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Samstag, 23.01.2016

Weißer Adler wird im April flügge

Der erste Mietvertrag ist unterschrieben, die Zahl der Besichtigungen steigt. Der alte Ballsaal auf dem Weißen Hirsch birgt Geheimnisse.

Von Kay Haufe

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Seit 2011 betreut Uwe Preusse den Bau des Weißen Adlers. Dabei erlebte er auch viele unangenehme Überraschungen.
Seit 2011 betreut Uwe Preusse den Bau des Weißen Adlers. Dabei erlebte er auch viele unangenehme Überraschungen.

© Sven Ellger

  • Seit 2011 betreut Uwe Preusse den Bau des Weißen Adlers. Dabei erlebte er auch viele unangenehme Überraschungen.
    Seit 2011 betreut Uwe Preusse den Bau des Weißen Adlers. Dabei erlebte er auch viele unangenehme Überraschungen.
  • Eine Verwandlung: Einige Balken des Ballsaales sind in den großen Wohnungen im 4. Stock integriert.
    Eine Verwandlung: Einige Balken des Ballsaales sind in den großen Wohnungen im 4. Stock integriert.
  • Ein Kompromiss: Die Stuck-Verzierungen des Ballsaales wurden erneuert, aber teilweise nicht neu bemalt.
    Ein Kompromiss: Die Stuck-Verzierungen des Ballsaales wurden erneuert, aber teilweise nicht neu bemalt.
  • Ein Schmuckstück: Mit Schablonenmalerei ist das Kreuzgewölbe des neuen Treppenhauses verziert.
    Ein Schmuckstück: Mit Schablonenmalerei ist das Kreuzgewölbe des neuen Treppenhauses verziert.

Die Sonne bringt das farbige Glas zum Leuchten. Ihre Strahlen setzen das neue Treppenhaus in Szene. Wie türkisfarbene Adern durchziehen Bemalungen das Kreuzgewölbe, Schmuckgitter sind vor den beiden Weißen Adlern in Schmuckrosetten rechts und links angebracht.

In wenigen Wochen werden die ersten Bewohner des sanierten Gasthof-Gebäudes über die Treppen zu ihren Wohnungen laufen. Die Tinte unter dem Mietvertrag ist gerade trocken. Am 1. April zieht die erste Mieterin ein. Ihrer Wohnung gegenüber der Bäckerei Scheinert fehlt noch der Balkon. Der wird demnächst angebracht. Auch im Innern sind noch viele Handgriffe nötig, bis Ende März alles fertig ist. Fußbodenleger bringen gerade filigranes Stäbchenparkett auf, überall kleben Verbotszettel, die Räume nicht zu betreten. Maler und Maurer sind mit den abschließenden Arbeiten beschäftigt.

Das Gros allerdings ist geschafft. Die 32 Wohnungen verteilen sich über das gesamte Gebäude, ein Teil davon befindet sich in den neu eingebauten Kuben auf vier Etagen im ehemaligen Ballsaal. Dessen wertvolle Holzdecke thront in sattem Dunkelbraun über den Wohnungen. So kann sie jeder Bewohner und Gast in Ruhe anschauen. Viele Stellen mussten durch neues Holz ersetzt werden. Ein Teilstück wurde gereinigt, sodass seine bunten Bemalungen wieder zum Vorschein kamen. Rauch und Schweiß vom Tanzen hatten die Decke dunkel verfärbt.

Wenige Schritte weiter mündet der Flur der vierten Etage in einer weiteren interessanten Ecke. Die einstige Bühnenmuschel, auf der früher die Tanzmusiker spielten, wurde erhalten. Reste der Bemalungen sind noch zu sehen. „Sie wurde nicht komplett restauriert, weil hier auch sichtbar sein soll, wie sich das Haus entwickelt hat“, sagt Projektleiter Uwe Preusse. Seit 2011 betreut er die Arbeiten im ehemaligen Gasthof für den Investor aus den Altbundesländern. Mehrfach musste er den Fertigstellungstermin verschieben, weil Unvorhersehbares auftrat. Unter anderem morsche Balken oder Forderungen des Denkmalschutzes. Das schiefergedeckte Dach war eine davon.

Zwar blieb das Interesse von künftigen Mietern und Gewerbetreibenden bestehen. „Doch viele sind auch abgesprungen, weil ich keine zeitlichen Zusagen machen konnte“, sagt Preusse. Inzwischen sind die Räume für einen Arzt oder Zahnarzt fertig. Es wird eine außergewöhnliche Praxis, die sich im ehemaligen Hochzeitssaal befindet. Über den Behandlungsräumen gibt es eine „Dachterrasse“, die unter der reich verzierten Holzdecke liegt. Weitere Gewerberäume sind für eine Physiotherapie, einen Friseur und eine Logopädie vorgesehen. „Zumindest wäre es unser Wunsch, diese hier anzusiedeln“, sagt Preusse, werden doch die meisten Mieter wohl im Seniorenalter sein. Für sie gibt es die Möglichkeit, sich vom Verein Initiative Leben betreuen zu lassen, der auch die Bewohner der umliegenden Häuser versorgt.

Auf die Mieter warten aber nicht nur historische Details, sondern auch moderne Annehmlichkeiten in den 42 bis 100 Quadratmeter großen Wohnungen. So haben die zur Bautzner Landstraße zusätzlich zur Fußbodenheizung eine Wandheizung, damit das Gemäuer nicht zu sehr auskühlt. Zum Teil gibt es großzügige Dachterrassen oder den Ausblick vom eigenen Türmchen. Dafür sind jedoch auch zwölf Euro Kaltmiete pro Quadratmeter fällig.

Informationen bei Uwe Preusse unter Telefon 3171222.

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