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Donnerstag, 02.08.2018

WM-Medaille bei Premiere verpasst

Von Stephan Klingbeil

Deutschlands Frauen-Doppelvierer mit Sophie Leupold vom Pirnaer Rudervereinerreichte in neuer Formation Platz vier bei der U-23-WM in Poznan. Foto: Marko Förster
Deutschlands Frauen-Doppelvierer mit Sophie Leupold vom Pirnaer Ruderverein erreichte in neuer Formation Platz vier bei der U-23-WM in Poznan. Foto: Marko Förster

© Marko Förster

Insgesamt sieben Silber- und Bronzemedaillen holten die deutschen Ruderer bei den U -23-Weltmeisterschaften im polnischen Poznan. Deutschlands Frauen-Doppelvierer mit Sophie Leupold vom Pirnaer Ruderverein (PRV) hat aber den Sprung auf das Podest verpasst. Nachdem sich das jüngste Quartett im Starterfeld mit einem starken zweiten Platz hinter den Niederlanden über den Hoffnungslauf noch für das A-Finale qualifiziert hatte, wurde es im Endlauf Vierter vor Kanada und den USA. Das vor der WM neu formierte Boot mit Melanie Göldner, Maren Völz (beide Potsdam) sowie Alicia Bohn (Speyer) und Pirnas Toptalent Sophie Leupold hatte im Endlauf mit Gegenwind in 6:51 Minuten rund 5,3 Sekunden Rückstand auf die Bronzemedaillengewinnerinnen aus Großbritannien. Silber ging an die Niederlande. Souveräner Weltmeister wurden mit rund drei Sekunden Vorsprung die Rumäninnen. Der Favoritinnen hatte das deutsche Boot schon im Vorlauf auf den zweiten Platz verwiesen.

Rückstand gleich nach dem Start

Beim finalen Rennen kam das deutsche Quartett am Start nur relativ langsam weg, die anderen Crews waren dann schon etwas davon gezogen. „Rumänien habe ich das ganze Rennen auch nicht gesehen. Also wir waren eigentlich von Anfang an auf Position vier“, erklärt Sophie Leupold. Für die 19-jährige Vize-Juniorenweltmeisterin des Vorjahres war es allerdings das erste Finale bei ihrer ersten Teilnahme an einer U-23-WM. Die Junioren-Europameisterin im Einer von 2017 war zu dieser Saison in die deutsche Frauen-Elite gewechselt. Traurig über die verpasste Medaille bei ihrer U-23-WM-Premiere ist sie aber nicht.

„Ich bin gar nicht so enttäuscht, da in unserer Vorbereitung auch alles nicht ganz rund lief, wir erst zwei Wochen vor der WM die richtige Besetzung hatten und dann auch noch alle fast eine Woche krank waren“, sagt die junge Heidenauerin. „Und das WM-Finale erst unser drittes gemeinsames Rennen.“ Vor dem Turnier kam die Potsdamerin Göldner neu ins Boot aufgrund ihrer vorherigen Ergebnisse in Qualifikationsrennen. Und die Stammkraft von den Deutschen Meisterschaften, die Düsseldorferin Leonie Menzel, wechselte in den deutschen Doppelzweier. Das hat sich für 19-Jährige gelohnt, sie holte WM-Silber.

Die anderen fünf Teams im A-Finale waren obendrein allesamt erfahrener als die Mannschaft von Sophie Leupold und trainieren schon seit fast einem Jahr zusammen. „Daher schätze ich den vierten Platz eigentlich als positiv ein“, sagt die Pirnaer Kadersportlerin weiter, die in Dresden bei Stützpunktchef Egbert Scheibe trainiert. „Klar, ich hab von der Medaille geträumt und bei der Stimmung dort in Poznan hätte ich auch gerne am Siegersteg angelegt“, so Leupold. „Aber so steigt die Motivation für die nächste U-23-WM nur noch mehr.“ Der kommende internationale Höhepunkt für die weltbesten Rudertalente findet 2019 in Sarasota im US-Bundesstaat Florida statt.

Studium an der Boston University

Für Sophie Leupold geht es aber schon früher in die Vereinigten Staaten. „Ich habe von der Boston University ein Stipendium bekommen und werde Anfang September dort studieren und rudern“, erklärt die junge Sächsin, die betont, weiter für den PRV zu rudern. Sie wird Psychologie studieren und in Übersee erst einmal von den Skulls wieder zum Riemen-Rudern wechseln. „Da wir dort nur Achter fahren, bin ich gespannt und freue mich auf die neuen Erfahrungen. Im Mai 2019 komme ich wieder.“