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Donnerstag, 09.08.2018

Chemie trennt Original von Fälschung

Glasgow. Der schottische Dichter Robert Burns (1759 – 1796), vielen bekannt durch das Lied „Auld Lang Syne“, wird in seiner Heimat sehr verehrt. Entsprechend üppig fallen die Summen aus, die bei Auktionen für seine Manuskripte gezahlt werden – und entsprechend groß ist der Anreiz für Fälschungen. Damit allerdings dürfte es künftig vorbei sein: Mit einer neuen Analysemethode lassen sich Original und Nachahmung klar unterscheiden, wie Forscher im Fachjournal Scientific Reports berichten. Die Methode sei wahrscheinlich auch für viele andere historische Manuskripte verwendbar.

Es gebe zahlreiche Fälschungen von Burns’ Schriften, die nach wie vor bei Auktionen auftauchten, erläutern die Forscher um Karl Burgess von der Universität Glasgow. Originale des Dichters erzielen demnach Kaufsummen bis zu rund 100 000 Euro. Bisher sei es oft kompliziert, die Echtheit historischer Manuskripte zu prüfen, zudem würden diese mitunter dabei beschädigt, erläutern die Wissenschaftler. Sie nutzten nun die sogenannte Massenspektrometrie in abgewandelter Form, um ein echtes Burns-Manuskript mit einem nachgemachten zu vergleichen, das von einem sehr geübten Dokumentenfälscher – Alexander Howland Smith (1859 – 1913) – angefertigt wurde.

Nur winzige Proben von der Papieroberfläche seien nötig, um die von Burns genutzten Materialien wie vor allem die Tinte von denen des Fälschers Smith zu unterscheiden, erklären die Forscher. Zudem müsse das Manuskript nicht in ein Labor gebracht werden, die Probe könne auf einfache Weise direkt vor Ort genommen werden, ohne ein Dokument zu beschädigen.

Die gewonnenen Daten wurden genutzt, um ein selbstlernendes System zu generieren, das Fälschungen und Originale beider Männer akkurat voneinander unterscheiden kann. Insgesamt zwölf Dokumente – drei Originale und neun Fälschungen – wurden untersucht. (dpa)

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