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Dienstag, 10.07.2018

Staubsauger der Meere bedroht

Bremen. Wissenschaftler des Bremer Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung zeigen in einer Studie die enorme Bedeutung der Seegurke als „Staubsauger der Meere“. „Ähnlich den Wattwürmern der Nordsee sind Seegurken hocheffiziente Biofilter“, sagte der Riffökologe Sebastian Ferse. Sie seien von unschätzbarem Wert für die Meeresökosysteme. Pro Jahr würden jedoch 30 000 Tonnen Seegurken gefangen. In Südostasien seien viele küstennahe Meeresregionen bereits leer gefischt.

Unter den Seegurken gibt es etwa 14 000 Arten, wie es weiter hieß. Sie kommen in allen Meeren von der Arktis bis in die Tropen vor, sind wenige Millimeter oder über zwei Meter lang, dünn wie ein Seil oder muskulös und walzenförmig. Sie sind an das Leben am Meeresboden angepasst und vor allem in flachen Küstengewässern zu finden. Viele durchwühlen den sandigen Boden nach Nahrung wie Mikroalgen, verschlingen das Sediment, verdauen die organischen Bestandteile und scheiden den Sand dann wieder aus.

Werden die Seegurken weggefischt, hat das nach Angaben der Wissenschaftler fatale Auswirkungen. Denn an den Küsten gelangten immer mehr Abwässer aus Städten, Hotels, Landwirtschaft und Aquakulturanlagen ins Meer und überdüngten es. Die Seegurken verhinderten, dass sich zu viel zerfallende organische Substanz im Meeressand absetze, die wiederum ein Nährboden für schädliche Bakterien sei und das Wachstum von Algen begünstige. „Nehmen die Algen überhand, können sie kostbare Lebensräume wie Seegraswiesen oder Korallenriffe überwuchern.“

Seegurken gelten vor allem in China als Superfood: Reich an Eiweißen und Spurenelementen sollen sie Heilmittel für Bluthochdruck sein, Krebs unterdrücken können und eine aphrodisierende Wirkung haben. Sie können mehrere Hundert Dollar pro Tier einbringen. (epd)

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