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Dienstag, 10.07.2018

Wirrwarr um Straßenschule

Eigentlich hatte das Sozialamt die Förderung schon abgelehnt, jetzt scheint es doch noch mal Bewegung zu geben.

Von Julia Vollmer

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Schülerin und Lehrerin beim Unterricht in der Straßenschule auf der Königsbrücker Straße.
Schülerin und Lehrerin beim Unterricht in der Straßenschule auf der Königsbrücker Straße.

© Sven Ellger

Muss sie nun schließen oder nicht? Wird die Straßenschule auch in Zukunft weiter von der Stadt gefördert oder nicht? Das Hickhack um die Straßenschule der Treberhilfe geht weiter. Nachdem das Sozialamt vor wenigen Wochen die Förderung abgelehnt hat, gibt es nun offenbar doch noch mal Bewegung. „Die Geschäftsbereiche Bildung und Soziales stimmen sich zur Straßenschule noch ab“, heißt es vage aus der Stadtverwaltung zu den Gerüchten, es könnte jetzt doch Geld von der Stadt kommen. Die Stadt will sich erst äußern, wenn die Abstimmung zwischen Sozial- und Jugendamt abgeschlossen ist.

„Ich gehe davon aus, dass das im August passiert, da vorher durch die Urlaubszeit keine Dinge in dieser Richtung zu erwarten sind“, so Stadtsprecher Karl Schuricht. Eine abschließende Entscheidung wird erst der Jugendhilfeausschuss in einer der nächsten Sitzungen treffen, so die Stadt weiter. Die nächste Sitzung ist am 16. August.

Die Jugendhilfeausschuss-Mitglieder sind sauer über die Verzögerung. „Der Projektantrag zur Straßenschule wird weiterhin wie eine heiße Kartoffel zwischen dem Sozialamt und dem Jugendamt hin und her geschoben, statt eine gemeinsame Lösung zu suchen“, so Grünen-Stadträtin Tina Siebeneicher. „Dieses inakzeptable Verhalten der Verwaltung bringt den Start im nächsten Schuljahr nun ernsthaft in Gefahr.“ Jetzt, in den Sommerferien, eine Entscheidung des Jugendhilfeausschusses zur Bedingung zu machen, sei eine Frechheit. „Ich habe wiederholt nachgefragt und auf die immer größere Zeitnot hingewiesen“, sagt Siebeneicher.

Treberhilfe-Chef Dieter Wolfer gibt die Hoffnung nicht auf. „Wir wünschen uns, das es klappt, denn wir haben schon eine sehr lange Warteliste.“

Leser-Kommentare

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Insgesamt 6 Kommentare

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  1. Interessiert

    Mal nachgefragt: wie sieht es denn mit den schulischen Erfolgen dieser Schulform aus? Man ahnt es ja schon.

  2. @1.

    Sicherlich besser als in den "normalen" Schulen. Wenn dort alles Gold wäre, würde für eine Strassenschule kein Bedarf entstehen.

  3. Interessiert

    Also, mal im Ernst: welchen anerkannten Abschluss erhält man denn an der Straßenschule? Das Klientel, welches die Treberhilfe betreuen möchte, hat meistens jeglichen Bezug zur Realität verkoren und ich bezweifel, dass sie frohen Mutes jemals einen Schulabschluss der Straßenschule in Erwägung ziehen. Könnte es sein, dass der Träger eher Gelder auf diesen Weg haben möchte?

  4. Tom

    @Interessiert: Wenn Sie schon keine Ahnung von den Projekten haben, so machen Sie sich wenigenstens die Mühe und informieren Sie sich. Oder ersparen Sie den Menschen einfach Ihre abwertenden Kommentare. Die Teilnehmer werden auf den haupt- oder Realschulabschluss vorbereitet, den sie dann - entsprechend der gesetzlichen Regelungen - mit einer "Schulfremdenprüfung" erlangen können. Diese Prüfung erfolgt durch staatliche Stellen und ist somit unabhängig vom Träger des Projektes.

  5. Interessiert

    Tom, war mein Kommentar etwa abwertend? Es war und ist meine Meinung. Im Übrigen ist meine Frage bisher nicht beantwortet: Wieviel Jugendliche haben sich der staatlichen Prüfung unterzogen und wieviel Prüflinge davon haben auch tatsächlich nach Besuch der Straßenschule einen Abschluss in der Tasche? Das ist doch mal interessant zu erfahren. Dann lasse ich mich von Ihnen, Tom, gern eines Besseren belehren.

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