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Mittwoch, 07.09.2016

Weltstars singen im alten Kursaal auf dem Hirsch

Wo einst Patienten tanzten und später Filme gezeigt wurden, soll nun eine Liederreihe wieder Leben ins Haus bringen.

Von Kay Haufe

Lebt und arbeitet auf dem Weißen Hirsch: Anton Saris hat eine Konzertreihe für den ehemaligen Kursaal auf der Bautzner Landstraße 6 organisiert.
Lebt und arbeitet auf dem Weißen Hirsch: Anton Saris hat eine Konzertreihe für den ehemaligen Kursaal auf der Bautzner Landstraße 6 organisiert.

© Sven Ellger

Was machen eine finnische Sopranistin und ein holländischer Tenor auf dem Weißen Hirsch? „Wir genießen unser Leben in diesem wunderschönen Stadtteil“, sagt Sänger Anton Saris. Seit 1999 wohnt er hier mit Camilla Nylund, kurz nachdem beide in Finnland geheiratet hatten. Die weltweit gefragte Sängerin erhielt damals ein Engagement an der Semperoper. Auch heute tritt sie dort noch regelmäßig als Gast auf, hat aber inzwischen die großen europäischen und nordamerikanischen Opernhäuser erobert. Dafür reist sie um die ganze Welt, um dann die wenigen Tage mit ihrem Mann und den beiden Töchtern in Dresden zu verbringen. Einen davon nutzt sie, um bald gemeinsam mit Saris dort aufzutreten, wo sie sich in Dresden am wohlsten fühlt: auf dem Weißen Hirsch.

„Stefan Flach, der Besitzer des einstigen Kursaales auf der Bautzner Landstraße 6 kam auf mich zu und fragte, ob ich nicht eine Idee hätte, wie wir das Haus beleben könnten“, sagt Anton Saris. Denn zwar finden darin Hochzeiten und Firmenfeiern statt, doch Flach wünscht sich, dass die Bewohner vom Weißen Hirsch hier wieder gern herkommen. „Ich selbst habe im früheren Kinosaal als Kind Filme angeschaut“, sagt er.

Saris musste nicht lange überlegen, was er hier anbieten möchte. Ein Liederzyklus soll es sein. Schnell hatte er Mitstreiter dafür gefunden. „Besonders schön finde ich, dass ich beim ersten Konzert gemeinsam mit meiner Frau auftreten kann“, sagt er. Denn es war nicht leicht, einen freien Termin in Camilla Nylunds Kalender zu finden. Und der vorerst geplante Starttermin am 11. September musste jetzt bereits auf den 18. September verschoben werden.

„Die vier Konzerte sollen sich voneinander unterscheiden. Ich war mutig, als ich als Schlusspunkt am 28. Mai einen englischen Liederabend mit Werken von Quilter und Vaughan Williams gewählt habe“, sagt Saris. Aber er vertraut auf die Dresdner, die neugierig seien. Immerhin gibt es auch die traditionellen Werke, wie die Schöne Müllerin oder die Winterreise zu hören.

Zu Hause bei Familie Saris/Nylund erklingt indes nicht nur Klassik, „obwohl ich Barockmusik von Händel oder Vivaldi liebe“, sagt Saris. Er selbst hört gern Pop aus den 1980er-Jahren, seine Frau singt sogar die aktuellen Hits mit.

Die Reihe Liedkunst startet am 18. September um 17 Uhr, Eintritt 20 Euro, www.Konzertkasse-dresden.de

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