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Donnerstag, 17.05.2018

Wie Struppen vor Schlammlawinen geschützt werden soll

Nach dem Starkregen vergangene Woche ist der Ärger groß. Doch Es gibt Ideen, wie man die Fluten künftig aufhalten kann.

Von Yvonne Popp

Die Schäden, die das Unwetter am vergangenen Donnerstag in Struppen angerichtet hat, sind nicht zu übersehen.
Die Schäden, die das Unwetter am vergangenen Donnerstag in Struppen angerichtet hat, sind nicht zu übersehen.

© Marko Förster

Struppen. Nur 20 Minuten hielt der Schlagregen am vergangenen Donnerstag an. Doch das reichte aus, um erneut große Schäden entlang der Südstraße in Struppen zu verursachen. Das Wasser hatte auf den Feldern nicht schnell genug versickern können und war als reißende Flut aus Schlamm und Geröll den Struppenbach herabgestürzt. Auch das Auffangbecken unterhalb des Rittergutes konnte die Wassermassen nicht bewältigen. Hier brach sich eine regelrechte Flutwelle Bahn. Garagen und Keller liefen voll.

Besonders schlimm traf es die Anwohner des Grundstücks an der Hauptstraße 5. Nicht nur im Garten sammelten sich Schlamm und Geröll, auch in das Erdgeschoss des Wohnhauses drangen die braunen Wassermassen ein. Obwohl die Schäden von der Versicherung gedeckt werden, fragen sich die Hauseigentümer, warum es erneut zu so einer Sturzflut kommen musste. Die Probleme sind seit vielen Jahren bekannt.

Mit ihrem Ärger stehen sie nicht allein da. Auch Ivo Teichmann, AfD-Kreisrat und ebenfalls Anwohner, bemängelt, dass es an der Südstraße zu wenig Entwässerungsgräben gibt. Ginge es nach ihm, sollten im Zuge der momentan an der Straße laufenden Bauarbeiten mehrere Rohre als Abschläge gesetzt werden, über die das Wasser auf die angrenzende Wiese abgeleitet wird.

Das würde aber gar nichts nützen, entgegnet Bürgermeister Rainer Schuhmann (CDU), da sich das Wasser ja ohnehin den Weg über die Fahrbahn hinweg auf die Grünfläche suche.

Auch der Bürgermeister weiß, dass Straße und Anwohner bei Starkregen schlecht vor dem von den Feldern ablaufenden Wasser geschützt sind. Man werde sich jetzt den Ablauf des Oberflächenwassers noch einmal genau anschauen und dann gegebenenfalls die Gräben entlang der Südstraße erweitern. Oder die Bordsteine höher setzen. Die Sturzflut vom vergangenen Donnerstag könne man allerdings nur zu einem kleinen Teil den Bauarbeiten an der Südstraße anlasten, erklärt Rainer Schuhmann weiter. Hauptursache sei ein Auffanggitter oberhalb des Wasserauffangbeckens im Rittergutwald gewesen. Laub hatte sich in den Maschen verfangen, sodass sich das Wasser davor staute.

Doch das Gitter hielt dem Druck gar nicht stand und brach. Deshalb ist Ivo Teichmann – ihm gehört der Wald, in dem sich das Auffangbecken befindet – der Meinung, man solle das Gitter zukünftig lieber ganz weglassen. Die Gemeinde will darüber hinaus prüfen, ob der Bau einer zusätzlichen Auffangvorrichtung sinnvoll wäre.

Auch die vorgesehene Sanierung der maroden Struppener Ortsdurchfahrt soll helfen, das Wasserproblem zu lösen. Die S 168 ist von Staatsstraße zu Kreisstraße herabgestuft worden. Somit hat der Landkreis deren Ausbau jetzt in der Hand, die Planungen laufen. Besonders für die Anwohner der Hauptstraße 5 dürfte sich das Vorhaben günstig auswirken. Der Durchlass, der auf Höhe ihres Grundstücks das Wasser unter der Straße ableiten soll, wird dann um einiges größer gebaut. In der aktuellen Planung sei das bereits berücksichtigt worden, betont der Bürgermeister.

Am kommenden Dienstag, 22. Mai, trifft sich der Gemeinderat um 18.30 Uhr im Struppener Ratssaal. Neben anderen Themen sollen auf der Ratssitzung auch die Fragen der Bürger zum aktuellen Stand in Sachen Flutschutz beantwortet werden.