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Mittwoch, 26.10.2016

Weniger Schadstoffe in beiden Schulgebäuden

In der Oberschule Niesky und in der Roten Schule sind die Werte für Formaldehyd gesunken. Die Spurensuche geht weiter.

Von Sabine Ohlenbusch

Im Januar 2015 nahmen die Nieskyer Oberschüler die neuen Unterrichtsräume in Besitz. Nach den Sommerferien hieß es dann schon umziehen.
Im Januar 2015 nahmen die Nieskyer Oberschüler die neuen Unterrichtsräume in Besitz. Nach den Sommerferien hieß es dann schon umziehen.

© André Schulze

Die Hitze ist schuld an den schlechten Luftwerten in der Oberschule gewesen. Diese Erkenntnis festigt sich immer mehr. Als im August die Grenzwerte für den Schadstoff Formaldehyd in den Fachräumen überschritten worden sind, ist es deutlich heißer als jetzt Ende Oktober. Auch in der Roten Schule sind die Werte im September überraschend hoch gewesen.

Nun gibt Beate Hoffmann eine vorsichtige Entwarnung. Die neuesten Messungen im Anbau der Oberschule wie auch in der Roten Schule bestätigen, dass es an der Witterung gelegen habe, sagt die Oberbürgermeisterin bei der Sitzung des Technischen Ausschusses am Montagabend. „Wir können nun auch ausschließen, dass die Möbel in den Klassenräumen betroffen sind“, teilt sie mit. Bevor die Bänke, Tische und Schränke von der Oberschule in die Räume des Zentralhorts umgezogen sind, hat es an ihrem Ziel Messungen gegeben. Weil die Werte sich mit den Tischen und Stühlen in den Räumen nicht erhöht haben, sind sie nicht mehr verdächtig.

Woher das Formaldehyd in der heißen Zeit in die Raumluft gekommen ist, bleibt bisher unklar. Formaldehyd kommt in Kunststoffen und Kunstharzen vor. Außerdem wird es für Klebstoffe und Lacke benutzt. Nachdem die Möbel ausgeschlossen sind, kommen nur noch die verbleibenden Stoffe in den leeren Räumen infrage. Also stehen Wände, Türen und Fußböden unter Verdacht. „Wir werden weitere Materialproben entnehmen, um das herauszufinden“, erklärt Beate Hoffmann auf Nachfrage. Ende dieser oder Anfang nächster Woche sollen die Entnahmen stattfinden.

Wann genau die Klassen in den Anbau der Oberschule zurückkehren, dazu möchte die Oberbürgermeisterin noch nichts sagen. Die nächsten 14 Tage seien darauf ausgerichtet, den Grund für die belastenden Werte zu finden. Der Umzug zurück in den Anbau der Oberschule ist aber nicht an Schulferien gebunden. Bis auf den Computerraum seien die Umräumarbeiten nicht sehr umfangreich, teilt Oberbürgermsiterin Beate Hoffmann mit.

Gesundheitliche Spätfolgen durch das Formaldehyd seien nicht zu erwarten, sagt Amtsarzt Dr. med. Christoph Ziesch. Er arbeitet für das Gesundheitsamt des Landkreises Görlitz. Bei leichten Überschreitungen der Grenzwerte wie beispielsweise in der Nieskyer Oberschule sei der Schadstoff in der Raumluft über seinen Geruch wahrnehmbar und könne zu leichten Symptomen wie Kopfschmerzen führen. Krebserregend wirke das Formaldehyd aber erst in höheren Konzentrationen, so Christoph Ziesch. Es sei auch umstritten, ob allergische Reaktionen auf den Stoff über die Luft ausgelöst werden könnten. Sicher sei lediglich, dass dies bei Haukontakt möglich ist.

Etwas mehr als anderthalb Jahre hat der Unterricht im Anbau stattgefunden. Am 21. Januar des vergangenen Jahres hat die Einweihung der Fachkabinette stattgefunden. Nach den Sommerferien 2016 sind die Überschreitungen so dramatisch gewesen, dass die Stadt den Anbau sperrte. In der Roten Schule soll ein Schrank aus DDR-Zeiten für die erhöhten Werte verantwortlich gewesen sein.

Bei weiteren Messungen im Anbau der Oberschule Anfang Oktober sind im Werkraum die Richtwerte für Formaldehyd nicht überschritten worden. Und das, obwohl dieser davor das größte Sorgenkind gewesen und vor der Messung nicht belüftet worden ist.