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Dienstag, 20.10.2009

Wird die Riesaer OB-Wahl ein Frauenduell?

Bei der Bürgermeisterwahl im Sommer 2010 muss Gerti Töpfer bislang nur die harte Gegenwehr der Linken fürchten. Die Grünen zögern noch.

Von Ulrike Körber

Im nächsten Jahr wählt Riesa einen Oberbürgermeister. Noch steht zur Entscheidung, ob am 22. August oder 5. September gewählt werden soll. Dann müssen die Bürger wählen, ob OB Gerti Töpfer (CDU) weiter die Stadt führen soll oder nicht. Dass sie es will, steht außer Frage. Auch wenn sie es so deutlich derzeit nicht sagt. Aber andere wollen eben auch.

FDP sucht, Grüne zaudernDie Linkenchefin im Stadtrat Uta Knebel beispielsweise. Innerhalb der Fraktion wurde schon mal geklärt: Wenn die Partei jemanden aufstellt, dann sie. Die Selbstständige Uta Knebel wird also gegen die einstige Lehrerin Gerti Töpfer antreten. Riesaer Frauen im Zweikampf? Das ist wahrscheinlich, denn zumindest zum gestrigen Zeitpunkt sah es mit weiterer Gegenwehr gegen die CDU-Kandidatin Töpfer mau aus. Der verheißungsvollste und rein von der Persönlichkeit her aussichtsreichste Kandidat käme von der SPD. Riesas Verwaltungsbürgermeister Werner Nüse wurde zumindest im Kreisverband als Favorit gesehen.

Auf SZ-Nachfrage sagte der er jedoch ab. Er bedanke sich für die verbalen Blumen, aber beabsichtige keine Kandidatur. Klaus Hirschnitz, Geschäftsführer des SPD-Kreisverbandes: „Da bin ich jetzt aber selbst mal gespannt, was in Riesa passiert.“So reich gesät an Kandidaten ist die SPD in Riesa nämlich nicht. Von Fraktionschef Horst Hofmann glaubt man jedenfalls nicht, dass er sich diese Bürde im Rentenalter auflädt. Und der Ortsvereinschef Thomas Hoffmann ist zu still in letzter Zeit. Zaubern die Sozialdemokraten jetzt nicht noch einen politischen Superstar aus dem Ärmel, ist die Wahl 2010 für sie gelaufen. Hirschnitz: „Es wäre das erste Mal in Riesa, dass die SPD keinen Bürgermeisterkandidaten stellt.“

Dafür wittert die FDP Morgenluft. Die 30-Mann-Partei in der Stahlstadt sieht sich seit ihren Erfolgen bei der jüngsten Kommunalwahl wie ein Phönix, der aus der Asche gestiegen ist und nun richtig fliegen will. Laut Ortsverbandschef Ernst Ulbricht plant die FDP zumindest, einen eigenen Mann zur OB-Wahl ins Rennen zu schicken. Allerdings weiß Ulbricht noch nicht wen. Das sind denkbare schlechte Ausgangsbedingungen für den Start, denn das Wahlkampfgetöse ist schon leise, aber bestimmt zu hören.

Kein Sieg ohne Zusammenhalt

Bleiben noch die Grünen. Die verschaffen sich über ihren streitbaren und parteilosen Kandidaten Thoralf Koß in letzter Zeit ausreichend Aufmerksamkeit. Zudem ist Koß wahlerfahren, hat ordentlich Punkte für die Grünen bei Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahl geholt. Doch Koß zaudert.

Für ihn käme eine Kandidatur nur in Frage, wenn alle demokratischen Parteien jenseits der CDU zusammenhielten und auf einen „unverbrauchten Mann setzen wollten, der in dem Riesaer Filz nicht verwoben ist“. Dafür würde Koß im Gegenzug versprechen, parteilos zu bleiben. Das ist ein giftiger Zungenschlag in Richtung Gerti Töpfer, die wenige Tage nach der Wahl 2003, die sie als Parteilose gewann, in die CDU eintrat.

Übrigens können außer den Riesaer auch auswärtige Kandidaten antreten. Er darf nur nicht unter 21 und über 65 Jahren sein. Im ersten Wahlgang braucht der Kandidat 50 Prozent und eine Stimme der abgegebenen gültigen Stimmen. Bei einem möglichen zweiten Wahlgang reicht die einfache Mehrheit zum Sieg.