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Donnerstag, 18.01.2018

„Wir kämpfen mit ihr“

Vor dem Spitzenspiel zeigt der DSC eine große Geste. Dafür ist auch die Ex-Dresdnerin Selma Hetmann dankbar.

Von Alexander Hiller

Selma Hetmann (r.) im Zwiegespräch mit ihrer Klubkollegin Kimberly Drewnick.
Selma Hetmann (r.) im Zwiegespräch mit ihrer Klubkollegin Kimberly Drewnick.

© Jan Huebner

Für einige ist es die Generalprobe für das Pokalfinale am 4. März. Doch vor dem Endspiel stehen sich die Volleyballerinnen des Dresdner SC (1.) und des VC Wiesbaden (4.) im Kampf um Bundesligapunkte gegenüber – für die 22-jährige VC-Mittelblockerin Selma Hetmann eine besondere Partie. Sieben Jahre lang wurde sie beim VC Olympia Dresden ausgebildet. Die gebürtige Sachsen-Anhaltinerin und gelernte medizinische Fachangestellte ist dem DSC aber auch wegen einer anderen Aktion dankbar.

Selma, empfinden Sie den Auftritt am Sonnabend (17.30 Uhr) beim DSC als Generalprobe für das Pokalfinale am 3. März zwischen beiden Klubs?

Schwer zu beurteilen. Es ist unser nächster Auftritt gegen Dresden nach dem 1:3 aus der Hinrunde. Wir haben noch viele Spiele vor uns und Zeit, uns weiterzuentwickeln und zu trainieren. Ich denke, dass der Pokal von den Emotionen her eine ganz andere Nummer ist – und deshalb getrennt davon betrachtet werden sollte.

Macht Ihnen die Siegesserie des DSC ein bisschen Angst?

Respekt haben wir auf jeden Fall – wie vor jeder anderen Mannschaft auch. Aber neuer Tag, neues Glück. Wir werden versuchen, am Sonnabend unsere beste Leistung abzurufen, dann werden wir sehen, wie das ausgeht.

Sie sind sieben Jahre lang in Dresden ausgebildet worden. Spüren Sie noch eine emotionale Verbindung?

Ja, schon. Dresden ist für mich noch ein bisschen Zuhause. Aber ich bin schon so lange weg, das ist für mich keine extreme emotionale Herausforderung, wie vielleicht in den ersten beiden Spielen.

Speziell auf Ihrer Position ist der DSC extrem gut aufgestellt. Gibt es ein Mittel gegen diese Macht im Mittelblock?

Das ist eine große Stärke von Dresden, klar. Unser Ziel ist es natürlich, diese drei herausragend starken Blockerinnen auszuschalten, darauf bereiten wir uns vor. Wir müssen unsere Stärken einbringen.

Das Hinspiel hat Ihr Team mit 1:3 verloren. Welche Lehren haben Sie daraus gezogen?

Wir lernen aus jedem Spiel, haben uns seit dem letzten Duell weiterentwickelt, sind nervlich und volleyballerisch reifer geworden. Die Erfahrung wächst mit jedem Spiel.

Ihr Final-Kontrahent spendet 500 Euro der Pokalantrittsprämie für Ihre an Krebs erkrankte Mitspielerin Jennifer Keddy. Wie finden Sie das?

Ich finde es total großzügig vom DSC und bewegend, wie groß die Anteilnahme ist. Davor habe ich großen Respekt. Ich finde, jedem Menschen, der so eine Erfahrung machen muss, sollte geholfen werden.

Wie geht es Jennifer Keddy derzeit?

Auf ihren Gesundheitszustand möchte ich nicht näher eingehen, das finde ich unangemessen. Wir sind natürlich weiter in Kontakt, sie fiebert mit uns mit. Wir fiebern auch mit ihr mit, das hat uns alle schwer getroffen. Wir stehen an ihrer Seite und kämpfen in Gedanken mit ihr.

Die vom VC Wiesbaden eingerichtete Spendenseite hat bereits einen Stand von über 21 000 Dollar erreicht.

Das ist bemerkenswert. Jeder, den so eine Erkrankung ereilt, hat solch einen Zuspruch verdient, und ihm sollte die größtmögliche Hilfe zuteilwerden.

Wiesbaden ist Ihre erste Station als Vollprofi. Hat Sie das verändert?

Total. Ich kann mich viel besser auf den Sport konzentrieren, damit fokussierter auseinandersetzen. Vorher habe ich vier Jahre lang nebenher gearbeitet, eine Ausbildung gemacht, das ist schon ein großer, großer Unterschied. Das hat mich weiter nach vorn gebracht.

Träumen Sie als ehemalige Junioren-Nationalspielerin von einem Platz in der deutschen Auswahl?

Na klar, man möchte immer weiter hinaus. Die Nationalmannschaft wäre das Krönchen – das ist mein Ziel.

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