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Freitag, 20.04.2018

Bunt geflattert wurde schon vor 200 Millionen Jahren

Von Annett Stein

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In der mittleren Kreidezeit schwirrten noch sogenannte Taumelflügler mit durchsichtigen Flügeln durch die Lüfte.
In der mittleren Kreidezeit schwirrten noch sogenannte Taumelflügler mit durchsichtigen Flügeln durch die Lüfte.

© Bo Wang/dpa

  • In der mittleren Kreidezeit schwirrten noch sogenannte Taumelflügler mit durchsichtigen Flügeln durch die Lüfte.
    In der mittleren Kreidezeit schwirrten noch sogenannte Taumelflügler mit durchsichtigen Flügeln durch die Lüfte.
  • Gefunden wurde der ausgestorbene Schmetterlingsvorläufer in einem 99 Millionen Jahre alten burmesischen Bernstein.
    Gefunden wurde der ausgestorbene Schmetterlingsvorläufer in einem 99 Millionen Jahre alten burmesischen Bernstein.
  • Den Lebensraum im kreidezeitlichen Wald teilte er sich mit anderen, mottenähnlichen Schmetterlingen.
    Den Lebensraum im kreidezeitlichen Wald teilte er sich mit anderen, mottenähnlichen Schmetterlingen.
  • Unterm Mikroskop werden die Flügelschuppenstrukturen der Schmetterlingsfossilien sichtbar – wie bei dem 180 Millionen Jahre alten Fund aus Deutschland.
    Unterm Mikroskop werden die Flügelschuppenstrukturen der Schmetterlingsfossilien sichtbar – wie bei dem 180 Millionen Jahre alten Fund aus Deutschland.

Vorläufer von Schmetterlingen gab es bereits vor 200 Millionen Jahren – doch wie sahen sie aus? Wohl schon überraschend bunt, schließen Wissenschaftler aus der Analyse fossiler Arten. Farben hervorrufende Strukturen auf den Flügelschuppen gab es damals schon – und damit 130 Millionen Jahre früher als bisher nachgewiesen. Das berichten deutsche, chinesische und britische Wissenschaftler im Fachmagazin Science Advances.

Die Farben von Tieren kommen auf zwei Arten zustande: durch Pigmente oder durch physikalische Effekte. Blaue und grüne Farbtöne sind fast ausschließlich sogenannte Strukturfarben. Die Lichtstrahlen brechen oder streuen dabei an winzigen Strukturen, die meist aus Keratin oder Chitin bestehen.

Die Forscher um Bo Wang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und Wolfram Mey vom Museum für Naturkunde in Berlin analysierten nun die Flügelstruktur sechs fossiler Schmetterlinge aus Europa und Asien sowie verwandter Taumelflügler mithilfe verschiedener mikroskopischer Methoden.

Insbesondere die Untersuchung der Schuppen eines in Kalkstein eingeschlossenen Schmetterlingsflügels aus dem unteren Jura (vor 180 Millionen Jahren) ermöglichte Modellrechnungen, die auf eine Farbwirkung dieser Insekten schließen lassen. Er stammt aus Grimmen in Vorpommern. Das Arrangement mit einer Lage parallel angeordneter, großer verschmolzener Deckschuppen und einer Lage kleiner verschmolzener Grundschuppen ähnelte demnach den Flügeln heutiger Urmotten mit ihren metallisch glänzenden, vielfältig bunten Mustern.

(dpa) Abb./Fotos: Bo Wang/dpa

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