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Montag, 17.09.2018

Weinwanderung mit Muck

Am Sonnabend führte Hartmut Schulze-Gerlach seine Fans zu den Orten seiner Kindheit und Jugend in Radebeul.

Von Beate Erler

Spaß mit einer Frauengruppe aus Weinböhla hat der Schlagersänger und Moderator der Sendung „Damals war‘s“ Hartmut Schulze-Gerlach alias Muck. Er stammt aus Radebeul und führte am Sonnabend durch die Weinberge seiner alten Heimat.
Spaß mit einer Frauengruppe aus Weinböhla hat der Schlagersänger und Moderator der Sendung „Damals war‘s“ Hartmut Schulze-Gerlach alias Muck. Er stammt aus Radebeul und führte am Sonnabend durch die Weinberge seiner alten Heimat.

© Norbert Millauer

Radebeul. So richtig scheint Hartmut Schulze-Gerlach in seiner Rolle als Wanderleiter noch nicht aufzugehen. Am Sonnabend- vormittag wartet er sportlich gekleidet in Jeans, Pulli und Daunenweste auf die letzten Teilnehmer seiner ersten Weinwanderung. Sie führt vom Treffpunkt Schwarzes Teich bis zum Weingut Hoflößnitz, wo es für alle ein Gläschen Wein und etwas vom Grill geben soll. Viel erzählen will der Muck während seiner Tour nicht. „Das sind doch alles Radebeuler, die lachen mich ja aus“, sagt er schmunzelnd.

Hartmut Schulze-Gerlach ist in Radebeul geboren und aufgewachsen. Seit fünf Jahren ist er Botschafter der Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen. Über mehrere Jahrzehnte hatte der Verein zwei Wandergruppen in Radebeul und Radeburg. Als die Mitglieder älter wurden, lösten sich die Gruppen auf. Jetzt will die Volkssolidarität die Tradition wiederaufleben lassen. „Ein Promi lockt immer viele Leute an“, sagt Ulrike Keller, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Volkssolidarität. „Wir hoffen, dass sich heute vielleicht sogar jemand findet, der eine neue Wandergruppe für Radebeul organisieren würde“, sagt sie.

Der Promibonus hat funktioniert: Etwa 80 Leute sind gekommen, um ihren Star aus Kindheitstagen einmal live zu erleben. Ein Shuttlebus will am Nachmittag noch einige Senioren aus dem Radebeuler Pflegeheim „Rosengarten“ nach Hoflößnitz bringen. Die Weinwanderung zu laufen, schaffen sie nicht mehr. Trotzdem wollen sie den Sänger und Moderator unbedingt treffen.

Vor dem Start stellt er sich der Wandergruppe vor: „Ich bin der, der euch sagt, wo es langgeht.“ Dann geht es auch schon los zum ersten Aussichtspunkt am Wasserturm. Alles hier erinnert Schulze-Gerlach an seine Kindheit und Jugend. Das Elternhaus etwas unterhalb der Friedensburg, in dem sein großer Bruder Rainer Schulze noch heute lebt. Er und auch die jüngere Schwester Roswitha Hornung sind bei der Wanderung dabei. Sie hat es nach Bremen verschlagen. Schulze-Gerlach lebt seit 2003 mit seiner Frau auf Rügen.

Irgendwie ist es also auch ein Familientreffen: „Ich freue mich, dass ich meine zwei Brüder heute mal wieder für mich habe“, sagt Roswitha Hornung und erinnert sich. Auf dem Schwarzen Teich sind sie als Kinder oft Schlittschuh gefahren. „Aber nur im Winter“, scherzt Schulze-Gerlach. Am Wasserturm haben sie für den Muttertag immer Zweige und Blumen gesammelt. Früh um fünf sind sie aufgestanden, damit zum Frühstück alles fertig war. Und natürlich war hier oben der Platz für Jungverliebte.

Als Botschafter der Volkssolidarität hat Schulze-Gerlach schon einiges mit dem Verein auf die Beine gestellt. Im April dieses Jahres brachte er eine CD mit Kinderliedern heraus. „Immer mehr Kinder haben Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben“, sagt Ulrike Keller vom Verein. Die CD hat ein Booklet mit Texten, damit sie selbst lesen und mitsingen können. Außerdem hat er das Lieblingsbuch seiner Mutter, die Schriftstellerin und Dichterin war, in einem Hörbuch eingesprochen.

Und auch das Wandern für die Volkssolidarität passt irgendwie zu seinem Leben. Normalerweise läuft Schulze-Gerlach lange Strecken zwischen 20 und 30 Kilometer. Und sonst auch lieber allein oder zusammen mit seiner Frau. „Bewegung ohne Ende ist mein Motto, denn dabei kann ich meine Gedanken mal hängen lassen“, sagt er.

Zurzeit ist er noch sehr oft in seiner alten Heimat. Einmal im Monat kommt er nach Dresden für seine Sendung „Damals war’s“ beim MDR. Im Oktober wird er sie zum letzten Mal moderieren. Dann könnten die Besuche seltener werden. Für die Gründung der Wandergruppe sieht es trotzdem gut aus. Eine Teilnehmerin aus Weinböhla würde das in die Hand nehmen.