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Donnerstag, 11.10.2018

Wilsdruff will Edeka ans Busnetz anschließen

An dem neu eröffneten Markt gibt es derzeit keine Haltestelle. Doch der Rathauschef will das ändern.

Von Maik Brückner

In Grumbach, direkt an der Staatsstraße S 173, hat im Frühjahr ein neuer Edeka-Markt eröffnet. Bis Jahresende kommt noch ein Rossmann hinzu. Doch ohne eigenes Auto kommen Kunden nur schlecht zu dem Einkaufszentrum.
In Grumbach, direkt an der Staatsstraße S 173, hat im Frühjahr ein neuer Edeka-Markt eröffnet. Bis Jahresende kommt noch ein Rossmann hinzu. Doch ohne eigenes Auto kommen Kunden nur schlecht zu dem Einkaufszentrum.

© Andreas Weihs

Wilsdruff. In Grumbach tut sich was. Am Ortseingang entsteht ein kleines Einkaufszentrum. Seit Anfang Mai bietet hier ein Edeka-Einkaufsmarkt seine Waren an, noch in diesem Jahr öffnet eine Filiale der Drogeriemarktkette Rossmann. „Das wird sicherlich ein sehr guter Magnet für den alltäglichen Einkauf“, sagt Volker Herzog aus Oberhermsdorf. Schon jetzt kommt er gern zum Einkauf in den Edeka: „Das Sortiment ist sehr gut bestückt“, sagt er. Es gibt frisch hergestellte Salate. Und auch die Qualität von Obst, Gemüse, Wurst und Backwaren aus der Region seien in der Qualität sehr gut. Der künftige kleine Einkaufspark hat nur einen Haken. Er ist nur zu Fuß, mit dem Rad und mit dem Auto zu erreichen. Busse halten hier nicht, denn in unmittelbarer Nähe gibt es keine Haltestelle. „Hier wäre es nun zukünftig sicherlich angebracht, wenn die vorhandenen Linienbusse eine Schleife fahren würden“, so Herzog. Damit würde man es Bürgern ermöglichen, die kein Auto fahren, den Edeka anzusteuern. Er hat sich mit seinem Anliegen an die Sächsische Zeitung gewandt.

Der Regionalverkehr Dresden (RVD) hat sich auf Anregung der Stadt Wilsdruff bereits im Frühjahr mit dem Thema befasst, sagt RVD-Sprecherin Sabine Schuricht. In dem Gespräch habe man der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass auf der Straße Grumbach-Kesselsdorf bislang fast keine Linienfahrten verkehren, da dieser Abschnitt für die Erfüllung der Aufgaben im Linienverkehr nicht notwendig ist. „Dabei verwiesen wir ebenfalls auf die zahlreiche Alternativen für den Einkauf mit weniger Fußwegentfernung, welche im Verlauf der Linie 333 und der Linie E für unsere Fahrgäste zur Verfügung stehen. Dass diese Märkte von anderen Anbietern sind, ist uns dabei bewusst“, so Schuricht. Im Übrigen sei der Weg zwischen dem Edeka und der Haltestelle am Wendeplatz etwa 450 Meter lang.

Und es gibt noch einen weiteren Grund, weshalb man keine Schleife fahren möchte. Sei Mitte Juni wurde die Linie 333 zu einer sogenannten Plusbus-Linie aufgewertet. Ein wichtiges Kriterium dieser Linie ist, dass man den Fahrgästen einen direkten und konstanten Linienweg ohne Abweichungen anbietet. Das schließt eine Schleifenfahrt aus. Trotz der Absage hält auch die Stadt Wilsdruff am Wunsch fest, am Edeka eine Haltestelle einzurichten. „Das macht allerdings nur Sinn, wenn dann auch die Buslinien darauf ausgerichtet werden“, so Bürgermeister Ralf Rother (CDU). Zwar sei der RVD derzeit noch nicht dazu bereit. Doch das könne sich mit der Eröffnung des neuen Gymnasiums im kommenden Jahr ändern. „Hier muss der Bus- und Schülerverkehr für Wilsdruff und alle Ortsteile aus unserer Sicht rechtzeitig völlig neu gedacht und geplant werden“, so Rother.

In diesem Zusammenhang wurde auch ein Ortsteilverkehr in Wilsdruff angeregt. Denn immer mehr Versorgungseinrichtungen konzentrieren sich in der Wilsdruffer Kernstadt. „Und wir wollen allen Einwohnern die Möglichkeit geben, diese auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen“, so Rother. Spätestens mit einer solchen Umstellung könnte auch Edeka eingebunden werden. Wilsdruff hofft auf die Planer vom Regionalverkehr und den Aufgabenträger des Schülerverkehrs, den Landkreis, so der Rathauschef.