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Donnerstag, 19.07.2018

Die Schotten wollen ins All

Die Animation zeigt eine Rakete, die aus dem Weltraumbahnhof auf der Halbinsel A’Mhoine in der schottischen Grafschaft Sutherland startet. Foto: PRNewsfoto/Lockheed Martin/dpa
Die Animation zeigt eine Rakete, die aus dem Weltraumbahnhof auf der Halbinsel A’Mhoine in der schottischen Grafschaft Sutherland startet. Foto: PRNewsfoto/Lockheed Martin/dpa

© PRNewsfoto/Lockheed Martin/dpa

London. In Schottland soll ein Weltraumbahnhof entstehen. Das teilte die britische Weltraumagentur UK Space Agency mit. Von der Halbinsel A’Mhoine in der Grafschaft Sutherland könnten bereits im kommenden Jahrzehnt Raketen ins Weltall starten.

Die britische Regierung stellt für das Projekt zunächst 2,5 Millionen Pfund
(2,8 Mio Euro) zur Verfügung. Bauen soll den Weltraumbahnhof ein Konsortium, dem unter anderem der US-amerikanische Luft-und-Raumfahrtkonzern Lockheed Martin angehört. Es wäre der erste auf europäischem Boden außerhalb Russlands. Ausgewählt wurde der Standort im äußersten Norden der schottischen Highlands, weil Satelliten von dort direkt vertikal in eine geeignete Umlaufbahn gebracht werden können. Ganz neu ist die Idee für Weltraumbahnhöfe auf britischem Boden aber nicht. Laut einem Bericht der BBC gab es seit etwa zehn Jahren Pläne in diese Richtung. Der Chef der britischen Weltraumbehörde, Graham Turnock, sieht die Investitionen als Beginn einer „aufregenden neuen Ära für die Raumfahrtindustrie des Vereinigten Königreichs“. Ein kostengünstiger Zugang zum Weltraum sei wichtig für Großbritannien. In der schottischen Metropole Glasgow würden mehr kleine Satelliten hergestellt als in jeder anderen europäischen Stadt, so Turnock. London erhofft sich von eigenen Weltraumbahnhöfen einen Schub für die Wirtschaft von 3,8 Milliarden Britischen Pfund (rund 4,3 Milliarden Euro) in den kommenden zehn Jahren. „Als Teil unserer Industriestrategie wollen wir, dass Großbritannien als Land der Innovatoren und Unternehmer der erste Ort auf dem europäischen Kontinent ist, der Satelliten startet“, sagte Wirtschaftsminister Greg Clark. Die europäische Weltraumbehörde Esa betreibt ihren Weltraumbahnhof Kourou in der französischen Überseeregion Französisch-Guayana.

Aber Großbritannien ist nicht allein mit seinen Weltraumambitionen. Das Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic plant derzeit einen Weltraumbahnhof in Grottaglie im Süden Italiens. Von dort sollen in Zukunft sowohl wissenschaftliche Missionen, aber auch kommerzielle Flüge in den Weltraum starten. Virgin Galactic gehört zur Unternehmensgruppe des britischen Geschäftsmanns Richard Branson. (dpa)

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