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Dienstag, 23.10.2018

Weiter im Krisenmodus

Von Cornelius de Haas

Hadert nicht nur mit der Chancenverwertung seines Teams: Eislöwen-Trainer Jochen Molling Foto: Robert Michael
Hadert nicht nur mit der Chancenverwertung seines Teams: Eislöwen-Trainer Jochen Molling Foto: Robert Michael

© Robert Michael

Es sollte eigentlich aufwärtsgehen bei den Eislöwen. Doch der positive Effekt des Kapitänswechsels scheint bereits wieder verpufft zu sein. Denn dem ersten Sechs-Punkte-Wochenende der Saison folgte nun bereits das vierte ohne jeden Zähler. Dabei war gegen Freiburg (4:5) und Kassel (2:5) deutlich mehr drin. Nach zwei Dritteln stand jeweils eine Führung. „Wir haben uns in beiden Spielen in eine gute Ausgangslage gebracht“, konstatiert der neue Spielführer Thomas Pielmeier, der aber auch feststellen muss, dass sich die schon abgestellt geglaubten Fehler in den Schlussdritteln wieder eingeschlichen haben: „Wir standen nicht gut genug in der defensiven Zone, haben die Scheibe weggeworfen und angefangen zu schwimmen.“

Statt in der Tabelle voranzukommen, bleibt das Team von Jochen Molling auf einem indiskutablen Platz zwölf hängen. Das Problem der schwachen Chancenverwertung ist zwar schon in den zurückliegenden Spielzeiten immer wieder thematisiert worden, Besserung stellt sich aber auch unter dem 45-Jährigen nicht ein. Die Hoffnung hat Molling zwar noch nicht aufgegeben. „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken. Wir kommen aus der Situation raus“, sagt er. Doch was überzeugend klingen soll, wirkt mehr wie ein Hilferuf.

Es sei wichtig, die engen Spiele für sich zu entscheiden, fordert Molling und verweist auf die Statistik: „Von unseren neun Niederlagen waren vier mit nur einem Tor Unterschied. Wir laufen unseren vergebenen Torchancen hinterher. Wenn wir die nicht machen, müssen wir defensiv sicherer stehen.“ Doch dann bricht bei ihm die Ratlosigkeit durch: „Was sollen wir sonst sagen? Die Saison ist vorbei? Das geht doch auch nicht.“

Wichtig wäre es, die Köpfe der Spieler freizubekommen. Denn das haben die Erfolgserlebnisse der Vorwoche offenbar nicht geschafft, die Misserfolge zuvor scheinen noch zu präsent zu sein. „In unseren Köpfen ist das alles drin“, sagt Pielmeier. Bei Gegentoren kämen Gedanken wie „Ach du Scheiße, jetzt schon wieder?“ Es sei ein Teufelskreis, denn dem Aufbäumen folgten die nächsten Nackenschläge. „Wir müssen uns da einfach rausziehen“, findet er. Doch wie das gehen könnte, weiß auch der 31-Jährige nicht. Er fordert aber von seinen Mitspielern ein, „jetzt ehrlich zueinander zu sein und uns zu sagen, welche Fehler wir gemacht haben“. Es seien schon zu viele Punkte liegen gelassen worden, was vor allem deshalb ärgerlich sei, „weil uns die Gegner ja nicht einfach dominieren, sondern es ist dumm von uns. Wir finden keinen Weg, ein Spiel zu gewinnen.“

Einfacher wird das auch am nächsten Wochenende nicht. Zunächst steht das Gastspiel in Bad Tölz auf dem Programm. Die Oberbayern stehen zwar nur einen Platz vor den Dresdnern, haben aber schon sieben Punkte mehr. Und am Sonntag kommt mit Ravensburg der souveräne Tabellenführer in die Energie-Verbundarena. Pielmeier interessiert das nicht.

„In unserer Position ist es egal, wer kommt. Wir müssen zusehen, dass wir unser Spiel auf die Reihe bekommen; unsere Strategie, unser System so verbessern, dass wir die Partien wieder gewinnen.“