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Donnerstag, 21.06.2018

Tod der Baum-Greise

Forscher registrieren ein mysteriöses Sterben der größten und ältesten Baobabs in Afrika.

Von Alice Lanzke

Der Platland Baobab galt einst als der größte bekannte Affenbrotbaum in Afrika (l.). 2017 waren alle Stämme des Hauptteils umgestürzt und abgestorben (r.).
Der Platland Baobab galt einst als der größte bekannte Affenbrotbaum in Afrika (l.). 2017 waren alle Stämme des Hauptteils umgestürzt und abgestorben (r.).

© Adrian Patrut/dpa

Gigantisch groß und teils uralt: Baobabs gehören zu den markantesten Bäumen Afrikas. Doch die ältesten und größten von ihnen sind in den vergangenen zwölf Jahren plötzlich abgestorben, wie Wissenschaftler im Fachblatt Nature Plants berichten. Die Ursache für ihren Tod ist nicht bekannt. Die Forscher vermuten allerdings, dass der Klimawandel schuld sein könnte.

Der Afrikanische Affenbrotbaum (Adansonia digitata), auch Afrikanischer Baobab, prägt die trockenen Savannen des afrikanischen Tieflands wie kaum ein anderer Baum. Charakteristisch ist ein kurzer, äußerst dicker Stamm, von dem aus kräftige, oft unförmig erscheinende Äste eine weit ausladende Krone bilden. Einer afrikanischen Legende nach verdankt der Baum sein Aussehen dem Teufel, der ihn aus der Erde gerissen und verkehrt herum wieder in den Boden gesteckt habe.

Tatsächlich erinnert die Krone in unbelaubtem Zustand an ein Wurzelsystem. Die ei- oder kugelförmigen Früchte des Affenbrotbaums werden 25 bis 40 Zentimeter groß und sind reich etwa an Vitamin C, Eisen und Antioxidantien.

Die breiten Stämme sind Wasserspeicher, während die fünf bis zehn Zentimeter dicke, graubraune Rinde kleinere Buschbrände relativ unbeschadet übersteht. Auf diese Weise sind Baobabs ideal an das Klima der Trockensavannen südlich der Sahara angepasst. Die größten und ältesten Exemplare erreichen ein Holzvolumen von 300 bis 500 Kubikmetern und können 2 000 Jahre alt werden.

Um zu verstehen, wie den Affenbrotbäumen das gelingt, untersuchte ein Team um den Chemiker Adrian Patrut von der rumänischen Universität Babes Bolyai zwischen 2005 und 2017 über 60 der größten und ältesten Baobabs und bestimmte ihr Alter per Radiokarbonmethode. Dabei entdeckten sie, dass seit dem Beginn ihrer Messungen acht der 13 ältesten untersuchten Bäume und fünf der sechs größten Baobabs entweder komplett abgestorben oder ihre ältesten Teile kollabiert waren.

Mehr als 2 000 Jahre alt

In einigen Fällen waren die Stämme plötzlich abgestorben. So etwa beim heiligen Baobab Panke, der im spärlich besiedelten Matabeleland in Simbabwe stand: 2010 begannen die Äste des Baumes abzubrechen, als nächstes teilte sich der Stamm und fiel innerhalb rund eines Jahres um. Den Analysen der Forscher zufolge war der Baum 2 450 Jahre alt.

Größer als Panke war der Sunland oder Platland Baobab in Südafrika, der mit 501 Kubikmetern als größter bekannter Affenbrotbaum des Kontinents und als Touristenattraktion galt. Er ging zwischen 2016 und 2017 ein.

Noch berühmter war der Chapman Baobab in Botswana, der aus sechs Stämmen dreier Generationen bestand, die alle im Januar 2016 starben.

Die Wissenschaftler schließen aus, dass eine Pflanzenepidemie Auslöser des Baumsterbens ist. Zudem seien nicht nur viele der beobachteten sehr großen oder sehr alten Affenbrotbäume abgestorben, sondern auch viele andere ausgewachsene Baobabs. Das Team vermutet, dass der Klimawandel zumindest teilweise für den Untergang der Bäume verantwortlich ist, da er die Bedingungen im südlichen Afrika erheblich beeinflusse. (dpa)

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