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Mittwoch, 11.07.2018

Wie Neustadts Innenstadt herausgeputzt wurde

Innerhalb von 26 Jahren hat sich das Gebiet rund um den Markt deutlich verändert. Der Umbau in Zahlen und Fakten.

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Im Zuge der Innenstadtsanierung wurde auch der Arthur-Richter-Park hergerichtet und ist heute eine Oase der Erholung.
Im Zuge der Innenstadtsanierung wurde auch der Arthur-Richter-Park hergerichtet und ist heute eine Oase der Erholung.

© Steffen Unger

  • Im Zuge der Innenstadtsanierung wurde auch der Arthur-Richter-Park hergerichtet und ist heute eine Oase der Erholung.
    Im Zuge der Innenstadtsanierung wurde auch der Arthur-Richter-Park hergerichtet und ist heute eine Oase der Erholung.
  • Das Gelände der Alten Molkerei in der Neuen Gasse wurde komplett umgestaltet.
    Das Gelände der Alten Molkerei in der Neuen Gasse wurde komplett umgestaltet.
  • Noch sind nicht alle Brachen aus dem Stadtbild verschwunden. Seit 1992 wurden 35 Abbruchmaßnahmen in der Innenstadt verzeichnet.
    Noch sind nicht alle Brachen aus dem Stadtbild verschwunden. Seit 1992 wurden 35 Abbruchmaßnahmen in der Innenstadt verzeichnet.

Neustadt. Vor ziemlich genau 26 Jahren fasste der damalige Neustädter Stadtrat den Beschluss: Unsere Innenstadt muss schöner werden. Und sauberer, sicherer und verkehrsfreundlicher. Was aus diesem damaligen Beschluss entstanden ist, kann man heute in dem Areal zwischen Wilhelm-Kaulisch-Straße, Mühlgasse, Stadtpark und Götzingerstraße sehen. Das Rathaus schließt in diesem Jahr das Sanierungsgebiet „Innenstadt“ offiziell ab, den entsprechenden Beschluss fasste der Stadtrat in der letzten Sitzung. Wir zeigen, was alles in den vergangenen 26 Jahren geschafft wurde, wie viel Geld verbaut wurde – und wie es weitergeht mit der Innenstadt. (SZ/nr)

Neustadts Innenstadt-Sanierung

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60 Prozent aller Gebäude waren im Jahr 1992 sanierungsbedürftig. Und das war bei Weitem nicht der einzige Missstand in der Innenstadt. Es gab viele Brachflächen, dafür wenige Orte zum Spielen und Erholen. Ein weiteres Problem: die verdreckte Luft, ausgelöst durch die vielen Kohleheizungen. Auch beim Thema Infrastruktur gab es nach der Wende noch großen Nachholbedarf. Die Straßen und Wege waren in einem „stark verbesserungswürdigen Zustand“, wie es im aktuellen Stadtratsbeschluss heißt. Es gab außerdem nur wenige Parkplätze. Technische Leitungen waren veraltet, die Abwasserversorgung war ungenügend ausgebaut.

Sechs Sanierungsziele wurden nach der Wende festgelegt. Punkt eins betraf die Sicherung der Innenstadt als Wohnort. Ziel Nummer zwei regte die Verbesserung des Verkehrsflusses in der Innenstadt an. Dritter Punkt war die Neugestaltung des Marktplatzes und die Ansiedlung von Handel und Dienstleistungen. Außerdem sollten als viertes Ziel Bereiche neu geordnet werden, zum Beispiel das Areal der ehemaligen Gärtnerei. Aufgabe fünf war die Modernisierung und Neuschaffung kultureller und sozialer Infrastruktur. Und als letzte Ziel wurde festgelegt, die Verwaltungseinrichtungen zu modernisieren.

95 Prozent aller Straßen, Wege und Plätze wurden modernisiert. Komplett neugestaltet wurden in den letzten Jahren zum Beispiel die Freiflächen an der Rosengase, der Kirchvorplatz und der Spielplatz. Gleiches gilt für die Böschung im Stadtpark.

205 Wohn- und Geschäftshäuser wurden seit 1992 instandgesetzt. Hinzu kommen 18 Neubauten in dem Bereich. Alles zusammen hat geschätzt rund 38 Millionen verschlungen. Natürlich wurde auch jede Menge seit Beginn der Innenstadtsanierung abgerissen, genau gesagt werden 35 Maßnahmen genannt, zum Beispiel auf dem Gelände der Alten Molkerei. Trotz der Schaffung und Modernisierung von Wohnraum ist die Zahl der Einwohner in der Innenstadt zurückgegangen. Waren es 1992 noch etwas mehr als 1500, sind es jetzt noch etwas über 1300.

50 Millionen Euro wurden insgesamt in die Umgestaltung des Gebietes investiert. Davon wurden rund 13,5 Millionen gefördert, Bund und Land beteiligten sich mit neun Millionen, die Stadt mit rund 4,5 Millionen Euro. Den Rest der Summe trugen Privatleute, Investoren und andere öffentliche Träger. Eigentümer, deren Grundstücke im Sanierungsgebiet liegen, müssen Ausgleichsbeiträge zahlen. Für 80 Grundstücke müssen diese noch erhoben werden.

Ein anderes Stadtumbaugebiet läuft noch. Auch nach dem Abschluss des „Sanierungsgebiets Innenstadt“ gehen die Bauarbeiten weiter. Noch läuft das Programm „Nördliche Innenstadt“, in dessen Zuge u.a. das Gebäude des Markt-Döners umgebaut werden soll – zu Stadtarchiv, Museum und Touristinfo.