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Freitag, 19.10.2018

„Wilde“ Parkplätze am Radeberger Bahnhof fallen weg

Der P+R-Platz wird erweitert. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Mai kommenden Jahres. Der VVO lässt demnächst Parksensoren installieren.

Von Thomas Drendel

Park&Ride-Parkplatz am Bahnhof in Radeberg wird erweitert. Deshalb fallen die Stellplätze auf den unbefestigten Flächen weg.
Park&Ride-Parkplatz am Bahnhof in Radeberg wird erweitert. Deshalb fallen die Stellplätze auf den unbefestigten Flächen weg.

© Thorsten Eckert

Radeberg. Am Montag sollten Pendler, die mit dem Auto zum Radeberger Bahnhof kommen, etwas früher aufstehen. Denn einmal ist das der erste Tag nach den Herbstferien. Da ist es immer schwierig, einen Parkplatz zu bekommen.

Außerdem – und das dürfte noch schwerer wiegen – fallen ab Montag auf einen Schlag zahlreiche Parkplätze am Bahnhof weg. „An dem Tag beginnen die Arbeiten für die Erweiterung des P+R-Parkplatzes“, sagt Jürgen Wähnert von der Stadtverwaltung Radeberg. „Die jetzt noch unbefestigten Stellflächen werden ausgebaut. Sie können für die Zeit der Bauarbeiten nicht genutzt werden“, sagt er. Vorbereitende Arbeiten haben bereits stattgefunden, unter anderem wurden Bäume gefällt. Nach den vorliegenden Plänen wird der bestehende P+R-Parkplatz um 106 Stellflächen erweitert. Dazu wird der jetzige Pendlerparkplatz quasi verlängert. Insgesamt stehen dann 206 Parkplätze zur Verfügung. Es entstehen zusätzliche Behindertenplätze, sowie zwei Aufladestationen für Elektro-Autos. Ärgerlich für alle Autofahrer, die aus Richtung Rathenaustraße kommen: sie können nicht von „hinten“ auf den Parkplatz fahren. Einzige Zu- und Abfahrt ist von der Bahnhofstraße. Von der Rathenaustraße wird es offenbar aus Platzgründen nur eine Verbindung für Radfahrer und Fußgänger geben. Der Freistaat hat der Stadt Radeberg eine halbe Million Euro für den Ausbau des vorhandenen P+R-Parkplatzes am Bahnhof zugesichert.

Insgesamt soll das Vorhaben 850 000 Euro kosten. Ganz soviel musste die Stadt nicht ausgeben, die Firma Hausdorf übernahm den Auftrag für einen Preis von 622 00 Euro. „Allerdings muss erst die Schlussrechnung im kommenden Jahr abgewartet werden, erst dann ist klar, wo wir wirklich landen“, sagte OB Gerhard Lemm bei der Vergabe.

Die bestehende Anlage mit seinen einhundert Plätzen sowie Übergangsstellen zu Bussen und der Bahn hatte der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) gemeinsam mit der Stadt und dem Landkreis 1998 gebaut. Runde 1,8 Millionen Euro waren damals in das Projekt geflossen. Die Anlage erwies sich aber schnell als zu klein.

Veränderungen wird es in den nächsten Wochen auch an den bestehenden Parkplätzen geben. „Es werden die Sensoren auf die Stellflächen aufgebracht“, sagt Christian Schlemper vom Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). Sie zeigen an, ob Stellflächen frei sind oder nicht. „An jedem einzelnen Stellplatz wird ein vom Nürnberger Start-Up Smart-City-System entwickelter Sensor installiert.“ Die Daten werden in Echtzeit an den VVO übertragen und auf der Internetseite des VVO oder auf der Handy-App angezeigt. „Damit sehen die Fahrgäste schon, wenn sie beispielsweise eine Verbindung ab dem Bahnhof in Radeberg abrufen, ob es dort noch freie Plätze gibt“. Zudem erhält der VVO damit detaillierte Daten über die durchschnittliche Parkdauer und Zeiten hoher Nachfrage.

Bevor die Sensoren in Radeberg „scharf gestellt“ werden, wird es allerdings noch etwas dauern. „Die Stromleitungen werden erst im Zuge der jetzt beginnenden Bauarbeiten verlegt. Das heißt, die Sensoren sind zwar vorhanden, werden aber erst zu einem späteren Zeitpunkt angeschlossen. Spätestens mit der Fertigstellung des gesamten Parkplatzes wird das abgeschlossen sein.“ Auf dem P+R-Parkplatz in Arnsdorf ist bereits ein Teil der Stellflächen mit den Sensoren ausgerüstet.