsentiert nicht nur die Spiele, so Annet Blaschey vom Verein, sondern kümmert sich auch um die Bewirtung der Fußballfans. „Dazu bauen wir einen Grill auf und bieten Bier sowie alkoholfreie Getränke an.“ Die Zuschauer können sich bis eine halbe Stunde vor Spielbeginn auf dem Dorfplatz einfinden und nach Abpfiff braucht man auch nicht gleich nach Hause gehen.