erweiterte Suche
Samstag, 26.05.2018

Artenschutz mit Erfolg

Der Mauritiusfalke war der seltenste Vogel der Welt. Andere Tiere galten als ausgestorben. Doch die Bestände haben sich erholt.

Von Christine Ludewig

Ihr Überleben als Tierart ist nicht sicher, aber ihr Schutz durch den Menschen hat die Bestände wachsen lassen: So wie bei der Grünen Meeresschildkröte.
Ihr Überleben als Tierart ist nicht sicher, aber ihr Schutz durch den Menschen hat die Bestände wachsen lassen: So wie bei der Grünen Meeresschildkröte.

© dpa

Fast 26 000 Arten sind derzeit auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet eingestuft. Aber nicht immer ist die Lage hoffnungslos: Erfolgsgeschichten wie die des Mauritiusfalken zeigen, dass manchmal auch noch so kleine Populationen durch Wiederaufzucht und andere Schutzmaßnahmen gerettet werden können. Vor 25 Jahren trat die Biodiversitätskonvention in Kraft mit dem Ziel, die biologische Vielfalt besser zu schützen und zu erhalten. Und es gibt einige Erfolge zu verzeichnen.

Mauritiusfalke

Das spektakulärste Comeback feiert wahrscheinlich der Mauritiusfalke. Mit nur vier Tieren war er 1974 der weltweit seltenste Vogel. Dank Aufzucht in Gefangenschaft, ergänzender Fütterung, Schutz vor Feinden und verbesserten Nestplätzen gibt es heute wieder 400 Exemplare. Die Art gilt weiterhin als stark gefährdet, die Schutzbemühungen gelten nach Angaben der IUCN aber als das erfolgreichste Vogel-Wiederaufzuchtsprojekt der Welt.

Archey-Frosch

Wie verheerend menschliche Eingriffe in die Natur sein können, zeigt sich beim Archey-Frosch. Die Population war auf der neuseeländischen Halbinsel Coromandel zwischen 1996 und 2001 um 80 Prozent geschrumpft. Durch den Schutz vor örtlichem Bergbau und unnatürlichen Feinden wie Ratten konnte die Art in den feuchten Wäldern der kleinen Insel aber erhalten bleiben.

Rodrigues-Flughunde

In den Fruchtbäumen der tropischen Insel Rodrigues, die zu Mauritius gehört, hängen wieder mehr als 20 000 Rodrigues-Flughunde. In den 1970er-Jahren sah das noch ganz anders aus: Die Population schwankte zwischen 70 und 100 Individuen. Um die Art zu erhalten, wurde der Wald geschützt und die Bevölkerung über die Aussterbegefahr aufgeklärt.

Libanon-Zeder

Das Stichwort Aufklärung spielt auch für den Erhalt der Libanon-Zeder eine zentrale Rolle. Der Baum, der die libanesische Flagge ziert, ist im Nahen Osten verbreitet. Wie einzigartig er ist, lernten die Bewohner der Region von Naturschützern. Der verletzliche Bestand wird zudem durch Neupflanzungen gesichert.

Großer Bambuslemur

Wie der Name schon erahnen lässt, ernährt sich der große Bambuslemur auf Madagaskar von Bambus. Nicht nur durch Brandrodung ist die Art gefährdet, sondern auch durch intensive Bejagung durch den Menschen. Lange galt die Spezies als ausgestorben – bis sie 1986 wiederentdeckt wurde und seitdem mit Unterstützung der Bevölkerung geschützt wird.

Grüne Meeresschildkröten

Wie technische Neuerungen den Artenschutz erleichtern können, ist im Nationalpark Arakwal in Australien zu sehen. Dort werden Grüne Meeresschildkröten mit Peilsendern ausgestattet, um ihr Fress- und Nestbauverhalten besser zu verstehen. Der Park steht auf der Grünen Liste für Schutzgebiete der IUCN. In solchen Regionen werden Arten nach besonders rigorosen IUCN-Standards geschützt.

Löffelstrandläufer

Der Löffelstrandläufer ist sehr wählerisch, was den richtigen Ort für die Aufzucht seines Nachwuchses angeht. Nur ein einziger Strand in Russland ist als Brutplatz bekannt. Weil an der Küste gebaut und außerdem die Vögel gefangen wurden, schrumpfte die Population auf 200 Paare. Nun werden die Eier eingesammelt und die geschlüpften Vögel aufgezogen. So konnten bereits über 100 Löffelstrandläufer aufgepäppelt und wieder freigelassen werden.

Blauer Leguan

Artenschutz macht auch populär: Seit Artenschützer 1990 begannen, den Blauen Leguan zu retten, wurde das Reptil zum Nationalsymbol der Caymaninseln in der Karibik. Auf der größten der drei Inseln ist der Leguan beheimatet. Das Wiederaufzuchtprogramm startete mit nur einem Dutzend Tieren. 2012 gab es wieder rund 450 Exemplare in freier Wildbahn. Seitdem gilt der Leguan nur noch als „gefährdet“. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.