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Dienstag, 05.06.2018

Wilsdruff überrascht Bannewitz

Von Jürgen Schwarz

Beeindruckt war der Wilsdruffer Trainer Paul Rabe (rechts), was seine Schützlinge am Sonntag beim Gastspiel in Bannewitz boten. Mit 5:1 setzte sich Motor überraschend deutlich durch. Foto: Karl-Ludwig Oberthuer
Beeindruckt war der Wilsdruffer Trainer Paul Rabe (rechts), was seine Schützlinge am Sonntag beim Gastspiel in Bannewitz boten. Mit 5:1 setzte sich Motor überraschend deutlich durch. Foto: Karl-Ludwig Oberthuer

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Der SV Germania Mittweida stand als Landesliga-Aufsteiger schon geraume Zeit fest. Nun, nach dem 24. Spieltag, ist Germania auch der Titel nicht mehr zu nehmen. Mit dem 1:1 (1:1) beim Tabellenzweiten in Hainsberg verteidigten die Mittweidaer ihren 9-Punkte-Vorsprung.

Vor 140 Zuschauern war der Spitzenreiter durch Silvio Grötzsch in Führung gegangen (15.), Marcel Reck markierte nach einer halben Stunde nach tollem Zuspiel von HSV-Abwehrchef Rene Balatka den Ausgleich für den Hainsberger SV. Und so gelang es den Schützlingen von Trainer Knut Michael, die Ungeschlagenserie in diesem Jahr zu verlängern.

Das Gipfeltreffen war durchaus eine sehr intensive Begegnung auf Augenhöhe, in der sich beide Teams nichts schenkten. Trotz der Personalsorgen auf beiden Seiten boten beide Teams Landesklasse-Fußball auf hohem Niveau. Bemerkenswert auch, was im technisch-taktischen Bereich geboten wurde. Die Hainsberger schlugen dabei sicher die spielerisch etwas feinere Klinge, aber die kompakt agierende Defensive des Spitzenreiters gab sich kaum eine Blöße.

Heißer Kampf um Medaillenplätze

Viel Laufarbeit und kämpferischer Einsatz prägten die zweite Spielhälfte. Klare Torchancen blieben Mangelware. Silvio Grötzsch tauchte zweimal allein vor dem Hainsberger Tor auf, konnte die Chancen aber nicht zu seinem 18. Saisontor nutzen. Auf der Gegenseite sorgte Kevin Schur für zwei bemerkenswerte Offensivaktionen. Zweimal ließ er die Gästeabwehr stehen, traf aber nur das Außennetz bzw. den Pfosten. Die Vizemeisterschaft bleibt das erklärte Ziel der Hainsberger, die mit 49 Zählern zu Buche stehen. Dahinter lauern Freiberg, Sebnitz und Stahl Freital – jeweils mit 46 Punkten. So gesehen ist das Duell im Sebnitzer Waldstadion am Samstag gleich das nächste Spitzenspiel für den HSV. „Wir wollen uns unbedingt mit einer Medaille aus der Liga verabschieden“, gibt sich BSV-Trainer Uwe Rahle vor dem Duell kämpferisch. Bekanntlich wird er nach dieser Saison und dem Rückzug der Sebnitzer den BSV verlassen. Rahle übernimmt den SV Wesenitztal, der am Sonntag eine äußerst unglückliche 0:1-Niederlage beim Tabellendritten in Freiberg kassierte.

In der 88. Minute bekamen die heimstarken Bergstädter (29 von 36 möglichen Punkten) einen Foulelfmeter zugesprochen, den BSC-Kapitän Stefan Richter verwandelte. „Man kann ihn geben, muss es aber nicht“, so der Tenor bei den Gästen. Bedingt durch Sperren und Verletzungen, kam es vor allem auf die mannschaftliche Geschlossenheit beim SVW an. Vor dem Seitenwechsel verhinderte der zuverlässige Torhüter Alfred Leuner einen Rückstand der Wesenitztaler. Für die Gäste verzeichnete im ersten Abschnitt lediglich Robert Knöfel eine verheißungsvolle Möglichkeit, scheiterte aber an BSC-Keeper Heydel. In der 70. Minute ergab sich dann sogar die Doppelchance für den SVW zum Führungstreffer. Nach einem Einwurf setzte sich Knöfel durch, aber wieder blieb Heydel im Duell der Sieger – und Paul Leuner setzte den Abstauber neben den Pfosten.

Lange Gesichter gab es beim SV Bannewitz, der ohne seinen Trainer Jens Hieckmann (Urlaub) zu Hause gegen die SG Motor Wilsdruff mit 1:5 (1:3) fast sang- und klanglos unterging. Die schnelle Führung durch Oliver Werner (3.) erwies sich als Strohfeuer. Domenik Kohl (13., 66.), Stefan Göldner (28.) und Yves Morgenstern (37./Foulelfmeter, 57.) krönten die starke Vorstellung der Wilsdruffer mit fünf Treffern. „Wir haben den Schwung der letzten Woche mitgenommen. Bereits im Training habe ich gemerkt, dass meine Spieler den Aufwärtstrend bestätigen möchten. Wir haben einen Rückstand gedreht und auch in der Höhe verdient gewonnen. Jetzt werden wir uns optimal auf unser letztes Heimspiel gegen Weinböhla vorbereiten.“

Beim SV Bannewitz sah Michel Böhme noch die Ampelkarte (77.) und fällt damit für das Spiel beim SV Wesenitztal aus. Vereinschef Karl-Heinz van Pee: „Torhüter Daniel Scheuermann hat uns vor einer höheren Niederlage bewahrt. Der Strafstoß für Wilsdruff war keiner, aber das spielt bei so einem Ergebnis keine Rolle.“