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Montag, 30.04.2018

Sensor erschnüffelt faulen Fisch

Die künstliche Nase ist nur wenige Zentimeter groß.
Die künstliche Nase ist nur wenige Zentimeter groß.

© Uli Deck/dpa

Karlsruhe. Insgesamt haben wir Menschen den besseren Riecher – doch im frühzeitigen Erkennen bestimmter Gerüche bekommt unsere Nase Konkurrenz: Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben einen kleinen Sensor entwickelt, dem man unterschiedliche Gerüche beibringen kann. Diese elektronische Nase könnte in elektrischen Geräten bei Kabelbränden warnen oder – im Smartphone eingebaut – beim Einkaufen frühzeitig erschnüffeln, ob der Fisch noch frisch ist.

Elektronische Nasen werden schon seit Jahrzehnten gebaut und etwa bei der Lebensmittelherstellung oder in der Industrie eingesetzt. Wie das KIT jetzt mitteilte, arbeiten die Forscher um den Physiker Martin Sommer jedoch daran, ihren Geruchssensor möglichst schnell „massen- und alltagstauglich“ zu machen. Er solle besonders klein und zudem günstig werden. Bis beim Einkauf jeder, der dies möchte, seine Elektro-Nase dabei haben kann, dürfte es jedoch noch einige Jahre dauern.

Ob frisch gemahlener Kaffee, Rosenduft oder der Gestank von Verdorbenem – der Mensch lernt im Laufe seines Lebens, Dinge anhand seiner Nase zu unterscheiden. Das Gehirn ordnet mithilfe von rund 400 unterschiedlichen Geruchsrezeptoren in zehn Millionen Riechzellen Gerüche nach ihrem Signalmuster. Die Wissenschaftler des Instituts für Mikrostrukturtechnik haben sich mit ihrem Projekt „smelldect“ die menschliche Nase als Vorbild genommen. „Bei unserer elektronischen Nase reagieren Nanofasern auf komplexe Gasgemische – also Gerüche – und bilden ebenfalls Signalmuster, anhand derer der Sensor diese erkennt“, erläutert Sommer.

(dpa)

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