erweiterte Suche
Mittwoch, 20.07.2016

Weltfriedenswanderer in Freital

Stefan Horvath hat schon 50 000 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Nach Freital kam er wegen Fernsehberichten.

Von Tobias Winzer und Sarah Grundmann

Der Weltfriedenswanderer Stefan Horvath war am Rathaus Potschappel unterwegs.
Der Weltfriedenswanderer Stefan Horvath war am Rathaus Potschappel unterwegs.

© Andreas Weihs

Freital. Dieser Mann hat eine Mission: Frieden verbreiten und helfen – und das wandernd. „Ich bin der Weltfriedenswanderer“, sagt Stefan Horvath. Am Dienstag legte er einen Stopp in Freital ein.

Rund 50 000 Kilometer hat der Österreicher, der sich selbst als Europäer bezeichnet, bereits zu Fuß zurückgelegt. So lange Märsche fordern ihren Tribut: Der gebürtige Wiener trägt nun schon das 51. Paar Wanderstiefel. 1989 gab Horvath sein normales Leben auf: seinen Job als Bauunternehmer, seine Wohnung. Erst wanderte der heute 57-Jährige nur durch Österreich, später kamen andere europäische Länder dazu. Fast alle hat er mittlerweile schon gesehen. Nur Norwegen, Schweden und Dänemark fehlen noch.

Aber warum macht er das? Wie der eigens gegebene Titel schon verrät, will Horvath Frieden verbreiten und helfen. So hat der Österreicher schon verschiedene Hilfskonvois – unter anderem mit Medikamenten aus dem Dresdner Krankenhaus St.-Joseph-Stift nach Haiti – organisiert, bei der Flutkatastrophe in Grimma Sandsäcke gestapelt und teilt regelmäßig Essen an Obdachlose aus. Außerdem kommt er mit Menschen ins Gespräch, versucht, sie von einem friedlichen Umgang miteinander zu überzeugen.

Seit ein paar Jahren ist er vor allem gegen Rassismus unterwegs. Das ist auch einer der Gründe, warum ihn sein Weg zuletzt nach Dresden geführt hat. Er fragt sich, warum die Pegida-Bewegung dort immer noch so stark ist, und will deshalb mit Menschen ins Gespräch kommen.

Freital kannte er bislang nur aus dem Fernsehen. Er hat die Bilder noch im Kopf, als im vergangenen Jahr vor dem Asylheim Leonardo demonstriert wurde oder als es Anschläge auf Asylunterkünfte gab. „Das hat mich schockiert.“ Am Dienstag wollte er mit verschiedenen Politikern und dem Freitaler Oberbürgermeister Uwe Rumberg ins Gespräch kommen. „Wenn er für mich Zeit hat.“ Seine Botschaft: „Ich verurteile jegliche Gewalt.“

Weil er wenig Zeit hat, ist Horvath am Dienstag ausnahmsweise mit dem Bus von Dresden nach Freital gefahren. Am Wochenende geht es dann aber wieder zu Fuß weiter: erst nach Leipzig und von dort weiter nach Berlin.