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Dienstag, 13.02.2018

Sächsisches Medizin-Experiment auf der Raumstation

Wenn Alexander Gerst wieder auf Weltraummission ist, wird seine Gesundheit mithilfe der TU Dresden überwacht.

Von Stephan Schön

© Symbolbild: Nasa/dpa

Dresden. Beim nächsten Flug zur Raumstation sind auch Forscher aus Sachsen beteiligt. Am 8. Juni beginnt die Horizons-Mission des deutschen Esa-Astronauten Alexander Gerst. Dann wird in den folgenden vier Monaten sein Gesundheitszustand und die Fitness von einem System überwacht, das Wissenschaftler der TU Dresden und Ingenieure der Leipziger Cortex Biophysik GmbH entwickelt und gebaut haben.

Metabolic Space ist grundlegender medizinischer Bestandteil dieses Raumfluges, sagt Volker Schmid, Horizons-Manager im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Er hält viel von den Dresdnern, die erst spät dazu gekommen, aber zeitiger als andere fertig gewesen seien, wie er der Sächsischen Zeitung sagte.

Reihenweise Tests in Moskau und in Houston sind inzwischen bestanden. Projektleiter Tino Schmiel, Wissenschaftler vom Dresdner TU-Institut für Luft- und Raumfahrttechnik, hat das Experiment überall erfolgreich präsentiert: Ethikkommissionen, DLR-Freigabe, Medical Board der europäischen Raumfahrtagentur Esa, Sicherheits-Checks bei Esa und Nasa. Und auch Alexander Gerst selbst hat „Ja“ gesagt. Kein einziges Experiment an Bord der Raumstation kann ohne Zustimmung der Astronauten erfolgen. „Gerst hat unser System im europäischen Astronautenzentrum in Köln getestet und war zufrieden damit“, sagt Schmiel. Es gibt eine Atemmaske mit nur kurzen Schläuchen zum mobilen Sensor. Dazu einen Brustgurt, Sensoren an Körper und Kopf. Kleiner und leichter als jedes andere vergleichbare Gerät ist dies und würde in eine Laptoptasche passen.

Metabolic Space kann den Status der grundlegenden Körperfunktionen erkennen. Es geht um den Stoffwechsel des gesamten Organismus. Bislang sind dafür ziemlich große Geräte nötig, die weder beim Training noch einfach so nebenbei verwendet werden können – nicht im All nicht auf der Erde. Aber genau darum geht es, die Körperfunktionen im Alltag und beim Training zu prüfen. Kleine, schnelle Sensoren messen, was in der Atemluft von Alexander Gerst enthalten ist, aber auch Atemrichtung, Atemstärke und Atemfrequenz. Herzschlag und Körperkerntemperatur. „Die kann beim Training schon mal über 39 Grad ansteigen“, sagt Tino Schmiel. An Brust und Stirn werden solche Daten genommen. Sie geben den Medizinern am Boden Hinweise zur Gesundheit und Fitness des Astronauten. Sie warnen vor versteckten Gesundheitsrisiken vor allem bei der Rückkehr zu Erde.

Die Daten werden im Zentrum für Weltraummedizin und Extreme Umwelten an der Berliner Charité ausgewertet. Wenn Metabolic Space sich im All bewährt, sind irdische Anwendungen nicht weit.

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