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Montag, 21.11.2016

Wieder mehr Zulauf bei Pegida

Die fremdenfeindliche Bürgerbewegung thematisierte vor allem die erneute Kanzlerkandidatur von Angela Merkel. Lutz Bachmann äußerte sich zu angeblich eigenen politischen Ambitionen.

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Pegida versammelte sich am Montagabend auf dem Dresdner Schlossplatz, die Gegner auf dem Theaterplatz.
Pegida versammelte sich am Montagabend auf dem Dresdner Schlossplatz, die Gegner auf dem Theaterplatz.

© xcitepress/ce

  • Pegida versammelte sich am Montagabend auf dem Dresdner Schlossplatz, die Gegner auf dem Theaterplatz.
    Pegida versammelte sich am Montagabend auf dem Dresdner Schlossplatz, die Gegner auf dem Theaterplatz.
  • Lutz Bachmann sieht seine Zukunft auf der Straße. Ein politisches Amt strebe er nicht an, sagte der Pegida-Chef am Montagabend in Dresden.
    Lutz Bachmann sieht seine Zukunft auf der Straße. Ein politisches Amt strebe er nicht an, sagte der Pegida-Chef am Montagabend in Dresden.

Dresden. Auch an diesem Montagabend wurde in Dresden demonstriert. Wie in der Vorwoche versammelten sich die Anhänger von Pegida auf dem Schlossplatz, die Gegner der fremden- und islamfeindlichen Bewegung auf dem Theaterplatz. Nach Angaben der Forscher-Gruppe „Durchgezählt“ mobilisierte Pegida bis zu 2 800 Menschen, deutlich mehr als in der Vorwoche. Auf der gegnerischen Seite waren es den Angaben zufolge diesmal bis zu 240 Menschen und damit etwas weniger als in der Vorwoche.

Wie erwartet, wurde bei Pegida diesmal vor allem die erneute Kanzlerkandidatur von Angela Merkel (CDU) thematisiert. Die Entscheidung sei das Beste, was ihren Gegnern hätte passieren können, sagte Lutz Bachmann. Er hoffe, dass dadurch auch viele bisherige Nicht-Wähler im September 2017 abstimmen und damit vier weitere Regierungsjahre der Amtsinhaberin verhindern würden. Gleichzeitig forderte Bachmann seine Anhänger indirekt auf, die AfD zu wählen. Von der angeblich im Juni gegründeten Pegida-Partei war keine Rede. Bachmann betonte zudem, dass er kein politisches Amt anstrebe. Er sehe sich auch in Zukunft auf der Straße und nicht in einem Parlament.

Siegfried Däbritz von Pegida griff in seiner Rede den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) scharf an. Dabei ging er auch auf ein Interview der Sächsischen Zeitung ein. In diesem erklärte Tillich, dass sich die Gesellschaft gegen die Hetzreden von Pegida & Co. wehren sollte. „Es geht auch um das Gespräch mit dem Kollegen, dem Nachbarn, wenn man merkt, dass der mit seinen Ansichten auf die schiefe Bahn gerät. Kritik ja, Diskussion ja, aber an der Stelle gibt es auch eine Grenze“, so der Ministerpräsident im SZ-Gespräch. Däbritz unterstellte Tillich am Montagabend deshalb eine „volksfeindliche Politik“.

Kritik bei der Pegida-Demo musste aber auch Dresdens Bürgermeister Dirk Hilbert sowie weitere Politiker einstecken. Auch die Medien wurden wieder mal beschimpft. Für Donald Trump, dem designierten US-Präsidenten, wurde unterdessen eine Unterschriftenaktion gestartet, mit der Pegida ihm zur Amtseinführung am 20. Januar 2017 gratulieren möchte.

Nach bisherigen Informationen blieb es bei den Demonstrationen am Montagabend friedlich.