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Donnerstag, 05.04.2018

Wird es das doppelte Heimfinale?

Frauen und Männer der HSG Neudorf/Döbeln sind im Pokal gefordert. Beide Teams sind in der Favoritenrolle, doch die kann trügerisch sein.

Von Frank Korn und Harald Grotzke

Die Handballer der HSG Neudorf/Döbeln setzten im Pokalhalbfinale in Freiberg auch auf die Qualitäten von Tobias Rudolph.
Die Handballer der HSG Neudorf/Döbeln setzten im Pokalhalbfinale in Freiberg auch auf die Qualitäten von Tobias Rudolph.

© Dietmar Thomas

Auf zum „Finale daheeme 4.0“, so wirbt die HSG Neudorf/Döbeln auf ihrer Facebook-Seite. Sowohl die Frauen als auch die Männer des Vereins haben es bis ins Halbfinale geschafft. Können sie ihre Spiele bei Mannschaften aus der Verbandsliga gewinnen, wird der Traum vom doppelten Heimfinale – die Endspiele des Handball-Sachsenpokals werden auch in diesem Jahr in Döbeln ausgetragen – Wirklichkeit. Beide Neudorf/Döbelner Teams setzen auf die Unterstützung ihrer Fans. „Zum Spiel der Frauen am Sonnabend fährt ein Bus. Er hält um 15.20 Uhr am Körnerplatz Döbeln und zehn Minuten später am Feuerwehrdepot Mannsdorf“, informiert HSG-Präsident Steffen Händler.

Eine schwer einzuschätzende Aufgabe beim Verbandsligisten HSG Freiberg II hat die HSG Neudorf/Döbeln auf dem Weg ins heimische Finale vor sich. Von der Papierform her ist der Drittletzte der Verbandsliga Staffel Ost ein schlagbarer Kontrahent. Jedoch können beim Gastgeber durch die unterschiedliche Festspielregelung für Punkt- und Pokalspiele auch Spieler der Oberligamannschaft zum Einsatz kommen. Nur so kann auch nur der überraschend deutliche Freiberger Heimsieg im Viertelfinale gegen das Sachsenligaspitzenteam aus Görlitz zustande gekommen sein. Die Neudorf/Döbelner dürfen darüber aber nicht hadern, sondern müssen alles geben, wozu sie spielerisch in der Lage sind. Dann ist der Einzug ins Endspiel am 28. April in Döbeln möglich. Für HSG-Trainer Thomas Schneider sind die Freiberger der schwerste mögliche Gegner dieses Halbfinales. „Das Team ist in den vorherigen Runden nicht wenig mit Akteuren aus der ersten Vertretung aufgestockt worden. Das zeigt mir, dass die Freiberger ebenso wie wir den Sachsenpokal gewinnen wollen“, so Schneider. Seine Mannschaft müsse mit den Gegebenheiten leben. „Lamentieren hilft nichts. Es ist ein Pokalspiel und wir wollen ins Finale.“

Bei der SG HV Chemnitz 2010 III spielt die HSG Neudorf/Döbeln um das Weiterkommen. Die Chemnitzerinnen sind als Tabellenzweiter in der Verbandsliga West ganz sicher ein spielerisch gutes Team und sie müssen von Beginn an ernst genommen werden. Der Tabellenführer der Sachsenliga und erster Anwärter auf den Sachsenmeistertitel sollte auf jeden Fall in der Lage sein, das eigene Konzept optimal umzusetzen und damit auch diese nicht einfache Begegnung für sich zu entscheiden. „Als Sachsenligist sind wir bei einem Verbandsligisten Favorit“, sagt HSG-Trainer Daniel Reddiger. „Das Spiel sieht aus wie leichtes Pflichtprogramm, das wird es aber keineswegs“, warnt er. Der HV Chemnitz III sei ein Team, dessen Spielerinnen schon höherklassige Erfahrungen gesammelt hätten. Dennoch zählt für ihn nur der Einzug ins Finale. „Wenn wir unser Potenzial abrufen, ist die Aufgabe lösbar“, so Reddiger. Die Neudorf/Döbelnerinnen müssen arbeitsbedingt auf Sarah Eichhorn verzichten. Zudem sind Laura Burkhardt und Jessica Eisold angeschlagen.

Der VfL Waldheim 54 II hatte sich für die Vorschlussrunde des Leipzig-Pokals qualifiziert, tritt aber nicht zum Spiel beim Tabellenführer der Bezirksklasse NHV Concordia Delitzsch II an. Die Delitzscher ziehen damit kampflos ins Endspiel ein. Der Grund für die Waldheimer Absage sind personelle Probleme, wie VfL-Präsident Lars Friedrich bestätigt. „Wir bekommen einfach keine spielfähige Mannschaft zusammen. Selbst eine Verlegung macht wenig Sinn, da aufgrund von Regeländerungen einige Spieler nicht mehr für den Pokal spielberechtigt sind“, so Friedrich.