erweiterte Suche
Mittwoch, 19.09.2018

Weiße Weste beim Wiedersehen gewahrt

Fußball: Stahl setzt sich im Heimspiel gegen Empor mit 4:1 durch. Wilsdruff bezwingt Hainsberg. Bannewitz spielt remis.

Von Jürgen Schwarz

Mario Becker (l.) und sein Possendorfer Teamkollege Marco Grahle (r.) können Freitals Tino König (Mitte) nicht am Schuss hindern.
Mario Becker (l.) und sein Possendorfer Teamkollege Marco Grahle (r.) können Freitals Tino König (Mitte) nicht am Schuss hindern.

© Andreas Weihs

Landesklasse Mitte. Am dritten Spieltag der Fußball-Landesklasse Mitte bleibt Spitzenreiter BSC Freiberg mit einem 1:1-Remis gegen Gröditz ungeschlagen. Blau-Weiß Stahl Freital, zum Saisonauftakt spielfrei, feierte mit dem 4:1-Sieg zu Hause über die SG Empor Possendorf den zweiten Dreier und wahrte seine weiße Weste. Tino König (32. Minute), Maurice Reichel (48.) und Philip Weidauer (89., 90.+1) trafen für die Gastgeber. Auf der Gegenseite hatte Empors René Schmidt zwischenzeitlich auf 1:2 verkürzt (68.) und damit für Spannung gesorgt.

Vor dem Spiel gab es eine herzliche Begrüßung der beiden Trainer Jens Wagner und Volker Schlicke. „Ich habe mich echt auf das Wiedersehen mit Volker und vielen meiner ehemaligen Schützlinge gefreut“, berichtete Wagner. „Mit Volker, dem ich in Possendorf alles Gute wünsche, verbindet mich seit vielen Jahren eine Freundschaft, die wir am Samstag mal für 90 Minuten ausblenden mussten.“

Wie zu erwarten, spielten die Possendorfer aus einer kompakten Abwehr heraus und suchten den Erfolg über Konter und Standards. Stahl agierte vor der Pause zu langsam und konnte lediglich zweimal für große Gefahr sorgen. Bertholds Eingabe nutzte König zu einem Volleyschuss ins Netz. „Endlich mal ein schnell vorgetragener Spielzug“, applaudierte Wagner an der Seitenlinie. Kurz vor der Pause verzeichnete Ex-DSC-Spieler Alexander Preißiger die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen. Doch seinen Kopfball wehrte Empors Keeper Sebastian Hoffmeister mit dem Fuß ab.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit erhöhten die Freitaler das Tempo im Aufbauspiel und kamen schnell zum 2:0, nachdem Reichel nach einer Linkseingabe freistehend das Leder einschieben konnte. Danach blieb Stahl am Drücker, aber Weidauer, Zimmermann und König nutzten ihre Gelegenheiten nicht.

Besser machte es bei den Gästen René Schmidt, als er das zögerliche Herauslaufen von Torhüter Steffen Beer mit dem Anschlusstreffer bestrafte. Plötzlich bekamen die Possendorfer Oberwasser. Glück für die Gastgeber, dass Kapitän Mario Becker, der eingewechselte Philipp Kahlert sowie René und Erik Schmidt ihre Chancen zum Ausgleich nicht nutzten. So avancierte der junge Weidauer mit zwei späten Toren zum Matchwinner für Stahl. Bemerkenswert, wie Eric Zimmermann vor dem 4:1 auf den eigenen Torjubel verzichtete und den Ball uneigennützig zu Weidauer ablegte.

Der Hartmannsdorfer SV Empor bleibt derweil Tabellenletzter. Beim Aufsteiger Meißner SV unterlag die Mannschaft des Trainerduos Sandro Nitschke und Pierre Zimmermann mit 1:6 (0:2) und wartet damit weiter auf den ersten Zähler in dieser Saison. David Clausnitzer, der sich kurz vor Spielende verletzte, gelang in der 78. Minute der Ehrentreffer. Zuvor hatten für die in jeder Beziehung besseren Domstädter Franz Krauspe (3), André Salomon (2) und Tom Klömich ins Schwarze getroffen. „Wir waren nicht präsent, haben auf das schnelle Spiel der jungen Meißner Mannschaft keine Antworten gefunden“, schätzte Empor-Coach Sandro Nitschke ein.

Am Sonntag standen sich der Hainsberger SV und die SG Motor Wilsdruff (0:3) sowie der SV Bannewitz und die zweite Mannschaft des VfL Pirna-Copitz (3:3) gegenüber. Beim SVB fungierte Heiko Beyer als Chefcoach, da sich Jens Hieckmann im Familienurlaub befindet. Ex-Keeper Beyer, der mit argen Besetzungsproblemen zu kämpfen hatte, lobte die Moral seiner Jungs: „Toll gefightet.“ Bannewitz unterliefen zwei Eigentore durch Maik Kretzschmar (8.) und Jakob Schulz (43.). Stefan Martin markierte den dritten VfL-Treffer (58.).

Nico Barnasiow (28.), William Brüggemann (71.) und Jakob Schulz per Strafstoß in der letzten Minute waren für die Gastgeber erfolgreich. „Sicher glücklich für uns, aber letztendlich ein verdienter Zähler für uns“, befand der Bannewitzer Vereinschef Karl-Heinz van Pée.

Mit Spannung wurde das Duell in Hainsberg erwartet. Wilsdruff war mit namhaften Neuzugängen (Richter, Heineccius) und vier Punkten sehr ordentlich in die Meisterschaft gestartet – der HSV nicht.

Allerdings standen den Niederlagen in Bannewitz (1:2) und zu Hause gegen Freiberg (2:5) zwei 4:0-Pokalsiege gegen den FC Dresden und den Radefelder SV gegenüber. Zudem hatte die Auslosung, verbunden mit einem namhaften Drittrunden-Gegner (Lok Leipzig), die Stimmungslage Anfang der Woche noch einmal sprunghaft verbessert. Und so gingen die Hainsberger das Duell gegen die Wilsdruffer hochmotiviert an, aber in der Schlussphase machte Motor Nägel mit Köpfen. Philip Heineccius (68.), Domenik Kohl (80.) und Yves Morgenstern (90.+1) schockten mit ihren Toren den HSV.